Mitgliedertagung der Schönstatt-Männerliga
im
Haus Schönfels vom 9. bis 11. Juli 2004
Freitag, 9. Juli 2004
In diesem Jahr trafen sich 14 Mitglieder bzw. Anwärter zum jährlichen Mitgliedertreffen im Haus Schönfels.

Die Eröffnungsmesse fand
traditionsgemäß im Taborheiligtum statt. Pater Hug, der erstmalig in seiner
Funktion als priesterlicher Standesleiter der Männerliga Deutschlands die
Tagung geistlich begleitete, beschäftigte sich in seiner Ansprache mit der
Frage, wie der Weg des Christentums in die Zukunft gehe?
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass das Blut der Märtyrer der Samen für
die Blüten des neuen Glaubens ist. Es gibt jedoch Gebiete, wie etwa in China,
in denen die Machthaber bisher eine große Blüte des Christentums verhindert
haben. Trotz eifrigsten Missionseinsatzes, etwa des hl. Franz Xaver oder August
Ron und seiner Gefährten, steht hier der Aufbruch noch bevor. Die Mission ist
also Daueraufgabe der Christen in dieser Welt.
Nach der heiligen Messe begaben wir uns ins Haus Schönfels zum ersten gemeinsamen Abendessen, in dessen Verlauf ein intensiver Gedankenaustausch möglich wurde.
Beim anschließenden Rückblick durch Herrn Marienbruder G. M. Basler, bekamen wir in Dias den Verlauf der Führertagung und der Männerwallfahrt 2004 erneut ins Gedächtnis gerufen. Wie stets wurde auch der verstorbenen Mitglieder des vergangenen Jahres gedacht.
In der Hauskapelle von Haus Schönfels beschlossen wir den Tag mit dem Abendgebet.
Samstag, 10. Juli 2004
Das Morgengebet wurde von Herrn
Eckardt im Vortragssaal gestaltet.
Danach nahmen wir das Frühstück in der frohen Erwartung eines ereignisreichen
Tages ein.
Die heilige Messe feierten wir im Urheiligtum. In seiner Predigt griff Pater Hug die Geschichte des Urheiligtums auf, mit der sich die gesamte Schönstattfamilie stets aufs Neue befassen sollte.
In diesem Jahr 2004 wurde in Ingolstadt das 400-jährige Gedächtnis der dortigen Entstehung des Titels „Dreimal wunderbare Mutter“ gedacht. Deswegen erinnerten wir uns in diesem Jahr auch des Vorganges, wie am Karfreitag (2. April) 1915 das Marienbild in Schönstatt ankam, dem der Maler Crosio den Titel „Zuflucht der Sünder“ gegeben hatte. Pater Kentenich und die Schüler überlegten in den Wochen danach, ob dieser Titel zur Anrufung der Gottesmutter in Schönstatt bleiben solle. Es gab eine ganze Anzahl von Alternativen. Endlich entschied Pater Kentenich am 26. Juni 1915, der treffendste Titel für das Wirken der Gottesmutter in Schönstatt sei jener von Ingolstadt, „Dreimal wunderbare Mutter“. Und seine Begründung war, dass er beobachtet hatte, wie die Gottesmutter hier am Ort Wunder seelischen Wandlung an jungen Schülern gewirkt habe; und wenn die Gottesmutter schon deutlich wahrnehmbar diese Wunder in den Seelen gewirkt hat, dann darf man sicher sein, dass sie auch die anderen Wunder wirken wird, die er schon in der Gründungsurkunde erhofft hatte, nämlich Wunder der Beheimatung, der inneren Umwandlung und des Apostolates.
An den Heldengräbern gedachten wir unserer Vorbilder im Glauben mit einer Statio. Wir erneuerten unser Persönliches Ideal und Partikularexamen. Auch sangen wir das Sterbelied Pater Reinischs.
Nach der Rückkehr in Haus Schönfels hörten wir die Vorträge von Marienbruder Arendes unter dem Arbeitstitel: „Der Umbruch der Zeit braucht Männer des Gebets und des Vertrauens, bei innerer Gelassenheit, dargestellt am Beispiel Mario Hiriarts und João Luiz Pozzobon“.
Es gibt nichts Neues unter der Sonne! Die Zeitsituation ist geprägt von der Selbstgefälligkeit der Menschen, die letztlich auch dazu geführt hat, dass eine übermäßige Verschuldung eine ganze Volkswirtschaft gefährdet. Dagegen steht die Kraft des Gebetes, die etwa auch unseren jetzigen Papst und die heilige Mutter Teresa verbanden. Zu einem gediegenen Glaubenswissen sollte es zu einem im Verstand und Gemüt erfassenden Glaubenserfahrung kommen. Herr Arendes erzählte hierzu einige Kriegserlebnisse, in denen er auf wunderbare Weise aus Lebensgefahr errettet wurde. Zufall ist nur, wenn die Bodenklappe zufällt, alles andere ist Vorsehung des Dreifaltigen Gottes! Gott ist aller Dinge Ende. ER lenkt und leitet. Deshalb - Gläubig werden bis in die Fingerspitzen.
