Ein besonderes Weihnachtsgeschenk

Am 19. Dezember 2003 erhielt ich ein Päckchen. Es enthielt eine Weihnachtskarte von dem 79-jährigen Theodor Winkler und das Buch „Die Seiten meines Lebens“. Es ist eine Autobiographie von 240 Seiten.
Auf der Karte stand u. a.: „... Gerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsfest erhielt ich die Bücher. Wie versprochen (am Diözesantag der Augsburger Männerliga, am 30. November 2003 in Memhölz) ein Exemplar für Sie als kleines Weihnachtsgeschenk.
Viel Freude und gute Unterhaltung beim Lesen.
Ein christfrohes Weihnachtsfest, gute Gesundheit und Gottes Segen mit viel Schaffenskraft für’s Neue Jahr...“

 Im Vorwort heißt es:

„Erinnerungen bleiben bis man stirbt. Man kann diese  mit ins Grab nehmen oder niederschreiben. Dann bleiben sie der Nachwelt erhalten, den lieben Angehörigen, den Kindern und Kindeskindern und allen lieben Freunden. Diesen sei meine Niederschrift gewidmet – sich zu freuen, zum Schmunzeln, zum Nachdenken, vielleicht auch als Anregung für’s eigene Leben.   Gott segne und schütze Euch alle - das ist mein Wunsch.“

Einiges aus diesem Buch werden wir Ihnen im „SchönstattMann“ und „Rundbrief des Krankenapostolates“ wiedergeben.
Beginnen wollen wir mit:

WEGBEGLEITER SCHÖNSTATT

Mitte der 80‑er Jahre hörte ich immer wieder den Wunsch meiner Frau, ich sollte doch auch in der Schönstattbewegung mitmachen. Auf taube Ohren fiel dieser Wunsch nicht, habe ich doch schon in meinen Schuljahren vieles über die Schönstattbewegung und über den Gründer Pater Josef Kentenich erfahren. Unser Pfarrer Ludwig Endres war dieser Bewegung sehr verbunden und ließ dieses immer wieder in Predigten und im Unterricht einfließen. Die ersten Kontakte waren in Memhölz auf dem Berg und im Canisiushof bei Ingolstadt. Die Männer, die ich dort kennen lernte, besonders aber die Priester und Patres imponierten mir. Bald warb ich auch Männer aus unserer Pfarrei, zu Einkehrtagen mitzufahren und es bildete sich eine Gruppe, die an Schönstatt Interesse zeigte. Wir trafen uns dann monatlich zu einer Gruppenstunde im Pfarrheim. Pater Eise, Pater Grill und Pater Abt kamen dann jeweils aus München, um die Abende zu gestalten. Unsere Gruppe wuchs auf 8 bis 10 Männer an, manchmal auch 12. Bei der Fahrt zu Einkehrtagen in Memhölz und zum Canisiushof war der Kleinbus von Helmut Casar mit acht Männern immer voll beladen. Ein paar Weitere fuhren bei Franz Hess, unserem Diözesanführer mit. Am 11. Februar 1986 machte ich die Mitarbeiterweihe unter Pater Amman im Canisiushof. Höhepunkte waren immer die Wallfahrten mit dem Bus oder Pilgerzug nach Schönstatt‑Vallendar-Koblenz oder nach Rom. Einmal war Bischof Josef Stimpfle und einmal unser Weihbischof Manfred Müller dabei. Auch unser jetziger Bischof Victor Josef Dammerts hat schon daran teilgenommen, zur Freude aller, die an der Diözesanwallfahrt teilnahmen. Ein besonderes Ereignis war die Romfahrt anlässlich des 100. Geburtstages von Pater Josef Kentenich mit der Audienz bei Papst Johannes Paul II. Die Führungen in Rom übernahm Herr Geistlicher Rat Georg Birkle, der uns sehr viel Sehenswertes zeigen und erläutern konnte.

