Mitgliedertagung der Schönstatt-Männerliga im Haus der Familien vom 11. bis 13. Juli 2003

Freitag, 11. Juli 2003

In diesem Jahr trafen sich fast ein Dutzend Mitglieder bzw. Anwärter zu dem jährlichen Mitgliedertreffen im Haus der Familien in Schönstatt.

Das Treffen stand im Zeichen der Jahreslosung.

Die Eröffnungsmesse fand traditionsgemäß im Taborheiligtum statt. Pater Güthlein, der erstmalig die Tagung geistlich begleitete, würdigte in seiner Predigt den heiligen Benedikt. Seine Klöster waren Energiefelder. Männer begeben sich in diesen Tagen in ein Energiefeld vergleichbar mit einem Magnetfeld und richten sich wie Eisenspäne zum Magnet. Angezogen vom Energiefeld des Tabor und der entstehenden Häuser ist die Tagung für uns Männer ein Orientierungspunkt. Eine gesunde Distanz zu den weltlichen Dingen ausgedrückt in der benediktinischen Regel ora et labora befähigt in das Energiefeld hineinzukommen und im Umbruch der Zeit Werkzeug der Liebe Gottes zu sein.

Nach der heiligen Messe begaben wir uns in das Haus der Familien zum ersten gemeinsamen Abendessen in dessen Verlauf ein intensiver Gedankenaustausch möglich wurde.

Beim anschließenden Besuch im Pater-Kentenich-Haus wurden Bilder und Ereignisse aus dem Leben unseres Vaters und Gründers wachgerufen, die uns vertraut waren und viele schon lange Zeit begleitet hatten. Wir sahen den Film „Nicht nur sonntags“, der uns ein Verständnis für Werktagsheiligkeit und Werktagsfömmigkeit vermittelte. Pater Güthlein erläuterte den 2. Meilenstein (Entscheidung für Dachau) und gab einige Anregungen dazu.
Den Abschluss des Tages bildete das Abendgebet vor der Statue, vor der der achteinhalbjährige Josef Kentenich die Weihe an Maria mitvollzog.
Aus unserer Weihe sollen wir die Kraft schöpfen, uns zur Verfügung zu stellen, um Werkzeug der Liebe Gottes zu sein.

Tief beeindruckend war die Besichtigung der im Pater-Kentenich-Haus nachgebauten winzigen Zelle der Gestapohaft, in der Pater Kentenich vier Wochen verbringen musste. Die Zelle war ehemals ein Sicherheitstresor. Fußboden, Wände und Decke bestanden aus Beton. Schlecht bestellt war die Zufuhr frischer Luft. Am 18. Oktober 1941 öffnete sich die Tür und er wurde in das Untersuchungsgefängnis verlegt.
Pater Kentenichs Entscheidung am 20. Januar 1942, sich nicht ein zweites Mal untersuchen zu lassen, um vielleicht dem Konzentrationslager zu entgehen, mit der Begründung: „Die Antwort verstehe bitte aus dem Glauben an die Realität der Übernatur und an die Schicksalsverwobenheit der Glieder unserer Familie“, ließ uns seine vorsehungsgläubige Haltung als ein einzigartiges Zeugnis für den christlich-marianischen Glauben erfahren.

 

Samstag, 12. Juli 2003

Das Morgengebet wurde in der Hauskapelle gestaltet. Danach nahmen wir das Frühstück in der frohen Erwartung eines ereignisreichen Tages ein.

Die heilige Messe feierten wir im Urheiligtum. In seiner Predigt griff Pater Güthlein noch einmal den Vorsehungsglauben auf, an den wir auch in dem Evangelium von den Sperlingen erinnert werden von denen keiner zur Erde fällt ohne den Willen des Vaters (vgl. Matthäus 10,30).

Es ist unser Apostolat den heutigen Alltag immer wieder mit Gott in Verbindung zu bringen. Hierin vorbildlich waren Josef Engling und Pater Franz Reinisch.
An den Heldengräbern gedachten wir dieser Vorbilder im Glauben mit einer Statio. Wir sangen das Sterbelied Pater Reinischs.

Nach der Rückkehr in das Haus der Familien begann die Schulung mit dem Impuls „Die Wurzeln unserer Werkzeugfrömmigkeit“. Anhand von Bildern auf Karten versuchten wir zu entdecken, wofür wir von der Gottesmutter gebraucht werden. Mit einem Text zur Werkzeugfrömmigkeit wurden dann drei Gesprächskreise zu jeweils einer Textstelle gestaltet.

 

Beispielhaft werden folgende Sätze aus dem Text zitiert: Um für Gott ein brauchbares Werkzeug zu sein, geht es zuerst um eine „ganzheitliche Lösung von sich selber“. Es gilt, sich von allem Eigensinn und kranker Eigenwilligkeit zu lösen. Im Bemühen um Blankovollmacht und Inscriptio will ein Höchstmaß der Loslösung von egoistischen Strebungen und Ängsten angezielt werden. Ziel ist es, ganz frei zu werden für Gott und Göttliches.

