Besinnungstage, Liebesbündnis und Erneuerung

1. Stillschweigen bei den Besinnungstagen
Nur durch
Zeiten des Stillschweigens erhalten die Besinnungstage den nötigen Tiefgang. Der
Einzelne kommt zur Besinnung und wird offen für Gott.
Die Männer sind aber nicht leicht für das Stillschweigen zu gewinnen. Bei den
Besinnungstagen 2005 haben einige Männer das moniert. Ich habe den Männern dann
dargelegt, warum es so wichtig ist und ich bin froh, dass ich nicht nachgegeben
habe. Ein Jahr später war einer der Männer ganz positiv für das Stillschweigen
eingestellt.
Wichtig ist ein Gespräch anzubieten. Gespräche die wichtig sind sollten
allerdings außerhalb der Gemeinschaft geführt werden.
Hilfsmittel für das Erreichen der Stillschweigens: Bei den Mahlzeiten religiöse,
dem Kirchenjahr entsprechende Musik, auch Klassische Musik (CD oder Kassette).
Beim Tischgebet nach dem Essen, evtl. auch vorher, der Situation entsprechend
für das Stillschweigen zu danken und auch immer neu darum zu bitten.
2. Besinnungstage getragen durch das Gebet
Ich darf als Abteilungsführer persönlich immer wieder erfahren und auch spüren, dass ich für meine Arbeit vom Gebet der Männer getragen werde. Dies trifft besonders auf die Besinnungstage zu. Ich setzte bei den Vorbereitungen zu diesen Tagen auch voll auf die Hilfe der Übernatur. Besonders der Gottesmutter und Pater Franz Reinisch werden von mir bestürmt, für gute Besinnungstage zu sorgen.
Ein
besonderes Erlebnis aus meiner Anfangszeit: Ein Mann, kritisch eingestellt,
Kolping Mann, schrieb mir, dass er oft für mich betet und dankte mir für meinen
Einsatz in der Männerliga Oberland.
Der praktizierte Wächterdienst an unserem „Dilexit-Ecclesiam-Heiligtum“ trägt
mit dazu bei, dass die Besinnungstage fruchtbar sind.
3. Wandlungswunder während der Besinnungstage
Ein besonderes Erlebnis bei Besinnungstagen hatte ich vor etwa 15 Jahren: Ein Mann, von Beruf Lehrer tat sich durch eine besonders kritische Art und Weise hervor. Im Verlauf der Tage wurde er immer ruhiger und zufriedener. Nach dem Mittagessen am Ende der Besinnungstage meldete er sich zu Wort. Er berichtete, dass er an Schönstattzentrum gekommen sei um der Schönstattbewegung zu schaden. Dann entschuldigte er sich in aller Form für sein Verhalten und für seinen Vorsatz. Er bemerkte, dass die Besinnungstage ihm die Augen geöffnet hätten und er mit einer positiven Einstellung zu Schönstatt nach Hause geht.
Unsere MTA hat ein Wandlungswunder vollbracht und diesem Mann an ihr Herz gezogen.
4. Angebot zur Ablegung der Mitarbeiterweihe
Die
Weihe an die Gottesmutter ist das wertvollste Geschenk das uns unser Vater und
Gründer Pater Josef Kentenich geschenkt hat und die Besinnungstage sind am
besten geeignet den Männern dieses Angebot schmackhaft zu machen.
Wichtig ist, dass der Verantwortliche Begleiter der Besinnungstage sich mit dem
Priester abstimmt und selbst - im Vortragssaal - über den besonderen Wert des
Liebesbündnisses spricht. Ich als Abteilungsführer berichte den Männern aus
meiner positiven Erfahrung und biete für Interessierte ein Gespräch an. Diese
erhalten auch die Broschüre über die Mitarbeiterweihe.
Danach erfolgt das Auslegen der Liste zum freien Entschluss, die
Mitarbeiterweihe abzulegen.
Männer die sich für die Mitgliedsweihe interessieren erhalten die entsprechende Broschüre mit dem Hinweis, dass dafür eine Vorbereitungszeit von etwa einem Jahr erforderlich ist.
Ich persönlich bete bei den Besinnungstagen im Heiligtum, dass die Gottesmutter dafür sorgt, dass Männer sich für das Liebesbündnis entscheiden. Dankbar bin ich der Gottesmutter auch dafür, dass ich immer wieder erleben darf, dass Männer sich äußern und mir mitteilen, dass sie Hilfe durch das Liebesbündnis erfahren durften.
Die Weihe wird dann bei der letzten Eucharistiefeier im „Dilexit-Ecclesiam-Heiligtum“ feierlich von den Männern abgelegt.
5. Warum Weiheerneuerung?
Die
Weiheerneuerung ist ein wichtiger Akt um das Liebesbündnis immer wieder neu zu
vertiefen und zu beleben.
Ich lege die Listen zur Weiheerneuerung gleichzeitig mit den Listen für die
Ablegung der Mitarbeiterweihe aus.
Beim uns im Oberland hat sich dafür ein Zweijahresrhythmus ergeben.
Der Weiheakt für die Erneuerung erfolgt nach der Weihe der neuen Kandidaten (sofern neue Kandidaten da sind). Es ist für beide, für die Weihekandidaten und für die Männer die die Weihe erneuern, ein besonderes Erlebnis mit Tiefgang, diesen Akt in einer gemeinsamen Feierstunde abzulegen.
Nach der Eucharistiefeier beglückwünschen die Männer die Weihekandidaten. Es wird dann auch gleich ein Gruppenfoto mit allen Männern gemacht.
Beim anschließenden Mittagestisch steht eine brennende Kerze bei jedem der neuen Weihekandidaten.
6. Beichtgespräch
Das angebotene Beichtgespräch wird von den Männern sehr gerne angenommen. Bei uns in Aulendorf sind immer zwei Beichtväter im Einsatz.
Meine Meinung ist, dass nur durch das Beichtgespräch mit dem Priester ein echter Neubeginn, bzw. eine Neuordnung und Neuorientierung bei einzelnen Teilnehmern der Besinnungstage erfolgen kann.
Roland Rast