
Vom
28.9. – 8.10.2003 waren wir zu viert aus unserer Männerligagruppe mit dem
Fahrrad auf Kevelaer- und Heiligtums- Pilgerfahrt. Die einzelnen Etappen waren
unterschiedlich lang, maximal ca. 100 km, insgesamt sind wir etwa 660km
gefahren. Der nachfolgende Bericht zeigt unsere Pilgerfahrt besonders unter
dem Aspekt des Vorsehungsglaubens und wie wir die Sorge unserer himmlischen
Mutter immer wieder erlebten.
Zur
Gestaltung unserer Pilgerfahrt gehörte ein gemeinsames Morgen- und Abendgebet,
wenn möglich im Heiligtum.
Mittags
beteten wir an einem Bildstock oder Kreuz den Angelus.
Daneben
bemühten wir uns gerade auch im beginnenden Oktober unterwegs gemeinsam
ein Gesätz Rosenkranz zu beten; nach einer kurzen Einstimmung betete dann
jeder das Gesätz in Stille beim Weiterfahren.
Dazu
hatten wir fast jeden Tag die Möglichkeit die heilige Messe mitzufeiern.
Immer
interessanter wurde für uns unterwegs zu sehen, wie jedes Heiligtum seine ganz
besondere Sendung hat und wie sich diese Sendungen gegenseitig ergänzen und
befruchten.
Wir fuhren am Sonntag, 28.9. mittags in Weiskirchen nach
einer kurzen Statio von unserem Heiligtum, dem Heiligtum
der Werktagsheiligkeit los zu unserem Mainzer
Dom und dann weiter nach Wiesbaden-Freudenberg, an das Heiligtum
der Vatertreue.
Die
Fürsorge unserer himmlischen Reiseleitung wurde uns schon an diesem ersten Tag
bewußt: In Mainz durften wir quasi als letzte noch in den Dom, bevor er
geschlossen wurde. Kurz nachdem wir auf dem Freudenberg unser Quartier
bezogen hatten, begann es zu regnen.
Der
zweite Tag verlangte mehr von uns. Wir fuhren bei anfangs unangenehmen Gegenwind
das Rheintal entlang Richtung Schönstatt. Bedingt durch eine gebrochene Speiche
mit entsprechendem Aufenthalt in einer Werkstatt und den Wind kamen recht
langsam voran und waren gegen 17Uhr noch vor Boppard. Die Entscheidung, im Sinne
des Pilgerns doch zumindest bis Koblenz weiterzufahren und und nicht das
schnellere Schiff zu nehmen, war nicht einfach; doch danach lies der Gegenwind
nach und wir kamen auf einmal relativ zügig nach Koblenz. Da das letzte Schiff
nach Vallendar aber schon lange weg war, nahmen wir nur die Fähre nach
Ehrenbreitstein und fuhren dann direkt mit dem Rad weiter. Gegen 19:15 kamen wir
dann erschöpft, aber glücklich am Urheiligtum an. Es war zu unserer Freude
noch offen, und so konnten wir uns im Urheiligtum noch für die Reisebegleitung
bedanken. Erst danach quartierten wir uns im Josefhaus ein.
Nach der Messe im Urheiligtum am Dienstag morgen und
dem Frühstück nahm uns Herr Basler in seinem Auto mit auf den Marienberg
(ging schneller als mit dem Rad), da wir in Schönstatt auch unser
Taborheiligtum besuchen wollten. Dort ermunterte uns dann Herr Basler, uns bei
unserer Heiligtumsfahrt auch auf die Sendung der einzelnen Heiligtümer
einzulassen.
So
wies er uns auf die Bedeutung des Erzengelfestes am Vortag, dem 29.9., und seine
Bedeutung für das Heiligtum hin: An diesem Tag wurde das Gelände, auf dem
heute das Taborheiligtum steht, als erstes Gelände auf dem Marienberg
gekauft und auch vom Gründer gesegnet. Nach vielen Anläufen an den verschiedensten
Standorten auf dem Marienberg wurde es dann genau auf diesem Grundstück gebaut
!!. Das Heiligtum kündet uns die Mannessendung: puer et pater, Kind und Vater, Kind vor Gott, Vater vor der Welt.
Wir wollen von hier aus den neuen Mann, den neuen Vater in der neuen
Gemeinschaft formen.
Das
Zusammenspiel der verheirateten und unverheirateten Männer mit ihrer je
eigenen Lebensweise wurde dann am nächsten Morgen auf dem Kreuzberg in Bonn am Heiligtum
des Weltapostolates deutlich. Die dortige Arbeit lebt aus dieser
Sendung und verbindet sie mit der Mannessendung. Dabei werden für den
katholischen Mann drei klassische Lebensentwürfe gesehen: Vater in der Familie
(als Familienvater und Integrator), Vater in der Kirche (geweihter Priester und
Konsekrator), Vater in der Welt für das Volk, für viele Menschen (als „Marianus“,
Marienbruder und Inkarnator). Herr Josef Grill, der Leiter des Kreuzberges,
nannte in diesem Zusammenhang einige Beispiele für den zuletzt genannten
Lebensentwurf. So hat auch der eine oder andere Politiker und Wirtschaftsführer,
mit denen Herr Grill in Kontakt steht, sich aus diesem Grund bewusst für die
Ehelosigkeit entschieden. Dieser Punkt war besonders für die unverheirateten Männer
in unserer Gruppe sehr interessant. (Die Thematik ist auch nachzulesen unter
www.kreuzberg-bonn.de).
