Der Vorsehungsglaube ist die Weltanschauung Schönstatts
João Luis Pozzobon - ein Beispiel des gelebten, aktiven,
marianisch gefärbten Vorsehungsglaubens
2. Vortrag von Hermann M. Arendes auf der Mitgliedertagung 2005
Wir erinnern uns und lassen einige Kernaussagen auf uns wirken.
1. Gott führt
2. Der Vorsehungsglaube hat die ganze Geschichte
Schönstatts geprägt,
alles ist durch den Vorsehungsglauben geworden.
3. Der Vorsehungsglaube ist die Wurzel unseres Seins
und Handelns‚
(Nova Helvetia 1.5.48)
4. „Wir können Schönstatt nur bauen, wenn wir
unerschütterlich glauben
an die göttliche Vorsehung, und uns kindlich führen lassen!“
5. „Wir ahnen nicht, was Gott durch uns wirken könnte,
wenn wir uns von
IHM führen ließen...“
6. „Unser Vorsehungsglaube, wenn er schönstättisch
geprägt ist, ist aus-
gesprochen aktiv.“
7. Unser Vorsehungsglaube hat eine marianische Färbung.
Diese Kernsätze sollten wir vor Augen haben, wenn wir jetzt auf João Luiz Pozzobon schauen, einer von uns, aus der ersten Männergruppe Brasiliens. In dieser Gruppe, die wöchentlich zusammenkam, wurde er geformt und geschult. Bis dahin war ihm Schönstatt unbekannt. Aber in den Gruppenstunden, so erzählt er später:
Vertiefte sich meine Liebe zur Gottesmutter als MTA;
erfuhr ich die Bedeutung des Heiligtums;
lernte ich Pater Kentenich als Prophet und Werkzeug Mariens kennen;
hat mich besonders das Leben und das Beispiel Josef Englings begeistert. Ich habe alles in mich aufgenommen, es hat mich ergriffen. Als dann in einem Vortrag gesagt wurde, wir müssten apostolisch mehr tun, fühlte ich mich angesprochen.
Gott
führt: wegen einer Augenkrankheit wird er auf Anraten des Arztes kein Bauer,
sondern erarbeitet sich zusammen mit seiner ersten Frau in Restinga Seca ein
kleines Hotel. Nur vier Jahre später führt sein Weg nach Santa Maria, um dort
seiner an Tuberkulose erkrankten Frau eine bessere medizinische Betreuung zu
ermöglichen. Bedingt durch längeres Siechtum und Tod seiner Frau verkauft er
seinen Besitz in Restinga Seca und lässt sich in Santa Maria nieder.
Im Bereich einer außerhalb der Stadt liegenden Siedlung von Arbeitern, die in
den dort erbauten großen Werkhallen der Eisenbahn beschäftigt sind, eröffnet er
ein Gemischtwarengeschäft. Da er mit der Zeit auch einige Hektar Land erwerben
kann, ist eine neue gute Existenzgrundlage für seine Familie vorhanden.
Was für
uns aber wichtig ist: diese Siedlung gehört zur Pfarrei der Pallottiner, mit der
auch der Sitz der Provinzleitung verbunden war. Diese bat 1943 die
Marienschwestern, zu der Zeit in Londrina, in Santa Maria eine Niederlassung zu
errichten, um Schönstatt in Rio Grande du Sul zu gründen.
Im März 1945 gingen die ersten Marienschwestern nach Santa Maria. Am 7. Oktober
wurde das neue Haus eingeweiht. Am 8. Dezember fand in der Hauskapelle die erste
Einkleidung von 13 Novizinnen statt.
Diese neue Niederlassung der Marienschwestern lag etwa auf halbem Weg der
Familie Pozzobon zur Pfarrkirche.
Hätte Pozzobon sich auf der
anderen Seite der Stadt und
in einer anderen Pfarrei
niedergelassen, hätte es die
spätere Entwicklung wohl
kaum gegeben. Doch Gott
führt, und so kommt Herr
Pozzobon bei der Grund-
steinlegung des ersten Hei-
ligtums in Brasilien, am
7. September 1947, auf
dem Gelände der Schwes-
tern in Kontakt mit Schön-
statt. Da Pater Kentenich die
Grundsteinlegung vornahm
und auch die Ansprache
hielt, kam Herr Pozzobon
gleich lebensmäßig in Be-
rührung mit den drei Kon-
taktstellen: Herrin, Herrn
Pater und Heiligtum.
