Führertagung der Schönstatt-Männerliga

In diesem Jahr trafen sich die Verantwortlichen der Schönstatt-Männerliga vom 26. bis zum 30. April 2003 im Haus der Familien zur Jahreskonferenz mit dem Ziel eine neue Jahreslosung zu formulieren.
Die seelsorgerliche Begleitung
der Tagung durch Pater Güthlein, der die Eröffnungsmesse im Heiligtum der
Familien zelebrierte, stellte den Beginn eines neuen Abschnitts in der
Ligaarbeit dar. Zu Beginn der Messe erklärte uns Pater Güthlein einige
Besonderheiten des Heiligtums.

Nach
der heiligen Messe ging es zum gemeinsamen Abendessen ins Haus der Familie. Die
gemeinsamen Mahlzeiten dienten wie immer dem regen Erfahrungsaustausch über
kirchliche und gesellschaftliche Themen. Sie stärkten den Gemeinschaftsgeist
und sorgten für eine ausgeglichene Atmosphäre. Besonderer Dank gilt dem
Ehepaar Kiwitt, das sehr bemüht war, alle Wünsche prompt zu erfüllen. Dies
ist ihnen auch gelungen.
Im Anschluss an das Abendessen folgte der
Dia-Vortrag von Herrn Basler, mit einem Rückblick auf Führertagung 2002, die Männerwallfahrt
mit der Grundsteinsegnung, sowie die Arbeit in den Diözesen mit der
Jahreslosung „In Freud und Leid Gott auf der Spur“.
Neu in der Gemeinschaft begrüßt und herzlich aufgenommen wurden die neuen Diözesanführer
Herr Künstler und Herr Danner.
Zentraler Punkt des Vortrages war das Wächterhaus, dessen Bau gute Fortschritte macht und die Feststellung, dass die Jahreslosung besonders gut gegriffen hat!
Guter Tradition folgend gedachten wir aller Heimgegangenen aus unseren Reihen, besonders unseres Mitglieds Josef Baumeister, dessen heilvolles Wirken allen Teilnehmern besonders in Erinnerung bleiben wird.
Es folgte das Abendlob in der Hauskapelle.
In
der Diözesanführerrunde wurden die Herren Kiwitt, Stemle und Konrad einstimmig
zu Tagespräsidenten bestimmt. Hingewiesen
wurde insbesondere auf die Grundsteinlegung für das Romheiligtum am 8. Dezember
2003. Eine entsprechende Grundsteinurkunde der Männerliga soll ausgelöst
werden.
Tagespräsident: Herr Johann Kiwitt
Der
Tag begann für einige Männer mit dem Gesundheitssport. Danach fand das
Morgenlob im Taborheiligtum statt. Die heilige Messe schloss sich
unmittelbar an. Wir hörten das Evangelium vom ungläubigen Thomas.
In seiner Predigt erinnerte Pater Güthlein daran, dass an diesem Tag viele Kinder zur ersten Heiligen Kommunion gehen. Wir sind alle wichtig genug, dass Jesus zu uns kommt! Wir begegnen ihm, ER lässt sich berühren!
Während des Credo legten wir die Hostien auf die Patene als Zeichen unserer Opferbereitschaft.
Nach dem anschließenden Frühstück hörten wir
die Vorträge von Pater Güthlein. Seinen 1. Vortrag finden Sie Seite 16.
In einer beeindruckenden breit angelegten Zeitanalyse öffnete uns Pater Güthlein die Augen für die Gegenwartssituation. Den Umbruch der Zeit vor Augen, im Wissen um unser Glaubensfundament, sind wir zum christlichen Zeugnis und Apostolat berufen. Die Ausführungen von Pater Güthlein stellten die Grundlage für die Arbeit zur Findung der Jahreslosung dar.
Nach
der Mittagspause und durch einen guten Kaffee gestärkt, begann die Arbeit in
den Arbeitskreisen mit folgenden Fragen:
1.
Beispiele für gesellschaftliche Umbrüche
2. Beispiele für kirchliche Veränderungen
3. Wo erlebe ich persönliches Loslassen müssen?
4. Welche Stelle spricht uns im Werkzeugslied
besonders an?
Es zeigte sich, dass die Worte Pater Güthleins alle Teilnehmer angesprochen hatte, denn die Diskussionen verliefen außerordentlich engagiert. Entsprechend brachten die Sprecher der Arbeitskreise im Plenum mannigfaltige Beispiele für gesellschaftliche und kirchliche Umbrüche ein.
