Besinnungstag für Männer der Regio Bruchsal-Karlsruhe-Pforzheim im Haus Bethanien in Karlsruhe-Durlach

Wie alle Jahre trafen sich die Männer am 2. Fastensonntag (16. März 2003) mit Rektor Dr. Gedemer zu ihrem traditionellen Besinnungstag im Heiligtum der Vaterliebe. Dieter Girke (Pforzheim), stellv. Diözesanführer, begrüßte die Männer im Heiligtum. Nach dem Lied "Brüder wir ziehen zum Vater hinauf ..." (Taborlied) sagte er: Ich darf sie hier im Heiligtum recht herzlich willkommen heißen. Wir haben soeben mit unserem Lied dieses Heiligtum mit unserem Taborheiligtum in Schönstatt verbunden. Hier und heute wollen wir uns mit der Hilfe und durch die Fürbitte unserer Mutter Gott öffnen um Gnade und Kraft zu empfangen für die vor uns liegende Fastenzeit, aber auch als Mann "In Freud und Leid Gott auf der Spur" sein. Wie weit sind wir auf diesem Weg vorangekommen?

 

 

Haben wir nicht festgestellt wie hilflos wir sind?

Ja, liebe Männer, die Werte: Wie Schmerz, Leiden, sowie äußere Beeinträchtigung mit sich bringen, sind uns fremd geworden. Freilich, wenn's erst einmal hart auf hart geht, helfen uns die künstlichen und gekünstelten Glücksträume von einem bequemen, ungetrübten Leben plötzlich nichts mehr. Wenn blühendes Leben von heute auf morgen, nein, von einer Minute zur anderen verletzt oder gar zerstört wird, dann bedrängt uns die große Frage: Warum? Warum ausgerechnet der? Warum ausgerechnet die? Warum trifft es meine Familie ? Warum auch noch mich? Solche und ähnliche Fragen kann man nicht mit einem Schluck aus der Schnapsflasche hinunterspülen. Die darf man nicht betäuben nicht abweisen; man muss sich ihnen stellen und nach eine Antwort suchen. Und vielleicht dauert es lange, bis man diese Antwort entdeckt. "Gott ist nicht gekommen, das Leid zu beseitigen, er ist nicht gekommen, es zu erklären, sondern er ist gekommen, es mit zu tragen.

 

Bischof Moser schreibt dazu:

»Vor einiger Zeit war irgendwo eine Firmung angekündigt. Drei Wochen vorher rief mich der Ortspfarrer an: „Es wäre doch gut, wenn Sie schon früher kämen. Wir haben einen jugendlichen Patienten, der noch keine Gelegenheit hatte, sich firmen zu lassen. Ich glaube nicht, dass er am Tag der Firmung noch lebt.“
So bin ich hingefahren und habe einen schwerkranken jungen Mann angetroffen, der eine große Operation hinter sich hatte. Höchst verwundert war ich darüber, dass der Kranke munter und fröhlich war ‑ wenigstens zunächst. Er freute sich, dass er eigens gefirmt werden sollte, und eine kleine Freundesgruppe hat bei der Feier im Krankenzimmer den Gottesdienst gestaltet.

Nach der Firmung hatte ich noch ein langes Gespräch mit dem Todgeweihten. Da gestand er mir: „Ich weinte viel, weil ich wohl bald nicht mehr leben werde. Wegen meines Zustands macht mir niemand mehr etwas vor. Ich habe Krebs und weiß, dass das ganz schnell gehen wird. Meine Mutter hat es mir gesagt.“ Und dann berichtete er, wie er tobte, wie er um sich schlug, als er wusste, dass er nicht weiterleben dürfe; wie er sich mit Gott angelegt habe, wie er verzweifelt war. „Ich kam mir“, erzählte er, „wie im schlimmsten Gefängnis vor, verlassen und verloren und verraten. Alle Hoffnungen sind kaputt.“ Schließlich aber habe ihm ein älterer Freund beigestanden, indem er ihm sagte: „Ich kann dir von mir aus nicht helfen, aber ich will dir einen Satz wiederholen, den ich einmal gehört habe; vielleicht kommst du mit dem weiter.“ Der Satz war sehr kurz. Er lautete: „Gott macht keine Fehler.“«

Gott macht keine Fehler!?

