Predigt an der Männerwallfahrt von
Pf.Wachter
Der
schmerzhafte Rosenkranz, Jahr des Rosenkranzes und der Bibel – Spuren Gottes
in Freud und Leid!
Liebe Kinder und Jugendliche!
Liebe
Wallfahrer zur Männerwallfahrt und liebe Marienschwestern!
Liebe
Schwestern und Brüder in Christus und Maria!
Im
Jahre 1683 standen damals die islamischen Heere vor der kaiserlichen
Hauptstadt Europas. Die Anrufung Mariens und das Gebet wurde zum Schlachtruf für
das christliche Heer. Die Zeitgenossen haben erspürt: Ursache des Sieges war
letztlich ihre Hilfe, denn militärisch gesehen war ein Sieg über die Türken
nicht möglich. Das Vertrauen auf Maria hat Kräfte freigesetzt.
So
wie schon zuvor bei der wichtigen Seeschlacht von Lepanto, woher auch bis heute
das Rosenkranzfest seinen Ursprung hat.
Wieder einmal schaut die Welt kurz vor dem 2. Jahrestag der schrecklichen
Ereignisse vom 11. September 2001 in New York und Washington, und wie dieser
Tage jetzt in Saudi Arabien, auf - Gewalten des Bösen und der Zerstörung -,
die so viel Unheil und Tod über die Menschheit bringen können.
Wiederum werden diese zerstörerischen Kräfte mobilisiert durch eine Form des
Islams, der diese Weltreligion missbraucht und den Namen Gottes blasphemisch
missbraucht und durch politische Ziele schändet. Auch in der Geschichte des
Abendlandes ist dies immer wieder einmal geschehen.
Liebe Mitchristen, lassen sie mich zu Beginn noch
einige weitere Probleme unserer Zeit in den Blick nehmen:
Die
gesellschaftliche Situation hat sich in den letzten zehn Jahren dramatisch verändert.
Das Bündnis von Christentum und Gesellschaft als tragende Idee Europas scheint
in Auflösung begriffen zu sein. Die Distanz zwischen der Kirche und den
gesellschaftlichen Trends hat zugenommen. Bei einer Emnid-Umfrage kommt die
Kirche unter die letzten 4 Einrichtungen zu der die Leute vertrauen hätten. Nur
noch 8 % haben ein richtiges Vertrauen in die Kirche. Als Argument geben sie an,
die Kirche sei wie der Staat nur noch eine Organisation und hinter dem Geld her.
So bläst in unserem Land der Kirche heute der Wind schärfer ins
Gesicht. Grundlegende christliche Wertvorstellungen finden heute weniger Konsens
als noch vor zehn und zwanzig Jahren. Ich erinnere nur an den verminderten
Schutz des Lebens, besonders des Lebens der ungeborenen Kinder, an den Wert von
Ehe und Familie, an die Heiligung der Sonn- und Feiertage.
Gleichzeitig
haben die sozialen und gesellschaftlichen Probleme zugenommen. Ich denke vor
allem an das Problem der Arbeitslosigkeit, besonders die vielen Jugendlichen,
die keine Arbeit finden. Auf der internationalen Ebene versetzt uns der Krieg
mit seinen Folgen im Irak und Kongo, Terroranschläge, weltweit in große
Unruhe.
Die ungeheuerliche Verletzung der Menschenwürde und der Menschenrechte
und das Elend Hunderttausender schreien zum Himmel. Wir spüren: Der Weltfriede
ist alles andere als gesichert.
Wir erleben also eine Welt die soviel leidvolle Gesichter hat.
Erdbeben,
in den verschiedensten Regionen der Welt, Vulkanausbrüche, Naturkatastrophen
wie Unwetter (wie bei den Stürmen und Gewittern in den letzten Tagen) und
Hochwasser zeigen an, wie hilflos und abhängig wir Menschen selbst in unserem
technischen Zeitalter noch sind.
Schicksalsschläge verschiedenster Art und Krankheiten aus „heiterem“
Himmel lähmen viele.
Tiefe
Trauer nach dem Tod eines nahestehenden Menschen will durchlitten sein. Jede
Scheidung reißt tiefe Wunden bei den Ex-Partnern und bei den auseinandergerissenen
Kindern. Selbst in geglückten Beziehungen gibt es die Erfahrung des Nichterfülltseins.
Junge und alte Menschen erfahren oft Einsamkeit und Unverstandensein. Sündige
Menschen zerstören das Glück anderer durch fahrlässige Autounfälle, durch
sexuellen Missbrauch (selbst in den eigenen Familien), durch brutale Gewalt
oder durch Alkoholabhängigkeit.