Herr Arendes schilderte sodann eindrucksvoll, wie im Leben Pozzobons die Werkzeugshaltung existierte und brachte uns auf diese Weise auf die Spur Gottes. Insbesondere die Aufgabe sich als Werkzeug der Gottesmutter im Gebet zur Verfügung zu stellen, hat Herr Pozzobon in ausgezeichneter Weise gemeistert. Regelmäßig hat Herr Pozzobon auch Leiderfahrungen für das Gnadenkapital aufgeopfert.
Nach Mittagessen und Kaffee (Dank an dieser Stelle den Marienschwestern, die für uns die Mahlzeiten so gut zubereiteten) begaben wir uns an die Arbeit, um die Impulse des Vortrages aufzunehmen und zu vertiefen.
In Gesprächskreisen entdeckten wir Gottes Spur in unserem Leben und in den Erlebnissen unserer Glaubensbrüder. Ein wahrhaftiges Zeugnis von echter Glaubensfreude wurde den Teilnehmer geschenkt.
In der anschließenden Diskussion spürte jeder, dass gerade der gemeinsame Gedanken- und Erfahrungsaustausch uns aufzeigt, wie wir als Werkzeuge der Liebe Gottes in die Welt des Umbruchs gestellt sind.
Vor dem Abendessen vollendete Herr Arendes seinen Vortrag und stellte sich den Fragen der Teilnehmer.
Nach dem Abendessen sahen wir ein Video über die Gründung der Marienbrüder durch Pater Kentenich im Konzentrationslager Dachau. Gezeigt wurde eine Reportage über eine Veranstaltung im Pater-Kentenich-Haus anlässlich derer Herr Arendes über die Gründung und Entwicklung der Marienbrüder berichtete. Nicht nur die Gründung in den schlimmen Verhältnissen des KZ Dachau, auch die weitere Geschichte dieser Gründung ist geprägt von der weisen Führung Pater Kentenichs, der bis kurz vor seinem Heimgang noch um Rat bei Führungsfragen gebeten wurde.
Nach dem Abendgebet in der Hauskapelle zogen wir uns zurück.
Sonntag, 11. Juli 2004
Schön, dass wir an diesem Morgen wieder zum Taborheiligtum aufbrechen durften. Nach dem Morgengebet feierten wir mit Pater Hug die Abschlussmesse mit Kommunion unter beiderlei Gestalten.
Pater Hug erinnerte in seiner Predigt, dass unser Gewissen, die Stimme Gottes uns stets auf den rechte Weg führen kann. Im Blick auf das Evangelium vom barmherzigen Samariter, müssen wir in jedem Augenblick unseres Lebens dienstbereit erkennen, wann und wo unser christliches Handeln gefordert ist.

Nach dem Frühstück erwarteten uns die Vorträge von Pater Hug. Er erläuterte zunächst die Stufen des Gebets: mündliches Gebet, Herzensgebet, systematische Betrachtung, erworbene Beschauung, eingegossene Beschauung.
Sodann betonte Pater Hug, dass es darauf ankomme, das selbstsüchtige Ich als Hindernis auf dem Weg zum ewigen Vater zu überwinden. Pater Kentenich wünschte sich den Menschen aus einem Guss. Ein freier Mensch, der sich nicht gezwungen fühlt, sondern aus freiem Willen sich als Werkzeug Gott zur Verfügung stellt. Dieser neue Mensch soll Mitglied der neuen Gemeinschaft sein.
Heute erleben wir häufig eine Nischenorientierung der Menschen, kurzfristige Modeerscheinungen bestimmen die Marktplätze des öffentlichen Geschehens und die Vorherrschaft des Kollektivs wird betont. Damit einhergeht die überzogene Selbstbehauptung, verbunden mit einem egoistischen oft egozentrischen Kreisen um die eigenen Befindlichkeiten, das letzlich doch durch seine ausschließliche Diesseitsorientierug zu einem Massenverhalten wird (z. B. Love-Parade in Berlin). Dagegen setzt Pater Kentenich auf eine Idealpädagogik, die den Menschen konkret befähigen soll, sich unter dem Schutze Mariens selbst zu erziehen zu einer freien, in Gott verankerten Gestalt. Aus diesen Menschen kann sich der apostolische Weltverband entwickeln!
Nach dem abschließenden Mittagessen und einer kurzen Mittagspause trafen wir uns noch einmal im Arbeitskreis. Wir diskutierten über Lebenssituationen, in denen wir oder andere Werkzeuge der Liebe Gottes waren und sind.
Anschließend - gestärkt durch eine Kaffeepause - begaben wir uns zur Schlussandacht mit eucharistischem Segen zum Taborheiligtum. Wir erneuerten den Bund mit dem Dreifaltigen Gott, den wir auf Anregung des in die Ewigkeit vorausgegangenen Monsignore Krimm im Jahre 2000 geschlossen haben.
Wie die Tage zuvor bestand auch jetzt noch Gelegenheit das Haus Tabor, die Wächterhäuser, zu besuchen.
Voll Dankbarkeit und Freude verabschiedeten wir uns in der Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen.
MTA gratias
Deo gratias