Zur gleichen Zeit erbauten die Pallottiner, 25 Meter von dem im Bau befindlichen Kapellchen entfernt, ein großes Exerzitien- und Tagungshaus. In Santa Maria sollte ein zweites Schönstatt entstehen.
Da Herr
Pozzobon ein Pferdegespann besaß, bat ihn Pater Coelestino, mit seinem Fuhrwerk,
soweit es ihm möglich sei, bei den beiden Projekten zu helfen.
Durch diese Gespanndienste wird er lebensmäßig eingebunden in den Aufbau des
neuen Schönstatts.
Mit der Einweihung des Heiligtums am 11. April 1948 durch den Diözesanbischof
beginnt eine neue Epoche.
Pater
Kentenich war von Südafrika zu diesem Fest gekommen. Zur Vorbereitung, am
Weihetag und zur Nachbereitung hielt er eine Reihe von Vorträgen, in denen er
die Zuhörer tiefer in das Schönstattgeheimnis einführte und sie begeisterte.
Nach der Einweihung beginnen Pater Maximo Trevisan und sein Bruder Pater
Coelestino mit der Organisation einer Männergruppe.
Herr Pozzobon wird auch angesprochen und eingeladen. Er nimmt an, und so führt
sein Weg wie oben geschrieben, tiefer hinein in die Schönstattwelt.
Er selber sagt, Gott hat mir die Gnade geschenkt, dass ich von Anfang an das
Originelle und Wesentliche Schönstatts begriffen habe, besonders die Bindung an
das Heiligtum.
Pater Kentenich sagte einmal: „Gott ist vornehm, er bereitet uns auf die uns zugedachten Aufgaben, bzw. auf das Kommende vor. Das kann er aber nur, wenn wir auf ihn hören und uns von ihm führen lassen.“
So hat er Herrn Pozzobon nicht nur in die Spiritualität Schönstatts eingeführt, sondern ihn auch auf der natürlichen Ebene vorbereitet durch seine Familie und seinen Beruf.
Als Vater von 7 Kindern kannte er die Freuden, Sorgen
und Nöte
einer Familie.
Als Kaufmann lernte er auf die Menschen zuzugehen, sie
anzusprechen,
Kontaktfreudigkeit.
Er kam in Kontakt mit allen Schichten der Bevölkerung, mit Armen und Reichen,
mit Geschäftsleuten, Landwirten, Arbeitern,. Angestellten, mit Kindern und
Erwachsenen etc. (Für seine spätere Sendung war das vorteilhaft und
erforderlich.)
Als Landwirt war er körperliche Arbeit im Feld, Garten
und mit dem Vieh gewohnt. Er sagte: Ja, ich hatte starke physische Kräfte,
sonst hätte ich die Strapazen nicht durchhalten können.
Ein Pater sagte: Wenn ich mit ihm gehe, bin ich nach zwei Tagen erschöpft.
Eine Schwester, die ihm helfen wollte, gab nach zwei Wochen auf. Sie sagte
mir: Das Tagesprogramm des Herrn Pozzobon ist so ausgefüllt, intensiv und
anstrengend, das kann man physisch nicht durchhalten.
Im
„Heiligen Jahr“ 1950 und zur Vorbereitung auf die Verkündigung des Dogmas: „
Maria wurde mit Seele und Leib in den Himmel aufgenommen“ am 1. November 1950
wollte die Schönstattfamilie in Santa Maria etwas Besonderes tun. Man kam auf
den Gedanken, wir wollen der Gottesmutter die Möglichkeit geben, von ihrem
Heiligtum ausgehend die Familien zu besuchen.
Man ließ einige Pilgerbilder anfertigen. Diese wurden am 10. September im
Kapellchen gesegnet und begleitet von einer Gruppe Schwestern und Mädchen, zog
man aus in verschiedene Richtungen, zu den ersten Familien, die bereit waren,
die Gottesmutter zu empfangen.
João Pozzobon schloss sich der Gruppe an, die zur Familie Viegas zog, die in
seiner Straße wohnte.
Nach der Feier sagte Schwester Terezinha zu ihm: Herr Pozzobon, für dieses Bild
sind Sie verantwortlich. Die Mädchen werden die Abende gestalten, ihre Aufgabe
ist es, zu organisieren, dass es jeden Abend zu einer neuen Familie weiter
zieht. Seine Antwort: „Pronto“, ich bin bereit.
