Internationales Jugendfestival in Schönstatt

zur Vorbereitung auf den Weltjugendtag

 

Genau eine Woche vor dem Weltjugendtag ist in Schönstatt das internationale Jugendfestival eröffnet worden, zu

dem über 2500 Jugendliche nach Schönstatt bei Koblenz gekommen sind. Für ihn als Bischof von Trier sei es

eine große Freude, so Bischof Dr. Reinhard Marx am Morgen des 8. August bei der Eröffnungsmesse des

Jugendfestivals, dass der Weltjugendtag im Bistum Trier heute nun beginne. Aus fast vierzig Ländern kommen

die Jugendlichen, die sich in Schönstatt vom 7. bis 11. August auf den Weltjugendtag in Köln einstimmen und

vorbereiten möchten: die größte Gruppe sind mit über 600 die Chilenen, gefolgt von Deutschland, Ecuador,

Mexiko, Portugal, USA und Paraguay­ die Fahnen dieser Länder sieht man häufiger wehen an diesem Morgen,

doch auch die kleinen Delegationen aus Nigeria etwa oder Bolivien, aus Südafrika oder von den Philippinen

zeigen mit ihren Fahnen Präsenz. Schon im April 1919 hatte Pater Kentenich, der Gründer der

Schönstattbewegung, der damaligen Jugend die Drei Könige, diedem Stern folgten, um IHN, Christus,

anzubeten, als Modell gezeigt; „am Morgen unseres Lebens“, so sagte er damals sei auch ihnen ein Stern

erschienen: Jesus und Maria. „Ungeachtet aller Schwierigkeiten sind wir hierher gekommen“ ‑ wie zu den jungen

Leuten gesagt, die zum Teil enorme Anstrengungen auf sich genommen haben für diese Pilgerreise nach

Schönstatt und Köln ‑, „um Jesus und Maria unverlierbar zu finden“ „Deshalb sind wir“, sagte der Gründer

Schönstatts damals, deshalb sind auch die Jugendlichen gekommen: sie möchten der Jugend der Welt, die nach

Köln kommt, ihre Kraftquellen zeigen, den Weg, der sie bewegt.

„Ihr erfahrt das Heiligtum in Schönstatt als Kraftquelle“, so rief Bischof Dr. Reinhard Marx bei der Predigt auf dem großen Pilgerplatz in Schönstatt den unter Schirmen und Regenjacken bibbernden, aber gut gelaunten Jugendlichen zu.

„Das Heiligtum ist ein besonderer Ort der Begegnung mit dem Gott unseres Lebens. Hier nimmt euch Maria, die Mutter des Herrn, im Liebesbündnis an die Hand. Sie weiß um eure Sorgen und Nöte, sie weiß um eure Ängste. Mit Maria erlebt Ihr: Sie ist unsere Mutter. Sie tröstet uns, sie gibt uns Kraft, denn sie führt uns hin zu Christus, der das Leben selbst ist!“
Wie die Drei Könige hätten sie sich aus fernen Ländern auf den Weg nach Köln gemacht, um in der großen Gemeinschaft der Jugendlichen aus aller Welt mit dem Papst Christus anzubeten. „Das heißt, dass wir bekennen: Jesus, auf Dich setze ich, auf Dich vertraue ich, mit Dir will ich den Weg meines Lebens gehen. Ich will nicht stehen bleiben, ich will es nicht einfach nur bequem haben in meinem Leben. Ich will, von Christus gestärkt, aufbrechen zum Leben in Fülle, das nur er schenken kann!“

 

Das, was sie selbst als Schatz für ihr Leben im Heiligtum der Gottesmutter entdeckt haben, das, was in ihren Herzen brennt, das, so Bischof Marx, wollten die Jugendlichen durch ihre Mitarbeit in der Schönstatt‑Jugend und in den Pfarreien weitergeben, und dafür wolle er ihnen am Beginn ihres internationalen Festivals danken. Dabei erwähnte er die Kraft des Lebenszeugnisses und der Vorbilder und erinnerte daran, dass er vor wenigen Wochen den Ergänzungsprozess zum Seligsprechungsverfahren für Josef Engling, einen der Jugendlichen der Gründergeneration Schönstatts, eröffnet habe. „Er hat mit seinem ganzen Leben bezeugt, was es heißt, sich von der Gottesmutter im Heiligtum zu einem Menschen mit festem, freiem, priesterlichem Charakter erziehen zu lassen. Die Soldaten, die ihn in Hagenau oder an den Frontabschnitten erlebt haben, durften spüren: da brennt ein Herz für Christus und für die Gottesmutter! Oder schaut auf den Seligen Karl Leisner: "Christus! Ohne dich kann ich nichts, mit dir alles" ‑ "Christus ‑ du bist meine Leidenschaft." Das sind Worte von Karl Leisner, die zu Herzen gehen, weil man spürt, dass sein Herz brennt.“, so Bischof Marx zum Schluss der Predigt in dem internationalen Gottesdienst, bei dem neben Weihbischof Peters aus Trier und Bischof Valarezo aus Ecuador zahlreiche Priester aus den beteiligten Ländern mitzelebrierten.

Nach dem Festival brechen die meisten Jugendlichen auf zu den Tagen der Begegnung in den Diözesen; viele deutsche Jugendliche, die sich in den Pfarreien engagieren, haben beim Festival in Schönstatt Jugendliche kennen gelernt, die in ihre Pfarreien kommen; gemeinsam fahren sie dann nach Köln zum Weltjugendtag, „um IHN anzubeten“.

(Heimat-Echo v. 12.08.2005)