Pressebericht Männerwallfahrt 2003

An die 300 Männer und Frauen folgten am Dreifaltigkeitssonntag der Einladung der Schönstatt-Männerliga zu einer Wallfahrt, die unter dem Leitwort: „Spuren Gottes in Freud und Leid“ stand.

An der Dreifaltigkeitskirche, die zum Dank für die Bewahrung Schönstatts im 2.Weltkrieg erbaut wurde, trafen die ersten Pilgergruppen schon ab 9.00 Uhr ein. Dort bestand Gelegenheit zum Empfang des Bußsakraments.

Alle Wallfahrer, die sich mit Pkw, Bus oder Bahn auf den Weg nach Schönstatt gemacht hatten, wurden vor dem Festgottesdienst vom verantwortlichen Leiter des Wallfahrtstages Herrn Marienbruder Gebhard Maria Basler begrüßt und mit herzlichem Beifall bedacht. Gegen 10.45 Uhr begann dort der feierliche Gottesdienst, der von einer Schola umrahmt und von Pfarrer Wachter zelebriert wurde.

Pfarrer Wachter rief in einer engagierten und alle Zuhörer beeindruckenden Predigt zum Leitthema des Wallfahrtstages, in dem auch die gegenwärtige Situation der Welt in einer Zeit der Umbrüche beleuchtet wurde, zu neuem Gebetsgeist auf. Für einen Umbruch stehe der 11. September 2001 in New York. Aber auch die hohe Arbeitslosigkeit, die Gefährdung der sozialen Sicherungssysteme, die hohe Scheidungsrate und die Zunahme von Suchtkrankheiten stellten Umbrüche dar. Zu allen Zeiten hätten die Menschen in Notsituationen zu Maria um Beistand gebetet. Eine wirksame Möglichkeit hierfür biete das von Papst Johannes Paul II. für dieses Jahr besonders empfohlene Rosenkranzjahr. Das Rosenkranzgebet biete in einzigartiger Weise die Möglichkeit das Leben und Sterben unseres Erlösers Jesus Christus und das Leben seiner Mutter  Maria an seiner Seite zu betrachten. Dieses Gebet sei gerade in einer Zeit, in der über Sterbehilfe und Manipulation des werdenden Lebens diskutiert werde, von ausschlaggebender Bedeutung für die christliche Lebenserneuerung. Die Annahme von mit Behinderungen zur Welt gekommenen Neugeborenen stelle ein besonderes christliches Zeugnis dar. Wichtig sei auch die Familie als Keimzelle gemeinschaftlichen und christlichen Lebens zu erhalten oder wieder herzustellen.

Während des Gottesdienstes wurden auch Fürbitten von Männern aus den vertretenen Diözesen vorgetragen.

Beim anschließenden Mittagessen im Pilgerheim konnten die Wallfahrer über Jahre gewachsene Freundschaften pflegen und neue Teilnehmer in die Gemeinschaft einführen.

Statio beim Heiligtum

Um 14.00 Uhr scharten sich die Wallfahrer um das Urheiligtum, wo in einer Andacht an den Beginn der Schönstattbewegung am 18. Oktober 1914 erinnert wurde. Damals hatte Pater Kentenich zusammen mit seinen Studenten veranlasst, dass das Kapellchen restauriert und der Mutter Gottes geschenkt wurde. Von diesem Zeitpunkt an wirkt die Gottesmutter in besonderer Weise in Schönstatt.  

 

 

 

 

Pilgergang zum Marienberg

Vom Urheiligtum zogen die Pilger anschließend den lichtreichen Rosenkranz betend zu dem am 15. Oktober 1995 von Kardinal Errázuriz (heutiger Erzbischof von Santiago de Chile) eingeweihten Taborheiligtum, dem geistlichen Zentrum der internationalen Männerbewegung, auf den Marienberg.

Auf dem Platz davor, konnten sich die Leute bei herrlichem Sonnenschein und auch einigen Schatten spendenden Wolken auf bereitgestellte Bänke niederlassen, um der abschließenden Feierstunde mit Ansprache und eucharistischem Segen beizuwohnen.  

 

 

Schlußandacht beim Taborheiligtum

In seiner Ansprache erinnerte Pfarrer Wachter daran, von welcher herausragenden Bedeutung die christliche Freude ist. Sie entstehe gerade auch wenn Leid angenommen und verarbeitet werde. Häufig erleben die Menschen Freude, die sich dem Kreuz gestellt haben. Es dürfe im Leben auch schon einmal weh tun. Wichtig sei die Annahme schwieriger Lebenssituationen. Die Bereitschaft ein behindertes Kind zu empfangen, auf Trauernde zuzugehen, sich der Not älterer Menschen oder der Verzweiflung von kranken Menschen zu stellen, bilde den Keim, aus dem die christliche Freude erwachsen könne.

In der abschließenden Andacht gedachten die Wallfahrer auch der jüngeren Wirkungsgeschichte, in der das Taborheiligtum und der Rohbau des sogenannten Wächterhauses entstanden sind.

Nach der Feierstunde bestand Gelegenheit die in der Nähe des Heiligtums neu errichteten Häuser im Rohbau zu besichtigen oder das sonnige Wetter zu einem Spaziergang über den Marienberg zu nutzen und die Stätten aufzusuchen, die seit Jahrzehnten für die Marienverehrung erwählt sind.  

Bevor die Heimreise angetreten wurde, trafen sich die Pilger noch einmal bei Kaffee und Kuchen, um Rückschau zu halten und sich in Ruhe voneinander zu verabschieden.

Text: Jörg Ziegler

Foto: E. M. Kanzler


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