Nach dem Mittagessen und Kaffee (Dank an dieser Stelle, den Menschen, die die Mahlzeiten so gut zubereiteten) hörten wir den Vortrag von Pater Güthlein:
„Den heutigen Alltag meistern - im Umbruch der Zeit Werkzeug Gottes sein“.
Im Mittelpunkt stand zunächst die Begriffsklärung: Bündnisfrömmigkeit –Werktagsheiligkeit – Werkzeugfrömmigkeit.

Bündnisfrömmigkeit steht im Zusammenhang mit den beziehungsreichen von Liebe geprägten Bindungen , die durch das Liebesbündnis mit der MTA geschenkt werden.

Werktagsheiligkeit stellt die Gestaltung des Alltags aus der Spiritualität Schönstatts in ihrer je eigenen originellen Konkretisierung heraus.

Schließlich ist die Werkzeugfrömmigkeit auf unsere Verfügbarkeit und das Motiv unseres Wirkens, auf die Sendung, ja letztlich auf das apostolische Wirken als Lebensaufgabe gerichtet.

Wer kann uns gebrauchen? Jede Kleinigkeit ist ein Teil des Wirken Gottes und jeder hat seine Art, seinen Weg!

Im Arbeitskreis befassten wir uns mit einer „Kletterwand“. Wir durften an den auf dem Arbeitspapier symbolisch aufgemalten Kletterhaken notieren, was uns im Leben hält. Jeder Teilnehmer gab ein persönliches Zeugnis und nannte natürliche und übernatürliche Dinge, die ihn im Leben stärken.

In diesen Gesprächskreisen entdeckten wir Gottes Spur in unserem Leben und in den Erlebnissen unserer Glaubensbrüder. Ein wahrhaftiges Zeugnis von echter Glaubensfreude wurde den Teilnehmern geschenkt. Der Glaube in seiner schönstättischen Prägung und die Schöpfung mit ihrem Reichtum wurden vorrangig genannt.

In der anschließenden Diskussion spürte jeder, dass gerade der gemeinsame Gedanken- und Erfahrungsaustausch uns auch den Werkzeugsgedanken näher zu bringen geeignet ist.

Als Ergebnis kann festgehalten werden: Es geht um die Lust das Tun in das Wirken der Gottesmutter zu stellen.

Nach dem Abendessen pilgerten wir betend zum Taborheiligtum und hielten mit Pater Güthlein eine eucharistische Andacht. Nach der Andacht und dem Abendgebet, sowie einem Blick auf die Baustelle des Wächterhauses durften wir gemeinsam im schönen Abendlicht eine frohe Singrunde vor dem Taborheiligtum, beim brennenden Feuerbecken erleben.

Sonntag, 13. Juli 2003

Nach dem Morgengebet und dem Frühstück hörten wir die Vorträge von Marienbruder Arendes.

Herr Arendes schilderte eindrucksvoll wie im Leben Pozzobons der Werkzeuggedanke existierte und brachte uns auf diese Weise nahe, dass kein fruchtbares
Apostolat ohne Opfer und Verzicht möglich ist. Ein glückliches Leben gewachsen im Apostolat, reich gesegnet durch wahre Glaubensfreude stand vor uns, dass unser Sendungsbewusstsein gerade heute inspirieren kann. Er war Werkzeug Mariens.

Im historischen und sozialen Kontext geht es stets um die Entscheidung zwischen Glauben und Unglauben, um den Kampf zwischen Christ und Antichrist.

Heute besteht die Gefahr besonders darin, dass die Existenz des Teufels nicht mehr anerkannt wird. Dabei wird gerade heute versucht, alles zu entwerten, wobei gleichzeitig eine absolute Fixierung auf das Diesseits erfolgt. Dies ist Folge der Hinwendung zu Rationalismus, Evolution, Psychoanalyse und Marxismus.

Dagegen steht das Liebesbündnis mit der MTA! Gelebt und entfaltet durch ein herausragendes Apostolat durch João Luiz Pozzobon. Er verkündete die Botschaft der MTA bis zum letzten Schritt.

Für seine Vorträge erhielt Herr Arendes großen Beifall.

Schön, dass wir nach dem anschließenden Mittagessen wieder zum Taborheiligtum aufbrechen durften. Pater Güthlein feierte mit uns die Abschlussmesse mit Kommunion unter beiderlei Gestalten.

Wofür will Gott uns gebrauchen? Diese Frage stand über dieser Tagung und jeder von uns ist berufen, seinen je eigenen Weg mit Christus und Maria zu finden.

Voll Dankbarkeit und Freude verabschiedeten
wir uns nach der heiligen Messe voneinander.

MTA gratias

Deo gratias