So ging es dann bis Ende Oktober. Am 30. Oktober war noch eine Wallfahrt der
besuchten Familien zu einem Gegenbesuch im Heiligtum und damit war die Aktion
offiziell beendet.
Die Bilder wurden zurückgebracht und auch nie mehr aktiviert.
Jedoch nicht für Herrn Pozzobon. Er hatte in den zwei Monaten beobachtet und
erlebt, wie segensreich die Besuche der Gottesmutter in den Familien waren und
wie SIE sichtbar wirksam wurde.
Sein Entschluss: „Wenn die Besuche der Gottesmutter für die Familien soviel
Segen bringen, dann darf man damit nicht aufhören, es muss weitergehen“.
So hat er in eigener Verantwortung, jetzt mit Hilfe seiner Tochter, die
pilgernde Gottesmutter weiter von Familie zu Familie getragen.
Drei Jahre später, in einem Bericht vom 6. Oktober 1953 an den Bischof Don
Antonio Reis konnte er deshalb schreiben: „... in Wahrheit, kein Pater und keine
Schwester hat mich beauftragt, es war die Bitte der Himmlischen Mutter, ich möge
die Güte haben, SIE von Haus zu Haus zu tragen, trotz meiner Armseligkeit und
Niedrigkeit...“
Aus der geplanten Aktion von zwei Monaten wurden lange 35 Jahre, ohne
Unterbrechung.
Am 11.
Juli 1951 schreibt er in einem Brief an Pater Kentenich: „Ich sende Ihnen diesen
von mir handgeschriebenen Brief mit einem Bild von mir mit der Bitte, da ich
selber die Möglichkeit nicht habe, mich der Gottesmutter im Urheiligtum
vorzustellen...“
Es ging ihm darum, die beginnende Campagne mit dem Gnadenquell des Urheiligtums
und dem Vater und Gründer zu verbinden.
Zu seiner großen Freude teilte Pater Kentenich ihm in einem Brief vom 4. August 1951 mit, dass er ihn im Urheiligtum der Mutter und Königin vorgestellt und aufgeopfert habe und den besonderen Schutz und Segen für ihn und die Seinen sowie für seine apostolischen Unternehmungen erbeten hat.
- Bestätigt und bestärkt durch diesen Segen besucht er jeden Abend und später jeden Tag mit der pilgernden Mutter und Königin viele Familien. Er wird dabei auch mit vielfacher Armut und Not konfrontiert. Seine Antwort darauf ist eine umfangreiche soziale und caritative Tätigkeit, bis hin zum Bau einer kleinen Siedlung für obdachlose Familien, drei Kapellen und Grundschulen.
- 1954, im marianischen Jahr, lädt die Lehrerin Hilda Berleze Herrn Pozzobon ein, mit der Pilgernden im Mai ihre Schule (Humberto Campos) zu besuchen. Angeregt durch das begeisterte Mitmachen der Kinder entwickelt sich daraus eine Schulaktion. Er besucht nun mit der Pilgernden weitere Schulen und Gymnasien. Jedes Jahr, die Zahl steigend, besuchte er, Mitte der siebziger Jahre, etwa 352 Schulen in einem Schuljahr.
- 1955, beim zweiten Besuch der Schule „Humberto Campos“
sagt ein Mädchen: „Wir beten zur Dreimal Wunderbaren Mutter und Königin, warum
hat sie keine Krone?
Diese Frage bewirkt die Krönung der pilgernden Mutter und Königin noch im
gleichen Jahr, am 2. Oktober. Nach einer guten Vorbereitung macht sich außerhalb
der Stadt, von der Schule „Humberto Campos“ ausgehend, eine Prozession auf den
Weg zum Kapellchen, mit der zu krönenden Mutter und Königin. Von der Stadt her
kommt von der Pfarrkirche ausgehend eine zweite Prozession mit der Krone.
Weitere Schulklassen sowie Erwachsene und Kinder kommen hinzu. Nach einer
feierlichen Dankesmesse krönt der Bewegungsleiter Pater Dorvalino Rubin unter
dem Jubel der Anwesenden die pilgernde „Dreimal Wunderbare Mutter“ zur Königin.
Diese Krönung bleibt kein einmaliger Akt, denn alle Jahre wird zum 10. September
die Krönung erneuert und jedes Mal wird die Krone der Königin durch einen neuen
Edelstein wertvoller.