Ohnmächtig scheint der Mensch dem Leid ausgeliefert zu sein. Moderne Menschen
tun sich schwer damit, dem Leid Sinn abzuringen.
Vielmehr tickt beim Krebskranken die Lebensuhr, von dessen Schmerzen ganz zu
schweigen.
Oder: Es peinigt den Witwer die Frage, wie das Leben mit den zwei Kindern
überhaupt weitergehen kann, nachdem ein Verkehrsunfall die mit dem dritten Kind
schwangere Gattin hinweggerafft hat.
Nur Einzelschicksale? Keineswegs! –
Tag für Tag überfallen uns ebenfalls die nummerisch großen
Schreckensmeldungen. Und was werden die „Nachrichten“ morgen bringen?
Liebe
Mitchristen!
Wir
leben in einer beschleunigten Zeit, in der die Beweglichsten, die Flexibelsten,
die Anpassungsschnellsten gewinnen. Alle anderen bleiben zurück und haben das
Nach-Sehen.
In diese Situationen hinein ruft der Heilige Vater,
Papst Johannes Paul II., ein Rosenkranzjahr aus und zugleich wird das ökumenische
Jahr der Bibel in den Blick genommen.
Kann
es da noch eine normale Antwort geben. Sind wir nicht die ewigen Träumer, die
ewig Gestrigen?
“Ich
bin ein großer Theologe, ein mündiger Christ, der die Bibel mit vollen Lungen
einsaugt und die Liturgie aus allen Poren schwitzt, und mir rät man den
Rosenkranz an?”
Diese Aussage legt der lächelnde Papst Johannes Paul I. einem „modernen“
Christen in den Mund, der das Rosenkranzgebet als „überholte Tradition“
ablehnt - und man könnte hinzufügen: der Rosenkranz ist „langweilig“, ein
„Altweibergebet“, er verfällt dem Leistungs- und Zahlendenken, huldigt
magischen und einfältigen Vorstellungen ...
Mit seinem eigenen Beispiel gibt der „Papst des Lächelns“ Antwort: Johannes
Paul I. war ein überzeugter, begeisterter Rosenkranzbeter. Auch die anderen Päpste
des letzten Jahrhunderts haben den Rosenkranz hochgeschätzt, von Papst Leo
XIII. bis zu unserem gegenwärtigen Heiligen Vater Johannes Paul II., der den
Rosenkranz sein „Lieblingsgebet“ nennt, und daher sogar eine eigene
Enzyklika über den Rosenkranz im letzten Oktober 2002 veröffentlicht hat.
Wir
haben also ein Rosenkranzjahr. Der Rosenkranz soll in den Blick genommen werden.
Nach
einer „marianischen Eiszeit“, die vielerorts um die Mitte der sechziger
Jahre manch kostbare Blüte katholischer Marienfrömmigkeit ersterben ließ,
finden in unseren Tagen viele Gläubige zu einem neuen Verständnis des
Rosenkranzes. Sie erkennen das Rosenkranzgebet als Chance religiöser
Vertiefung, überzeugender Sinngebung und geistlich erfüllter Stille.
Wer
den Rosenkranz - in seinen Anfängen auf den Kartäusermönch Adolf von Essen
(um 1375-1439) zurückgehend - in der rechten Weise zu beten beginnt, wird ihn
bald hochschätzen und nicht mehr missen wollen.
In
seinem Rundschreiben nennt Papst Johannes Paul II. ein wichtiges
Merkmal des richtig verstandenen Rosenkranzgebetes. Es soll „das wichtige
Anliegen der
Betrachtung des Christusgeheimnisses fördern, ... als eine Kunst des Gebetes,
und unsere christlichen Gemeinden echte Schulen des Gebetes werden.“ (RVM S.
9)
Der
Rosenkranz mit den 15 Haupt-Heilsgeheimnissen um Jesus Christus und Maria ist
ein biblisches Gebet, es nährt sich von der Heiligen Schrift. Seine
Betrachtungen sind in ihrer Gesamtheit nichts anderes als Grundaussagen der
Evangelien, eine Zusammenschau neutestamentlichen Glaubens, ein kurzgefasstes
Evangelium, „eine im Gebet zusammengefasste Bibel, die die Seele erbaut“
(Papst Johannes Paul I.).
„Die
Evangelien messen den Geheimnissen des Leidens Christi große Bedeutung zu.