Die Sprecher teilten auch mit, welche Stellen des Werkzeugliedes (Himmelwärts,
S. 162) die Männer persönlich angesprochen hat.
Zu
den Umbrüchen hörten wir nach dem Abendessen auch zwei Statements. Einmal von
Herrn Stemle, zum anderen von Herrn Welling. Herr Stemle zeichnete ein sehr
kritisches Bild der derzeitigen Arbeitswelt. Organisationsveränderungen würden
allzu oft nur bestimmten Macht- und Profitinteressen dienen und das Wohl der
Mitarbeiter nicht ausreichend berücksichtigen. Angeregt durch den engagierten
Vortrag diskutierten wir im Anschluss, inwieweit globale Wettbewerbsbedingungen
nicht Ursache dieser Entwicklung sein könnten.
Herr Welling berichtete von den
Anpassungserfordernissen im Rahmen der Bistumsarbeit. Er sprach von einer
Hegemonie des Pragmatismus, der häufig auf wenig Verständnis bei den
Betroffenen stoße. Mangelnder Priesternachwuchs und geringere Finanzen löse
große Veränderungen aus.
Beide Statements zeigten, dass wir auf
schwierigere Zeiten zusteuern. Umso mehr sollten wir den Beistand der MTA
erbitten.
Anbetung und Abendlob im Heiligtum, sowie die
Gelegenheit zum Empfang des Bußsakraments waren weitere Geschenke dieses Tages
zahlreicher Gnaden.
In der Diözesanführerrunde drückten alle
Teilnehmer ihre Zufriedenheit über die Vorträge und die Resultate der
Arbeitskreise aus. Das Thema hatte den Kern der Zeitsituation getroffen.
Die einzelnen Beschlüsse der Diözesanführerrunde werden am Ende des Berichts, wegen der besseren Übersichtlichkeit, im Zusammenhang angefügt.
Tagespräsident: Herr Waldemar Stemle
Nach dem
Gesundheitssport versammelten wir uns erneut zum Morgenlob, um die
Gebetsgemeinschaft zu vertiefen, die wir an diesen Tagen pflegen. Die
heilige Messe feierten wir im Heiligtum der Familien. Herr Haaga trug die Lesung
vor. In seiner Predigt beschrieb Pater Güthlein die Gestalt der Kirche, wie sie
sich derzeit entwickelt. Es handelt sich um eine Kirche persönlicher
Beziehungen, eine Kirche in der Freude herrscht, wenn sich Getaufte zum
Gottesdienst versammeln. Es ist eine Neugeburt, die zunächst mit Schmerzen
verbunden sein kann. Aber nach vielen Opfern kommt die Freude. Das
Ostergeschehen erinnert uns nachdrücklich an dieses Lebensgesetz.
Im
Anschluss an die heilige Messe setzen wir die Beratungen mit den Berichten von
Herrn Basler fort. Es ist gut, dass Herr Basler jede einzelne apostolische
Initiative würdigt und damit auch zum Ausdruck bringt, dass uns auch kleine
Schritte voranbringen (vgl. S. 33).
Erneut stellte Herr Basler die Frage, ob die wandernde Pilgermutter ein Weg für uns Männer sein könnte. In den Notzeiten habe Pater Kentenich die Gottesmutter stets ins Volk getragen. Einige Männer sind bereits erfolgreich mit Pilgerkreisen aktiv geworden.
Nach
der Mittagspause und der Vorbereitung der Arbeitskreisleiter versammelten sich
die Arbeitskreise erneut. Die Ergebnisse wurden dann am späten Nachmittag im
Plenum vorgetragen.
Als Zentralwerte waren folgende Sätze entdeckt worden:
In vielen Bereichen sind gesellschaftliche Strukturen auseinandergebrochen.
Das Neue ist verdeckt, deshalb Spurensuche und Pilgerheiligtumsapostolat, um Antworten zu geben.
Auf Risiko und Neuanfang einlassen! - Liebe sieht mehr!
Als Inhaltsschwerpunkte wurde für die Jahreslosung daher folgendes vorgeschlagen:
1. Bedrohliche Umbrüche in der heutigen Zeit – als die Herausforderung.
2. Als Werkzeug auf Risiko und Neuanfang einlassen.
3. Die erfahrene Liebe durch Gott im Jetzt ausstrahlen.
Zu Punkt 1. wies Herr Alex darauf hin, dass das
Heiligtum eine Antwort auf die Herausforderungen der Umbrüche sein muss.