- Nach einer Weihefeier mit Kindern in einem von ihm
gebauten Kapellchen sagt auf dem Heimweg eine Frau zu ihm: „Herr Pozzobon, so
etwas wäre doch auch schön für die Mütter.“
Er weiß, dass diese Frau nicht in der Lage ist, so etwas zu organisieren; also
lässt die Gottesmutter dir durch den Mund dieser Frau sagen: João, es ist deine
Aufgabe, den Wunsch dieser Frau zu erfüllen.
Am nächsten 18. Oktober weihen sich 22 Mütter der Dreimal Wunderbaren Mutter und
Königin. Von da ab wird diese Weihe jedes Jahr am 18. Oktober erneuert und jedes
Mal kommen neue Frauen und Mütter dazu.
In der Einladung einer Lehrerin, in der Frage eines Schulmädchens und dem Wunsch einer Mutter erkennt Herr Pozzobon den Willen Gottes und Aufträge der Werkmeisterin für ihr Werkzeug.
- Wichtig für Leben und Wirken des Herrn Pozzobon waren
innere Anregungen.
Pater Kentenich sagt uns: Gott spricht zu uns durch die Seelenstimmen. Was in
der Seele des Christen als Christ vor sich geht, das ist das Atmen des Heiligen
Geistes. Damit berühren wir natürlich nun Sachverhalte, die der heutige, moderne
Mensch kaum mehr beachtet. Das ist eben die Unterscheidung der Geister. „Der
Heilige Geist spricht in unserer Seele mit unaussprechlichen Seufzern“ (Röm
8,26). Das will praktisch heißen: Wenn wir mit dem lieben Gott verkehren, wenn
wir auf das hören, was er in uns spricht, dann erhalten wir im Gebet vielfach
Anregungen, ahnen, sehen vielfach instinktmäßige Zusammenhänge, Absichten
Gottes, die wir nur langsam ins volle Bewusstsein kommen lassen können.
Sehen Sie, darum noch einmal: eingehen auf die Einsprechungen des lebendigen
Gottes, nicht immer wie ein Eichhörnchen von Ast zu Ast springen, sondern stehen
bleiben bei all dem, was der liebe Gott in uns spricht, von uns erwartet und von
uns verlangt. (Texte zum Vorsehungsglauben)
Wie viele andere Anregungen Pater Kentenichs hat auch dieses „hören auf das, was Gott in uns spricht“; sein kleiner Schüler João Pozzobon ins Leben übertragen und befolgt.
- Seine Frau Vitoria erzählte mir: es kommt vor, dass ihr Mann im Feld hinter dem Haus arbeitet, ihm dabei ein guter Gedanke kommt, eine neue Idee, und er schnell ins Haus kommt, um diese aufzuschreiben, damit sie nicht wieder vergessen werden.
- Bei seinem
Besuch in Schönstatt 1979 fuhren wir von Stuttgart auf der Autobahn nach
Würzburg. Herr Herberger saß am Steuer, Herr Pozzobon auf dem Rücksitz und neben
ihm die „Pilgernde Gottesmutter“. Er tupfte mir auf die Schulter und fragte:
„Können wir nicht schnell mal halten?“ Ich übersetzte es für Herrn Herberger,
der aber lachte und sagte, auf der Autobahn kann man nicht so einfach mal
halten, aber sobald es möglich ist, halte ich an. Das geschah dann auch schon
recht bald. Herrn Pozzobon war auf der Fahrt ein guter Gedanke gekommen und den
wollte er gleich notieren, damit er nicht verloren geht.
Einige Tage später sagte er dann, es war die Jahreslosung für 1980.
- 1979, Herr
Pozzobon war schon Diakon und machte sich Sorgen um eine große Familie, die sich
zerstritten hatte bis hin zum Hass.
Eines Morgens, auf dem Weg zur heiligen Messe im Kapellchen kam ihm eine Idee,
wie geholfen werden könnte.
Mit Genehmigung des zuständigen Pfarrers organisierte er eine Anbetung des
Allerheiligsten im Wohnzimmer dieser Familie. Von 12.30 bis 18.30 Uhr beteten
die Mitglieder der Familie, unterstützt von den Nachbarn, zu dem in der heiligen
Hostie gegenwärtigen Heiland und Friedensfürsten, um Lösung der Probleme.
In der Tat, Versöhnung, Eintracht und Glück kehrten in die Familie zurück.
Hinweisen möchte ich auf die Tatsache, dass Herr Pozzobon für die Realisierung
der inneren Anregung die Zustimmung des zuständigen Pfarrers einholte.
Dies entspricht genau der 7. Regel zur geistlichen Unterscheidung.