Einkehrtage in Memhölz, gehalten von Pfarrer Wick oder Pfarrer Georg Birkle lösten immer Begeisterung aus. Seit einigen Jahren hält diese Einkehrtage zweimal im Jahr Marienbruder M. Gerhard Basler aus Schönstatt. Ebenso gerne fahren wir zum Canisiushof zu Einkehr‑ und Besinnungstagen, gehalten von Pfarrer Otto Maurer, der seine Zuhörer besonders zu begeistern und zu überzeugen weiß. Leider sind aus unserer Mitte schon vier treue Männer unserer Gruppe verstorben. Es sind das Herr Josef Wettengel, Herr Anton Hübner, Herr Josef Sterl und Herr Karl Reizner. Gott schenke ihnen die ewige Ruhe.

Am Ende des Hafenmühlweges am Mühlbachbrückle steht eine mehr als 100 jährige Ulme, mit einem Stamm, den zwei Männer nicht umfassen. An diesem Stamm war schon einige Jahre ein Marienbild mit dem Jesuskind auf den Armen befestigt. Dieses Bild war schon sehr verwittert, da entschloss ich mich, bei dem Amt für Grünordnung einen Antrag zu stellen, um die Genehmigung an diesem Platz einen Marienbildstock errichten zu dürfen. Dieser Antrag wurde schon bald genehmigt. Mit der ganzen Unterstützung von Stadtrat Herrmann Weber gingen wir daran, den Gedanken in die Tat umzusetzen. Hermann Weber mauerte das Bildstöckchen, ich brauchte nur Handlangerdienste zu leisten. Auch die Materialbeschaffung übernahm der Hermann.

Die Einweihung erfolgte am Freitag den 10. Juni 1988, abends um 19.00 Uhr. Den Weiheakt vollzog der Diözesanpräses der Schönstattfamilie H. H. Geistlicher Rat Georg Birkle, Stadtpfarrer von St. Simpert in Augsburg.

In seiner Predigt wies er besonders auf die dreifachen Wallfahrtsgnaden hin, die durch das Gnadenbild der Dreimal Wunderbaren Mutter vermittelt werden. Die Gnade der Beheimatung, der inneren Umwandlung und der apostolischen Fruchtbarkeit. Mit der Bayernhymne, von allen kräftig mitgesungen, endete die Feier vor dem Bildstöckchen. Beim anschließenden gemütlichen Beisammensein im Pfarrheim Edith Stein, wobei auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt war, fand der Abend einen schönen Ausklang.

Liebe zur Feier der Einweihung des Marienbildes Anwesende!

Die Liebe zur Gottesmutter und Dank für alles, was Sie uns erwiesen hat ‑ das marianische Jahr und unsere Jahresarbeit - gaben uns Anlass, zu diesem Gedanken einen Bildstock in unserer Pfarrgemeinde zu errichten. Die Schönstattfamilie möchte ihre Beiträge fürs Gnadenkapital mit ihren Hausheiligtümern, ihrem Pfarrheiligtum und mit diesem Bildstock hier schenken.

So möge die "Dreimal Wunderbare Mutter" ihre Gnaden an alle austeilen, voraus den Bürgern der Hammerschiede und der ganzen Stadt. Denn den Schönstättern sei dieser Bildstock ganz besonders ans Herz gelegt. Sie mögen ihn in Zukunft in Ehren pflegen und erhalten zur Freude und zum stillen Verweilen im Gebet, für alle, die des Weges kommen.

Allen, die dazu beigetragen und mitgeholfen haben, ein herzliches „Vergelt´s Gott. " Stellvertretend für alle möchte ich nur einen namentlich nennen, Hermann Weber. Er stand mit Rat und Tat zur Hilfe und hat es in Selbstbauweise errichtet und gezeigt, dass er sein berufliches Können auch als Stadtrat noch nicht verlernt hat. Möge dir, lieber Hermann und deiner Familie die Hilfe der Gottesmutter immer erreichbar sein. Vergelt Dir's Gott!

Dank gilt auch dem Amt für Umweltschutz und Grünordnung der Stadt Augsburg, das die Sitzbank dazu stellte. Dem Chef des Amtes, Herr Ringenberger einmal für die unbürokratische Genehmigung zum Bauen und für die zum Ausruhen einladende Bank unseren verbindlichsten Dank. Auch dem anliegenden Nachbarn, Herr Weber und seiner Frau ein herzliches "Vergelt´s Gott für ihre tatkräftige Mithilfe.                                           

(Aus: Die Seiten meines Lebens, von Theodor Winkler)