Herr Künstler forderte uns zum Aufbruch auf und wandte sich gegen Resignation.
Wir stellen uns dem Umbruch der Zeit jetzt durch Stärkung der Gruppen und der Führerbefähigungen sowie der Kommunikation.
Danach fand noch eine Diözesanführerrunde statt. In dieser Gesprächsrunde wurde eine Aufbruchstimmung festgestellt, die insbesondere auch durch die Vorträge und Predigten wachgerufen worden sei.
Tagespräsident: Herr Joachim Konrad
An diesem vorletzten Tag
unserer Tagung begaben wir uns nach Morgenlob und Frühstück zum Urheiligtum, dem
Ursprungsort Schönstatts.In seiner Predigt knüpfte Pater Güthlein an das Gespräch Jesus
mit Nikodemus an. Die Ansprache, die Nikodemus erfahren hat, findet eine Entsprechung im
Liebesbündnis, das an diesem Ort von P. Kentenich geschlossen wurde. Es ermöglicht uns nicht
bei den Problemen stehen zu bleiben und zu jammern, sondern als neue Menschen in neuer
Gemeinschaft verankert, die Welt christlich zu gestalten.
Nach dem Gottesdienst hielten wir die traditionelle Statio an den Heldengräbern und sangen das Pater-Reinisch-Lied. Die Begegnung mit den Schönstattzeugen, die von der Ewigkeit her unser Wirken unterstützen, gibt uns jährlich Kraft und Zuversicht.
Im Plenum wurden nach Rückkehr der Teilnehmer die Inhaltsschwerpunkte der Jahreslosung von Pater Güthlein gestrafft. Er beschrieb den Umbruch der Zeit, die Orientierungslosigkeit sowie die Angst und Sorgen des modernen Menschen als die Herausforderung für die Arbeit der Männerliga. Dies erfordere Klarheit und Abstand, es bedeutet nicht jammern oder beschwichtigen, sondern jetzt handeln, die Schale bricht - das Neue entsteht auch durch unser Wirken.
Dies verlange bestimmte Haltungen. Wir sind Werkzeuge
Gottes. Als Werkzeuge benötigen wir innere Freiheit. Dies erfordert auch
Loslassen können und die Erkenntnis, das jetzt die Stunde der Berufung ist. Ich
an meinem Ort.
Schließlich ist auf das Fundament zu schauen. Dazu gehört die erfahrene Liebe Gottes im Liebesbündnis. Diese Substanz der Glaubenserfahrung, die wir gerade im vergangenen Jahr durch die Spurensuche neu freigelegt haben, gibt uns die Blickrichtung vor. Gott führt durch Akzentsetzungen. Wo will der Heilige Geist das Zahnrad der Heilsgeschichte weiterdrehen? Deshalb im Umbruch der Zeit jetzt Zeugnis geben!
Auf diese Weise gut gerüstet begaben wir uns noch einmal in die Arbeitskreise um Losungsvorschläge zu entwerfen.
Die Vorschläge lauteten:
Im Umbruch der Zeit die Liebe Gottes bezeugen.
Als Werkzeug jetzt von der Gottesliebe Zeugnis geben.
In Gottes Liebe aufbrechen zu neuen Ufern.
Alle Arbeitskreissprecher wiesen auf die Notwendigkeit hin sich der Zeitsituation aktiv zu stellen. Angesichts des Gleichklangs der Vorschläge war die Diskussion harmonisch. Letztlich wurde die Formulierung - Werkzeug der Liebe Gottes im Umbruch der Zeit - zur Grundlage der Erörterungen. Es wurde dann besprochen, ob noch das Wort „sein“ hinzugefügt werden sollte. Es gehe um die elementaren Akte der Religiosität. Deren Vollzug erfordere Werkzeuge.
Schließlich entschieden wir uns mehrheitlich für die Aufnahme des Wortes „sein“ und hatten damit die Jahreslosung gefunden:
Unmittelbar nach dem herzlichen Beifall für die neue Jahreslosung brachen wir auf, um unseren Vater und Gründer Dank zu sagen für das Geschenk der neuen Jahreslosung. In der Gründerkapelle hielten wir eine kurze Dankandacht.

Anschließend begaben wir uns zum Marienberg zur Gnadenstätte der Männerliga. Wir hielten eine Statio.