Immer
schon hat sich die christliche Frömmigkeit, besonders in der Fastenzeit,
mittels der Übung des Kreuzweges den einzelnen Momenten der Passion
zugewandt, in denen sie den Höhepunkt der Offenbarung der Liebe und die
Quelle unseres Heiles erahnt. Der Rosenkranz wählt einige Momente der Passion
aus und veranlasst so den Betenden, den Blick seines Herzens darauf auszurichten
und danach zu leben. ...
Der Sohn nimmt es auf sich, zum Vater zu sagen: „Nicht mein, sondern Dein
Wille soll geschehen“ (Lk 22,42 par.). Es kostet ihn so blutiger Schweiß.
Wie viel ihn diese Einwilligung in den Willen des Vaters gekostet haben mag,
geht aus den folgenden Geheimnissen hervor, in denen er mit der Geißelung, der
Dornenkrönung, dem Weg nach Golgotha und schließlich seinem Kreuzestod die
tiefste Erniedrigung erleidet: Ecce homo!
Die schmerzhaften Geheimnisse führen den Glaubenden
dazu, den Tod Christi nachzuleben, indem er sich neben Maria unter das Kreuz
stellt, um mit ihr in die Tiefe der Liebe Gottes für den Menschen einzudringen
und daraus die ganze neubelebende Kraft zu erfahren.” (RVM S. 25)
Liebe
Wallfahrer!
(Nicht
nur wir beten, wir leben den lebendigen Rosenkranz)
So
sagt unser verehrter Vater Pater Joseph Kentenich:
“Der
Rosenkranz ist eigentlich das Spiegelbild unseres ganzen Lebens. Unser eigenes
Leben spiegelt sich darin wider. Es gibt einen schmerzhaften Rosenkranz.
Ich
glaube, den verstehen wir am besten. Gibt es auch viele Schmerzen in unserem
Leben? Es gibt einen freudenreichen. Gibt es auch viele Freuden in unserem
Leben? Es gibt auch einen glorreichen Rosenkranz. Wir hoffen, dass unser Leben
mit seinem Wechsel von Freud und Leid einmal ausschwingt in der Glorie. Alles,
was in unserem Leben vorkommt, das sehen wir hier in höherem Licht, unser
Leid - schmerzhafter Rosenkranz.
Ich
meine, das wäre gar nicht einmal anmaßend, wenn Sie für sich einmal jedes Gesätz
durchgingen und Ihr Leben damit vergleichen.
Können
Sie verstehen, dass das Beziehung zu meinem Leben hat? Oder was Sie im
Rosenkranz sehen, sehen Sie auch im Kreuzweg. Das macht den Kreuzweg so
fruchtbar, dass ich mein Leben in ihm wiederfinde. Auch in meinem Leben!”
(P.K.:
Wir beten den Rosenkranz – wir leben den Rosenkranz. S.13)
„zum
Tode verurteilt ...“, „er wird gegeißelt und verspottet ...“, ... „er
nimmt das Kreuz auf seine Schultern...“, „und er wird gekreuzigt und
stirbt dabei”.
Kreuzesnachfolge
heute geschieht auch dann, wenn wir etwa von einer unheimlichen Krankheit
befallen oder von einem Unglücksfall getroffen werden.
Auch
so kommen wir ans Kreuz und können oft nur noch mit dem sterbenden Jesus
schreien: »Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?«
Wo Gott
sich angesichts solch unsäglichen Leidens ins Dunkel entzieht, da bleibt uns
Christen nur eines übrig: einander betend in jenen klagenden Schrei hinüber
helfen: »Dein Wille, Herr, geschehe, auch wenn ich nicht verstehe.«
Wo das
Einschwingen in diesen Schrei gelingt, da ist auch dem fürchterlichsten
Leiden sein Stachel genommen, da geschieht christliche Ergebung.
Daher, liebe Zuhörer, möchte ich es an einem echten Beispiel deutlich machen!
Herbert
B. erfuhr am Telefon, dass er Vater eines Jungen geworden sei. Als er seine Frau
im Spital besuchen wollte, nahm ihn die Stationsschwester beiseite, führte ihn
in ein Zimmer, von dem aus er durch eine Glasscheibe seinen Sohn sah.
Ganz
sachlich erklärte ihm der Arzt: »Ihr Kind ist ohne Ohren geboren; es kann auch
nicht schlucken. Sein Mund öffnet sich nur zu einem winzigen Spalt.
Kirschkerngroß! Sein Kieferknochen ist verkürzt. Wir müssen sofort operieren.
Sie müssen auch damit rechnen, dass Ihr Kind mongoloid ist.«
Der Vater
sah das verunstaltete, hässliche Gesicht. Er wollte es nicht wahrhaben, dass
dies sein Sohn sein sollte.