Auch
in und um Köln erlebten wir wieder die Sorge unserer himmlischen Mutter. Sie
hielt den Regen zurück, bis wir am frühen Nachmittag im Haus waren und unsere
Fahrräder sicher in der Elendskirche
untergestellt hatten, an die das Kölner Zentrum angebaut ist. Das Heiligtum ist
auf der anderen Seite ebenfalls mit dem Chor in das Zentrum integriert und hat
als weitere Besonderheit ein Flachdach.
Das Heiligtum des Vaterbundes in Köln
hat seine Sendung durch einen Vortrag, den Herr Pater 1966 dort über das
Liebesbündnis mit dem Vater gehalten hat.
In
strömenden Regen (der bis zum nächsten Morgen anhielt) pilgerten wir zu Fuß
zu den Kölner Heiligen Adolf Kolping, dem Gesellenvater; Johannes Duns Scotus,
der die Lehre von der Unbefleckten Empfängnis der Maria mitgeprägt hat;
sowie Albertus Magnus, dem Lehrer des Hl. Thomas von Aquin und Patron der
Naturwissenschaftler. Den Abschluß bildete der Besuch im Kölner Dom, in dem
wir dann auch die Eröffnung des Rosenkranzmonats und die Abendmesse
mitfeierten.
Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns mit dem
Schutzengellied im Heiligtum. Mit etwas unguten Gefühlen brachen wir dann trotz
des Nieselregens relativ früh auf, da wir bis zum Oermter Marienberg ein große
Strecke vor uns hatten. Doch wir hatten Köln noch nicht richtig verlassen, als
es auch schon aufhörte zu nieseln. Dank eines guten Rückenwindes kamen wir
dann auch sehr zügig voran. Unterwegs trafen wir an diesem Tag immer wieder
gute „Geister“, die uns weiterhalfen auf dem Weg. So konnten wir Neuss
dank eines guten Tipps sehr zügig durch den Grüngürtel durchfahren. Aus
Krefeld fanden wir trotz der guten Radwege nur heraus durch Leute, die uns
weiterlotsten. Die in Krefeld verpasste Kaffeepause holten wir dann hinter Hüls
am „Waldkiosk“ nach mit dem besten Federweißen am Niederrhein. Den Rest
des Weges fuhren wir dann der Straße entlang, da die Radwege nicht immer gut
ausgeschildert waren und wir rechtzeitig zur Abendmesse ankommen wollten. Pünktlich
5 Minuten vor der Abendmesse trafen wir dann am Heiligtum ein und beendeten dort
den Tag wieder mit dem Schutzengellied als Schlußlied der Messe.
Der
Oermter Marienberg hat die Sendung der Weggemeinschaft,
es ist eine Weggemeinschaft mit unserer Mutter und Königin Maria, unserem Vater
und Gründer und der ganzen Kirche und so war es uns auch an diesem Tag
ergangen.
Da es an diesem Morgen immer wieder kräftige Schauer
gab, entschlossen uns, das Angebot der beiden Marienschwestern anzunehmen, mit
ihrem Auto nach Xanten zu fahren. An diesem Tag hätten wir durchaus etwas
mehr Vertrauen zu unserer himmlischen Reiseleitung haben sollen, denn wir hatten
unterwegs höchstens noch etwas Nieselregen, während es auf dem Oermter Berg
immer wieder regnete.
Durch
die Vermittlung seiner Brüder, die am Vorabend im Heiligtum die Hl. Messe mit
uns gefeiert hatten, führte uns Herr Pfr. Norbert Hoffacker durch den Xantener
Dom und die Krypta mit dem Grab des seligen Karl Leisner. Er machte uns den Dom
und seine Heiligen lebendig. Wir ließen uns danach bewusst etwas Zeit, um in
dieser Kirche und auch bei Karl Leisner etwas zur Ruhe zu kommen.
Gegen Mittag fuhren wir den kurzen Weg nach Kevelaer
weiter zur Trösterin der Betrübten.
Doch auch ein kurzer Weg will eropfert sein, so zumindest empfanden wir den kräftigen
Gegenwind auf dem Weg.
Da
ich mich vorher nicht mit diesem Wallfahrtsort beschäftigt hatte, war ich
etwas überrascht über das kleine unscheinbare Gnadenbild. Mir ging dann direkt
durch den Kopf, wenn ein so kleines
Abbild der Gottesmutter eine solche Wirkung am ganzen Niederrhein entfaltet, welche
Macht muss sie dann selbst haben.
