Die Rolle der Väter

Bekanntlich gilt der hl. Benedikt (6. Jahrhundert), der Mönchsvater, als Patron Europas. Für die Mönche hat er eine Regel geschrieben, die bis in unsere Tage keiner Änderung, keiner Reform bedarf. Benedikt gehört zu den großen Lehrern der Christenheit, deren Lehren bis heute gültig und aktuell sind.

Eines der entscheidenden Stichworte im Denken und Lehren des hl. Benedikt war das griechische Wort metron. Wir übersetzen mit: Maß. Das ist den Menschen gesagt: Lebe maßvoll, nicht eifernd, nicht fanatisch, nicht extrem, nicht ängstlich. Das rechte Maß in allem ist entscheidend.

In der Zeitschrift „Christ in der Gegenwart“ (Nr. 32, 2003) fand ich folgenden Text für die Väter.

Die neue Väter-Rolle Benedikts: „Er sei nicht stürmisch und nicht ängstlich, nicht maßlos und nicht engstirnig, nicht eifersüchtig und allzu argwöhnisch, sonst kommt er nie zur Ruhe. In seinen Befehlen sei er vorausschauend und besonnen. Bei geistlichen wie bei weltlichen Aufträgen unterscheide er genau und halte Maß. Er bedenke an die maßvolle Unterscheidung des heiligen Jakob, der sprach: ,Wenn ich meine Herden unterwegs überanstrenge, werden alle an einem Tage zugrunde gehen.’ Diese und andere Zeugnisse maßvoller Unterscheidung, der Mutter aller Tugenden, beherzige er.

So halte er in allem Maß, damit die Starken finden, wonach sie verlangen, und die Schwachen nicht davonlaufen.“

Da Benedikt die „maßvolle Unterscheidung“ die Mutter aller Tugenden nennt, tut es uns gut, seine Hinweise herzlich aufzunehmen. Unser Leben wird dadurch einfacher und - wenn Sie wollen - auch erfolgreicher.

Diözesanpräses Robert Henrich in „richtung“, Zeitschrift des Kath. Männerwerkes der Erzdiözese Freiburg, von September 2003