(Greshake: Gottes Willen tun, S. 83)
Er schreibt: “Nur da spricht Gott mich wirklich an, wo ich bereit bin, einen Ruf oder eine geistliche Anregung dem Urteil anderer auszusetzen, wenigstens in wichtigen Fällen“.
Immer wieder habe ich erlebt, dass er sagte: Da kam mir eine Idee, ... und dann fragte ich: Stimmt das mit dem Denken Pater Kentenichs überein oder ist das der Spritritualität Schönstatts entsprechend. Soweit ich es beobachten konnte, hat er bei wichtigen Entscheidungen das Gespräch mit den Patres, den Marienschwestern und uns gesucht und geführt.
- Die pastoral
fruchtbarste geistliche Anregung bekam João Pozzobon im Januar 1959. Wie schon
Brauch, besuchte er mit der Pilgernden Gottesmutter im Januar die
Kapellengemeinde Santo Antonio, zunächst Familie um Familie. Den Abschluss
bildete am letzten Abend eine Marienfeier mit allen Familien.
Während des Rosenkranzgebetes dachte er: Ist das nicht wunderbar, an diesem
schönen Sommerabend, so viele Familien betend und singend versammelt zu sehen um
Jesus und Maria. Leider haben sie ein solches religiöses Erlebnis nur einmal im
Jahr. Das ist zu wenig, um heute in den Familien die religiöse Grundlage zu
erhalten.
Da kam ihm der Gedanke: ich habe zu Hause eine kleine Nachbildung des
Original- Pilgerbildes, das mir geschenkt wurde. Wenn ich diese kleine
Nachbildung den hier versammelten Familien schenke (er rechnete mit etwa 30
Familien), damit es dann von Familie zu Familie wandert, dann hätten diese
Familien die Heimsuchung Mariens nicht nur einmal im Jahr, sondern jeden Monat.
Am Ende dieser Feierstunde hat er diese Überlegung den Familien vorgetragen. Sie
wurde bejaht, ja, mit Begeisterung aufgenommen.
So konnte dieses kleine Pilgerbild, gesegnet von einem Priester, am 1. Februar
1959 von der Kapelle Santo Antonio in einer Prozession zur ersten Familie
getragen werden.
Nachdem er beobachtet und erfahren hatte, wie segensreich diese monatlichen Besuche der Gottesmutter im kleinen Pilgerheiligtum für die Familien sind, hat er damit begonnen weitere Familienkreise zu organisieren. Wenn zur Zeit weltweit jeden Monat 5 Millionen Familien die Gottesmutter mit ihrem göttlichen Sohn empfangen, dann deshalb, weil ein einfacher Mann des Volkes auf Gottes Stimme durch eine innere geistliche Anregung hörte und sie in einer originellen Weise ins Leben übertrug.
- Beim Schreiben kommt mir die Tagespost vom 15.11.2005
in die Hand. In einem Artikel berichtet Marie Czerpin über die Stadtmission in
Lissabon.
Sie schreibt u. a.: „... nach großen Erfolgen der beiden Stadtmissionen in Wien
(2003) und Paris (2004) waren die Erwartungen für Lissabon hoch. Doch die
Erfolge waren mäßig...“ Sie schreibt weiter: „Das sollte sich alles ändern, als
am Samstagnachmittag (12.11.) die von den Portugiesen hochverehrte Statue der
Gottesmutter von Fatima in der Stadt erwartet wurde...
Als die zierliche Marienstatue, auf einen weißen Blumenteppich gebettet, die
Hauptverkehrsachse Lissabons durchquerte, von reitenden Soldaten in prachtvollen
Uniformen eskortiert, vor und nach ihr eine nicht enden wollende
Lichterprozession, (über 800000 Menschen) da wurde klar, das alle auch noch so
modern und medial wirksamen ,Missionierungsmethoden’ von der ,stillen Methode’
der Muttergottes einfach in den Schatten gestellt werden.“
Diese Beobachtung und Bewertung der Berichterstatterin bestätigt unseren Vater und Gründer, der 1968 die Pilgerkampagne des Herrn Pozzobon als eine neue, moderne Pastoral bezeichnete, wie wir sie heute brauchen.
„Hören was Gott in uns spricht, von uns erwartet, von uns verlangt“, so mahnt uns Pater Kentenich. Dann kann Gott, kann die Gottesmutter uns, wie Herrn Pozzobon, als Werkzeuge gebrauchen.
Fortsetzung folgt!