Wir
feierten Samstag und Sonntag als Pilger mit: Besuch an der Kapelle, Pilgerandacht,
Lichterprozession, ... Dabei durften wir in unmittelbarer Nähe der
Wallfahrtskapelle übernachten.
Die
Rückfahrt begann kalt und sehr ungemütlich mit Nieselregen und einer steifen
Brise aus Südwest (Gegenwind). In Venlo waren wir nahe daran, aufzugeben und
mit dem Zug weiterzufahren, denn später hätten wir nicht mehr umsteigen können.
Mit etwas Risiko wegen des Wetters und der Bitte um anderen Segen von oben
fuhren wir dann doch weiter, einige Zeit später hörte dann zum Glück der
Nieselregen auf. Der Gegenwind, den wir den ganzen Tag hatten, sowie eine
Querfeldeinfahrt durch den Wald, weil wir den Radweg verloren hatten, haben uns
aber an diesem Tag viel Kraft gekostet.
Das Heiligtum in Puffendorf hat die Sendung missio patris. Von hier aus will die Sendung des Vaters, die Gottesmutter in die Welt zu tragen unterstützt werden.
Nach einer Nacht Regen, der auch nach der Messe und dem Frühstück noch anhielt, sank die Stimmung. Können wir weiterfahren oder ??. Gegen 11 Uhr war es dann soweit. Der Regen hatte aufgehört und wir riskierten die Weiterfahrt. Da weiterhin die steife Brise aus Südwest wehte, wir aber jetzt in Richtung Westen fuhren, hatten wir kräftigen Rückenwind.
Wir fuhren auf dem Weg nach Maria Rast weitestgehend entlang der Bundesstraße, weil wir wegen des unsicheren Wetters schnell vorankommen wollten. Zum größten Teil war sie Randstreifen oder Fahrradwegen ausgestattet, aber es gab leider auch andere Abschnitte.
Nach Düren fuhren wir im Sonnenschein lange Zeit vor einer ziemlich schwarzen Gewitterfront her, die wie wir dachten, durch den Wind an uns vorbeigetrieben werden sollte. Irgendwann drehte sich aber der Wind, und als wir selbst noch abbiegen mussten, wurde es plötzlich ganz dunkel über uns. Doch unsere Reiseleitung hatte vorgesorgt und uns rechtzeitig eine Brücke an den Weg gestellt, unter der wir das Gewitter mit Hagel, Regen,... in (Un)Ruhe, aber trocken abwarten konnten. Es war die einzige Brücke, die wir auf dem Weg in etwa 3km vorher und nachher unterquerten! Nach einer halben Stunde konnten wir dann trocken weiterfahren.
Das Heiligtum in Maria Rast, das Glaubensheiligtum, ist das älteste Filialheiligtum in Europa, es hat 2000 sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Von hier aus sollen viel Menschen zum Glauben finden und das Antlitz der Erde christlich prägen.
Nach
einer weiteren Nacht Regen war die Bereitschaft noch weiterzufahren, ziemlich
gering, zumal die Wettervorhersage ab dem Nachmittag noch Dauerregen angekündigt
hatte. Wir hatten wir überlegt, noch nach Maria Laach weiterzufahren, aber
entschieden uns dann mit Heinz-Richard Sahm, der beruflich zurück musste, auch
heimzufahren. Mit einer guten Route versehen fuhren wir dann durch den Wald über
die Wasserscheide zum Sahrtal und weiter durch das schöne Ahrtal bis an den
Rhein nach Sinzig. Von dort fuhren wir dann mit dem Zug weiter.
An
den nächsten zwei Tagen zuhause war das schönste Herbstwetter. Wir hatten uns
letzten Endes durch die zwei Schlechtwettertage Montag und Dienstag klein
kriegen lassen. Vielleicht war auch die Dauer der Fahrt letztenendes zu lange
angesetzt, zumal wir als Ziel den Wallfahrtsort Kevelaer hatten und zwar
prinzipiell die Rückfahrt mit dem Rad vorhatten, aber vorher nicht geplant
hatten.
Ich
habe zwar schon viele Heiligtümer besucht. Auch ein Teil der Heiligtümer, bei
denen wir auf der Fahrt übernachteten, waren mir nicht fremd. Aber in der
Zusammenschau, dem Unterwegssein war es eine interessante Erfahrung des
Zusammengehörens der verschiedenen Sendungen :
â Werktagsheiligkeit,
â Vatertreue,
â Urquelle,
â puer
et pater, â Weltapostolat,
â Vaterbund,
â Weggemeinschaft,
â Trösterin
der Betrübten, â missio
patris , â Glaubensheiligtum
Joachim
Konrad mit den Mitpilgern Heinz-Richard Sahm, Matthias Sattler, Winfried
Schmalkalt