Gleichnisbild

Auf Gottes „Rolltreppe“ himmelwärts

 

Stellen Sie sich eine für Sie persönlich bestimmte Rolltreppe vor, die von Ihrem Standort auf Erden zum Himmel emporsteigt. Bei ihrem Stillstand ist es für Sie aussichtslos über die zahllosen Stufen hinaufzukommen. Doch, wenn Sie nach dem Betreten der Treppe beginnen die ersten Stufen emporzusteigen, setzt sich sofort die „Rolltreppe Gottes“ in Bewegung und bringt Sie um ein Mehrfaches der von Ihnen bewältigten Strecke höher hinauf. Wenn Sie müde geworden sind und Ihnen das himmelwärts Steigen verleidet ist, werden Sie bald mal auf den Gedanken

kommen: Ich könnte mir doch das eigene Aufwärtssteigen ersparen, mich bequem auf eine Treppenstufe setzen und durch die Rolltreppe empor ziehen lassen, die bringt mich ja noch genügend schnell zur Höhe. Doch welche Enttäuschung. Die empor laufende Himmelstreppe erträgt keine völlig passiven „Mitfahrer“ und hört sogleich auf, Sie weiter nach oben zu transportieren. Sobald Sie sich aufraffen und erneut anfangen, so gut Sie es vermögen selber über die Stufen himmelwärts zu steigen, kommt auch die Treppe wieder ins Rollen und trägt Sie beschleunigt dem Ziel entgegen. So erkennen Sie nach kurzer Zeit der Erfahrung die „Betriebsregel“ dieser fahrenden Himmelstreppe: Sie bewegt sich nur solange zur Höhe empor, als ich mich auch selber himmelwärts bewege. Mache ich schlapp, steht auch sie still. Schreite ich selber schneller (in meinem Heiligkeitsstreben) empor, so steigert auch sie ihre Aufstiegsgeschwindigkeit.

Dieses Zusammenspiel von „Nichts ohne Dich, o Gott, und nichts ohne uns (mich)“, bringt uns zuguterletzt ans Ziel der ewigen
Seligkeit im himmlischen Heiligtum Gottes.

 

(von P.E.Hinder)