Herbert B. ging zu seiner Frau. Sie weinten zusammen und stellten immer wieder
die Frage: Warum? Warum gerade wir? Sie überlegten, ob etwas Auffälliges während
der Schwangerschaft gewesen sei, ob in ihrer Familie so etwas vorgekommen
sei. Sie konnten es sich nicht erklären; auch die Ärzte konnten ihnen keine
Erklärung geben.
Vierundzwanzig Stunden später kommt Herbert B. wieder ins Spital. Seine Augen
leuchten wieder. - Er sagt zu seiner Frau: »Mein Sohn soll leben. Er soll
sehen, dass er einen Vater hat. Ich fürchte die anderen Menschen und das, was
sie sagen werden, nicht mehr.
Ich dachte immer wieder an einen Vers aus der Bibel: >Er hatte keine Gestalt
und keine Schönheit, er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm
verbarg.<
Und irgend
etwas Besonderes, dachte ich, muss doch mein Kind zum Ausgleich auch haben.«
Der Vater
Herbert B. vermochte nach einer Nacht des Weinens und Ringens in seinem kranken,
verunstalteten Kind den leidenden Gottesknecht, den geschundenen Jesus zu
sehen - und konnte dieses grausame Los plötzlich annehmen.
Sehen sie hier die Parallele zu Christus, zum
schmerzhaften Christus!
Daher sagt
uns Pater Kentenich:
“Wir
beten nicht nur den Rosenkranz, wir leben den Rosenkranz.
Kreuz
und Leid in meinem Leben will ich so tragen, wie der schmerzhafte Rosenkranz
das darstellt. Wie hat der Heiland, wie die Gottesmutter Kreuz und Leid
getragen? Es ist manchmal so, es tut uns leid, wir haben so viel irdische
Sorgen, aber wir möchten für den lieben Gott auch etwas tun.“
Manche
sagen auch: Hätte ich es noch mal zu tun, würde ich Schwester. Schwester der
Gottesmutter können wir werden.
Wissen
Sie, was das heißt, den lebendigen Rosenkranz zu leben? Es gibt auch ein
inneres Leid. Wenn wir das Schmerzliche in unserem Leben so tragen wie die
Gottesmutter, dann sind wir Marienschwester, Marienbruder, kleine Maria‘s.
Darum, wir wollen ihn nicht nur beten, sondern wir wollen ihn darstellen.
Das darf ich Ihnen sagen, wenn Sie Ihr Leid so tragen, wie der schmerzhafte
Rosenkranz das darstellt, dann werde ich Sie zu meinen Bundesgenossen machen.
Dann mögen Sie reich sein an irdischen Gütern oder nicht, dann sind Sie reich.
Unser Leid zu tragen als Beitrag zum Gnadenkapital, was heißt das?
Wir
bitten die Gottesmutter, dass wir auf diese Weise als lebendiger Rosenkranz sie
herunterziehen dürfen.
Er,
Pater Kentenich, sagt uns weiter:
„Ich
weiß nicht, ob sie meinen Gedankengang verstanden haben. Wir leiden so, wie
der schmerzhafte Rosenkranz das zeigt, wir freuen uns aber auch, wie der
freudenreiche Rosenkranz das lehrt.
Neben
dem Leid hat es auch Freuden gegeben bei der Gottesmutter und dann die
Hoffnung auf eine unendliche Glorie. Es wird ja doch einmal schön, wenn wir uns
im Himmel wiedersehen. Ich hoffe, dass wir uns dann alle dort wiedersehen...“
„Ich meine“,
so Pater Kentenich, „hätte ich es Ihnen jetzt deutlich gesagt“.
Da waren jetzt alle Lebensfragen drin enthalten.
Schön wäre
es ja auch, wenn wir hier und da schon mal ein Buch studieren könnten. Wir
haben auch ein Buch, das wir alle täglich studieren: Das ist der große
Rosenkranz.
Unsere Eltern hatten vielleicht nicht viele Güter, aber sie hatten ein großes
Buch, vielleicht die Heiligenlegende oder die Heilige Schrift. Wir haben auch
ein Buch, einen Rosenkranz mit großen Buchstaben. So weit die Aussagen Pater
Kentenichs in einer Ansprache in Argentinien.
Liebe Mitchristen!
Im
Rosenkranzgebet vereinigen wir uns mit Maria wie die Apostel, die sich nach
der Himmelfahrt Christi im Abendmahlsaal versammelten und mit ihr beteten.
