Besinnungstag für Männer
der Regio
Bruchsal-Karlsruhe-Pforzheim

Haben
wir nicht festgestellt wie hilflos wir sind?
Ja, liebe Männer,
die Werte: Wie Schmerz, Leiden, sowie äußere Beeinträchtigung mit sich
bringen, sind uns fremd geworden. Freilich, wenn's erst einmal hart auf hart
geht, helfen uns die künstlichen und gekünstelten Glücksträume von einem
bequemen, ungetrübten Leben plötzlich nichts mehr. Wenn blühendes Leben von
heute auf morgen, nein, von einer Minute zur anderen verletzt oder gar zerstört
wird, dann bedrängt uns die große Frage: Warum? Warum ausgerechnet der? Warum
ausgerechnet die? Warum trifft es meine Familie ? Warum auch noch mich? Solche
und ähnliche Fragen kann man nicht mit einem Schluck aus der Schnapsflasche
hinunterspülen. Die darf man nicht betäuben nicht abweisen; man muss sich
ihnen stellen und nach eine Antwort suchen. Und vielleicht dauert es lange, bis
man diese Antwort entdeckt. "Gott ist nicht gekommen, das Leid zu
beseitigen, er ist nicht gekommen, es zu erklären, sondern er ist gekommen, es
mit zu tragen.

Bischof
Moser schreibt dazu:
»Vor einiger
Zeit war irgendwo eine Firmung angekündigt. Drei Wochen vorher rief mich der
Ortspfarrer an: „Es wäre doch gut, wenn Sie schon früher kämen. Wir haben
einen jugendlichen Patienten, der noch keine Gelegenheit hatte, sich firmen zu
lassen. Ich glaube nicht, dass er am Tag der Firmung noch lebt.“
So bin ich hingefahren und habe einen schwerkranken jungen Mann angetroffen, der
eine große Operation hinter sich hatte. Höchst verwundert war ich darüber,
dass der Kranke munter und fröhlich war ‑ wenigstens zunächst. Er freute
sich, dass er eigens gefirmt werden sollte, und eine kleine Freundesgruppe hat
bei der Feier im Krankenzimmer den Gottesdienst gestaltet.
Nach der Firmung
hatte ich noch ein langes Gespräch mit dem Todgeweihten. Da gestand er mir:
„Ich weinte viel, weil ich wohl bald nicht mehr leben werde. Wegen meines
Zustands macht mir niemand mehr etwas vor. Ich habe Krebs und weiß, dass das
ganz schnell gehen wird. Meine Mutter hat es mir gesagt.“ Und dann berichtete
er, wie er tobte, wie er um sich schlug, als er wusste, dass er nicht
weiterleben dürfe; wie er sich mit Gott angelegt habe, wie er verzweifelt war.
„Ich kam mir“, erzählte er, „wie im schlimmsten Gefängnis vor, verlassen
und verloren und verraten. Alle Hoffnungen sind kaputt.“ Schließlich aber
habe ihm ein älterer Freund beigestanden, indem er ihm sagte: „Ich kann dir
von mir aus nicht helfen, aber ich will dir einen Satz wiederholen, den ich
einmal gehört habe; vielleicht kommst du mit dem weiter.“ Der Satz war sehr
kurz. Er lautete: „Gott macht keine Fehler.“«
Hat dieser junge
Mann die Spur gefunden die zu Gott führt? Denken wir daran, Gott hat uns erwählt
als Werkzeug, auch in Freud und Leid. Nach dem Lied: „Du hast o Vater uns erwählt...“,
erhielten wir den priesterlichen Segen.
Im Saal
ging es dann weiter mit dem Vortrag von Dr. Gedemer zur Jahreslosung.
Es gibt so viele
Reiche, nicht nur in der Erde, sondern auch über der Erde. Wir wollen nicht im
Dreck und im Dunkeln suchen, sondern im Licht Gottes. Es muss bei uns ein
Staunen geben über die Dinge der Welt und wir sollen im Staunen die Spur Gottes
suchen und finden. Was ist ein Ei? Wo kommt das Küken her? Da können wir schon
beim Frühstücksei staunen. Was kann die Luft für uns bedeuten, die Luft zum
Atmen, die Luft für die Schallwellen, die Luft für die Reifen ...?
Staunend
Gott auf der Spur ‑ Was muss das für einer sein, der dieses alles
geschaffen hat? Warum gibt es überhaupt etwas, warum gibt es eigentlich nichts?
Es gibt einen, der in allem was ist seine Spur hinterlassen hat, Gott, der Schöpfer!
Wir sollen in Freud und Leid Gott finden, seine Spur feststellen.
Wissenschaftler sollten feststellen woher die Pest kommt. Sie haben überall
geforscht aber keiner kam auf den Gedanken, das Gott dahinter steht! Sind in
unseren Geschichtsbüchern Spuren von Gott? Die Wissenschaft fragt nicht nach
dem Sinn, sieht keine Spur von Gott in Geschichte und Forschung.
Nur der
Glaube kann uns helfen in Freud und Leid Gott auf die Spur zu kommen.
Auf
Spurensuche als Religionslehrer: Rosenkranz im Oktober in der Schule behandeln.
Gottesmutter hilf mir zu erkennen wie ich das mit den Kindern machen soll!?
Ignatius
von Loyola: Was tut er alles um seinen zerschmetterten Fuß/Bein wieder in
Ordnung zu bringen um weiter Soldat zu bleiben. Studium von Heiligengeschichten
und der Bibel während seines langen Krankenlagers lassen ihn den Willen Gottes
erkennen.
Die heilige
Messe war der Höhepunkt des Vortrags von Rektor Dr. Gedemer.
Das anschließende
Mittagessen war wieder liebevoll von den Frauen von Schönstatt hergerichtet.
Nach einer
kurzen Mittagspause sahen wir den Video-Film „Gott ist da“ - in der
Geschichte Schönstatts und seines Gründers die Spur Gottes suchen und finden
und überzeugt feststellen Gott ist da!
Bei Kaffee
und Kuchen nahmen die Männer wieder Abschied voneinander bis spätestens in
einem Jahr hier in Bethanien.
Bei der anschließenden Schlussandacht im Heiligtum dankten wir Gott und unserer
lieben MTA für diesen gnadenreichen Tag, für den Vortrag von Dr. Gedemer, für
die heilige Messe und für die Gemeinschaft, die wir wieder erleben durften. An
der Hand unserer himmlischen Mutterwollen wir Männer uns weiter auf Spurensuche
machen, was wir mit dem Lied „Männer bauen auf Felsen ...“ noch
unterstrichen haben.
Zum Schluss
zitierte Herr Girke noch Edith Stein. Es ist ein weiter Weg von der
Selbstzufriedenheit eines „guten Katholiken“, der „seine Pflichten erfüllt“,
eine „gute Zeitung liest“, „richtig wählt“ usw., im übrigen aber tut,
was ihm beliebt, bis zu einem Leben an Gottes Hand und aus Gottes Hand, in der
Einfalt des Kindes und der Demut des Zöllners!