Hat dieser junge Mann die Spur gefunden die zu Gott führt? Denken wir daran, Gott hat uns erwählt als Werkzeug, auch in Freud und Leid. Nach dem Lied: „Du hast o Vater uns erwählt...“, erhielten wir den priesterlichen Segen.

Im Saal ging es dann weiter mit dem Vortrag von Dr. Gedemer zur Jahreslosung.

Es gibt so viele Reiche, nicht nur in der Erde, sondern auch über der Erde. Wir wollen nicht im Dreck und im Dunkeln suchen, sondern im Licht Gottes. Es muss bei uns ein Staunen geben über die Dinge der Welt und wir sollen im Staunen die Spur Gottes suchen und finden. Was ist ein Ei? Wo kommt das Küken her? Da können wir schon beim Frühstücksei staunen. Was kann die Luft für uns bedeuten, die Luft zum Atmen, die Luft für die Schallwellen, die Luft für die Reifen ...?

Staunend Gott auf der Spur ‑ Was muss das für einer sein, der dieses alles geschaffen hat? Warum gibt es überhaupt etwas, warum gibt es eigentlich nichts? Es gibt einen, der in allem was ist seine Spur hinterlassen hat, Gott, der Schöpfer! Wir sollen in Freud und Leid Gott finden, seine Spur feststellen. Wissenschaftler sollten feststellen woher die Pest kommt. Sie haben überall geforscht aber keiner kam auf den Gedanken, das Gott dahinter steht! Sind in unseren Geschichtsbüchern Spuren von Gott? Die Wissenschaft fragt nicht nach dem Sinn, sieht keine Spur von Gott in Geschichte und Forschung.

Nur der Glaube kann uns helfen in Freud und Leid Gott auf die Spur zu kommen.

Auf Spurensuche als Religionslehrer: Rosenkranz im Oktober in der Schule behandeln. Gottesmutter hilf mir zu erkennen wie ich das mit den Kindern machen soll!?

Ignatius von Loyola: Was tut er alles um seinen zerschmetterten Fuß/Bein wieder in Ordnung zu bringen um weiter Soldat zu bleiben. Studium von Heiligengeschichten und der Bibel während seines langen Krankenlagers lassen ihn den Willen Gottes erkennen.

Die heilige Messe war der Höhepunkt des Vortrags von Rektor Dr. Gedemer.

Das anschließende Mittagessen war wieder liebevoll von den Frauen von Schönstatt hergerichtet.

Nach einer kurzen Mittagspause sahen wir den Video-Film „Gott ist da“ - in der Geschichte Schönstatts und seines Gründers die Spur Gottes suchen und finden und überzeugt feststellen Gott ist da!

Bei Kaffee und Kuchen nahmen die Männer wieder Abschied voneinander bis spätestens in einem Jahr hier in Bethanien.
Bei der anschließenden Schlussandacht im Heiligtum dankten wir Gott und unserer lieben MTA für diesen gnadenreichen Tag, für den Vortrag von Dr. Gedemer, für die heilige Messe und für die Gemeinschaft, die wir wieder erleben durften. An der Hand unserer himmlischen Mutterwollen wir Männer uns weiter auf Spurensuche machen, was wir mit dem Lied „Männer bauen auf Felsen ...“ noch unterstrichen haben.

Zum Schluss zitierte Herr Girke noch Edith Stein. Es ist ein weiter Weg von der Selbstzufriedenheit eines „guten Katholiken“, der „seine Pflichten erfüllt“, eine „gute Zeitung liest“, „richtig wählt“ usw., im übrigen aber tut, was ihm beliebt, bis zu einem Leben an Gottes Hand und aus Gottes Hand, in der Einfalt des Kindes und der Demut des Zöllners!

Nach dem priesterlichen Segen und dem Lied „Dreifaltiger Gott ...“, sowie gestärkt durch diesen gnadenreichen Tag ging es wieder voll Tatendrang heim zu den Familien.