Die „Gesätze“ des Rosenkranzes stellen uns Begebenheiten aus dem Leben Jesu
Christi vor Augen.
In harmonischer Folge führt der Rosenkranz uns in die wichtigsten
Heilsereignisse ein.
Wenn wir Maria, die Mutter des Herrn, preisen und sie um ihre Fürbitte anrufen,
erweisen wir auch ihrem göttlichen Sohn die Ehre. Die einzelnen „Gegrüßet
seist Du, Maria“ sind wie ein Rahmen, der das Bild Jesu Christi umschließt.
Jedes „Ave“ kreist um das Wort „Jesus“ und bringt immer neu das
Leitmotiv zum Klingen: „,Durch Maria zu Jesus”.
Der Rosenkranz ist zutiefst Christusgebet, Christusbegegnung.
Durch das Rosenkranzgebet durfte die Christenheit in den vergangenen
Jahrhunderten Schutz und himmlischen Beistand erfahren, der Rosenkranz ist auch
heute Hilfe und Heilmittel für Kirche und Welt.
Der Rosenkranzbeter trägt in sein Beten die persönlichen Anliegen hinein, aber
auch die Sorgen und Nöte der Mitmenschen, unseres Volkes, unserer Kirche,
unserer Welt.
Liebe Zuhörer!
In
der Tiefe marianischen Betens vertrauen wir der Rosenkranzkönigin auch die
Stunde unseres Sterbens an. Eine Krankenschwester berichtete von einem
Sterbenden, der unter einem Sauerstoffzelt lag. Unter keinen Umständen wollte
er den Rosenkranz aus seinen Händen geben. Er wiederholte immer wieder: „An
dem halte ich mich fest“. „Am Rosenkranz halte ich mich fest“, das soll für
uns nicht erst in der Todesnot gelten, sondern jetzt schon während unserer
Pilgerschaft auf Erden. Das Rosenkranzjahr lädt ein, uns wieder auf das
Rosenkranzgebet zu besinnen, ihn mit neuem Eifer allein, in den Familien, in der
Gemeinschaft der Mitchristen zu beten und andere dafür zu gewinnen.
Es
geht also für uns darum, dass wir bei Christus bleiben, dem Leidenden, so wie
Maria bei ihm geblieben ist. Um so wie sie bei ihm bleiben zu können, müssen
wir aber bei ihr bleiben - mit Maria können wir bei Christus bleiben:
„Es
standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter;
Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala, sowie der Jünger; den er
liebte” (Joh 19,25 f.).
Hierzu
kann uns die Betrachtung des schmerzhaften Rosenkranzes und des
Mariengeheimnisses immer wieder helfen.
Liebe Mitchristen, lassen sie mich zum Ende kommen!
Es
wird berichtet, dass der große Altkanzler Konrad Adenauer, vor großen
Entscheidungen immer gebetet haben soll. Von diesem Kanzler stamme auch das
Wort: „Weltgeschichte wird nicht in den Hauptstädten der Welt gemacht,
sondern an den Gebetsstätten und Wallfahrtsorten der Welt.”
Orte,
wo der Rosenkranz gebetet wird.
Der
große heilige Bernhard von Clairvaux, der Berater von Königen und Kaisern zu
seiner Zeit, sagt: „In Gefahren, Ängsten und Zweifeln - denk an Maria. Wenn
du spürst, dass dieses Erdenleben mehr ein Dahintreiben in Wellen, Wind und
Wetter ist als ein Dahinschreiten auf festem Land - ruf zu Maria.
Wenn die Sturmwinde der Versuchung daherbrausen, wenn dich schleudern die
Wogen des Stolzes, des Ehrgeizes, der Eifersucht - ruf zu Maria. Wenn Zorn,
Habsucht oder die Begierden des Fleisches deine Seele erschüttern - blick auf
zu Maria.”
So
beten sie ihn, den Rosenkranz, mit all seinen Geheimnissen, aber besonders den
Schmerzhaften, denn da ist uns der Herr Jesus Christus und seine Mutter Maria
besonders nahe. Wenn wir in dieser Haltung beten, dann erfahren wir eine Freude
im Herzen, wie Maria. Sie ist die Ursache unserer Freude, da sie uns zu ihrem
Sohn Jesus Christus führt. Sie, die Gottesmutter Maria, die Dreimal wunderbare
Mutter, Siegerin und Königin von Schönstatt, ist die Tochter des Vaters, die
Mutter des Sohnes und die Braut des Heiligen Geistes. So kommen wir zum
Tagesgeheimnis der Heiligsten Dreifaltigkeit. Amen.