Herr Alex gab bekannt, dass die Männergruppe Koblenz ein Band zur Geschichte dieses Ortes erstellen wolle. Er bat um entsprechende Zulieferungen aus den Diözesen. (Vgl. Bericht S. 88)
Danach folgte ein Pilgergang über den Marienberg zum
Taborheiligtum. Jeder Teilnehmer konnte im Heiligtum im stillen Gebet eineBlume
übergeben und in der Andacht stimmten wir uns auf den kommenden Maimonat ein.
Schließlich mauerte Herr Kiwitt noch eine Kapsel hinter dem Grundstein des Wächterhauses ein. Anschließen führte uns Herr Basler durch den Rohbau, der uns sehr beeindruckte. Zur Fertigstellung der Gebäude gibt es noch vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten!
Zurück im Haus der Familie folgte eine weitere Diözesanführerrunde in der wir noch einmal über die inhaltliche Ausrichtung der Männerarbeit sprachen. In diesem Zusammenhang sollten wir uns Ziele setzen. Die Gruppen sind unsere Keimzellen des Glaubens. Sie sollten wachsen! Auch das große Ereignis des Weltjugendtages in Köln 2005 sollten wir im Blick halten.
Nach der getanen Arbeit fand ein gemeinschaftlicher Grillabend statt. Bei guten Steaks und kühlen Getränken konnten wir die Abendstimmung in der üppig blühenden Natur genießen.

Mittwoch 30. April 2003,
„Aussendung“
Tagespräsident: Herr Johann Kiwitt
Zum letzten Mal anlässlich dieser Tagung trafen wir uns zum Morgenlob. Herr Wienold fasste die Tagungsereignisse in eindrucksvoller Weise zusammen.
Nach dem Frühstück informierte uns Herr Basler über die neuesten Entwicklungen und dankte den Teilnehmern für ihre Mitwirkung.
Der Abschlussgottesdienst
fand im Taborheiligtum statt. Pater Güthlein predigte zur Jahreslosung. Im Mittelpunkt standen
die Worte: Im, Der, Sein.
Das „Im“ stehe für die Berufung im Jetzt. Gott auf der Spur sein im Annehmen der Zeitsituation
bedeute sich dem Umbruch zu stellen, im Umbruch zu handeln.
Das Wort „Der“ bezeichne einen Genitiv und bedeute ein Sich-zur-Verfügung-stellen also
Werkzeuglichkeit.
Das Wort „Sein“ stehe für Authenzität, die Eigenverantwortlichkeit und das
Selbstsein. Ich bin das Werkzeug.
Die Kommunion empfingen wir unter beiderlei Gestalten.
Das abschließende Mittagessen im Haus der Familien bot uns Gelegenheit, den Tagungsverlauf noch einmal in der Tischgemeinschaft zu bedenken.
An dieser Stelle sollen nun auch die wesentlichen Ergebnisse der Diözesanführerrunde veröffentlicht werden. Alle Entscheidungen fielen einmütig.
1. Das Wächterhaus soll die Postanschrift „Haus Tabor“ erhalten.
2. Es soll versucht werden einen Internetauftritt für die Männerliga über das PressOffice einzurichten.
3. Ein Vorschlag zu einer Grundsteinurkunde für das Romheiligtum soll erarbeitet werden.
4. Herr Thyrian hatte bisher mit Herrn Baumeister eine jährliche Finanzprüfung des Sekretariates vorgenommen. 2003 nahm er diese alleine vor und gab einen positiven Bericht. In Zukunft wird er es zusammen mit Herrn Wünstel tun.
5. Die nächste Führertagung findet vom 23. bis zum 27. April 2004 in der Sonnenau statt.
6.
Das Programm für die Führertagung wird in Zukunft geändert:
1. Tag: Antwort geben auf die Diözesan- und Gruppenberichte
2. Tag: Schulungsreferate und Auswertung
3. Tag: Erarbeitung der Jahreslosung
7. Für das Vorbereitungsteam der Führertagung wird ein ganzer Tag eingeplant.
8. Die Bündnisandachten vor Ort sollen von den Männern verstärkt unterstützt werden.
Am Ende soll der Dank für die Verantwortlichen stehen, die durch eine gute Vorbereitung den guten Verlauf der Tagung bewirkt haben und uns die Hoffnung geben, das auch im Umbruch der Zeit der Dreifaltige Gott und die liebe MTA uns im Bündnis zur Seite stehen.
Deo gratias!
MTA gratias!