Drittes Referat:

Vaterspuren und Zeitaufgaben mit Blick
auf die Enzyklika “Deus Caritas Est“

1.  Vaterspuren wurden uns geschenkt durch die Päpste
(und durch führende Männer in Staat und Gesellschaft).

Johannes XXIII. (ein liebeerfüllter brüderlicher Vater; ich bin Josef, euer Bruder).

Paul VI. (ein mutiger Vater, Humanae Vitae, Kirche im Dialog mit allen).

Johannes Paul I. (ein gütiger Vater, das Lächeln wieder in die Kirche gebracht).

Johannes Paul II (ein Vater für unzählige Jugendliche und Familien, demütig um Verzeihung bittender Vater, zu allen hingehender Vater).

Eine herausragende Vaterspur ist für uns auch Papst Benedikt XVI.

-    Er sieht sich selbst als einfachen Arbeiter im Weinberg des Herrn, der bittet um das Gebet, damit er den Willen Christi erkennt und den Weg Christi gehen kann.

-    Er darf Vater einer Kirche sein, die lebendig und jung ist.

-    Er ist ein fest im Glauben gegründeter Vater, wendet sich gegen Relativismus in Glaubensfragen.

-    Er darf als eucharistischer Vater wirken.

-    Beim Weltjugendtag in Köln sprach er von der Kernwandlung in der Eucharistie. In jedem Menschen sei Sehnsucht nach Wandlung. Das schenke die Eucharistie. Den Jugendlichen gab er zwei “Impulse”:

     1. Den Sonntag heiligen, die heilige Messe einplanen.

     2. Bildet Gemeinschaften aus dem Glauben heraus.

2.  Herausragend ist die Vaterbotschaft Papst Benedikts XVI. in der Enzyklika „Deus Caritas Est“. Der Papst ist dadurch für uns ein Vater der zentralen Botschaft Christi - Gott ist die Liebe.
An Weihnachten, am 25. Dezember 2005, unterzeichnete er die Enzyklika „Deus Caritas Est“ - eine Botschaft von der Vaterliebe Gottes.

1. Einleitung -Begründung

Gott ist die Liebe. Johannes ist der Theologe der Liebe. Diese Botschaft ist von höchster Aktualität in einer Welt, in der im Namen Gottes zu Hass und Rache aufgerufen wird.

Zwei Teile hat das Schreiben:
1. Die Liebe in ihren Dimensionen.
2. Die Nächstenliebe.

2. Liebe als Wort wird oft missbraucht und muss richtig gebraucht werden.
Es gibt eine Bedeutungsvielfalt von “Liebe”, von Eros, Philia und Agape.
Urtypus der Liebe ist die Liebe zwischen Mann und Frau.

3. Eros und Agape - Unterschied und Einheit.

4. Die Griechen sahen Eros als Rausch, göttliche Raserei. Das Alte Testament kämpft dagegen.

5. Folgerung: Eros hat mit Göttlichem zu tun, aber bedarf der Reinigungen und Reifungen. Nicht der zum Sex degradierte Eros ist gemeint, sondern Eros, der zum Göttlichen hinreißt.

6. Liebe soll von der suchenden und begehrenden Liebe zur sich hingebenden, dienenden Liebe werden.

7. Eros und Agape sollen nicht als Gegensätze oder getrennt gesehen werden, sondern einander ergänzen: Der gottsuchende Eros soll zur weiterschenkenden Agape führen.

8. “Im Letzten ist Liebe eine einzige Wirklichkeit.”

9. Aristoteles sieht Gott als Macht und als Gegenstand des Begehrens. Aber dieser Gott liebt nicht, er soll aber geliebt werden.

9a. Die Bibel kündet aber den liebenden Gott, der Menschen erwählt, wie bei einer Brautschaft...

Bei Pater Kentenich gibt es die Unterscheidungen in (siehe Buch Werktagsheiligkeit):

Die naturhafte Liebe, die primitiv, engherzig, ichsüchtig sein kann, - Amor genannt.

Die natürliche Liebe, die geleitet ist von klarer Erkenntnis und dem festem freien Willen - Dilectio genannt.

Die übernatürliche Liebe, Caritas, Agape genannt, die Gnade Gottes ist.

Pater Kentenich spricht in den Montagabendvorträgen in Milwaukee - Januar bis März 1961 (Band 20) - zu Eheleuten und hilft ihnen die Zusammenhänge zu erkennen:

Die Formen der Liebe: Sexus, Eros, Amor, Caritas oder Agape, gilt es zusammenzusehen. Der Mensch muss immer als Person handeln und die Person des anderen sehen.

Die Enzyklika weist dann darauf hin (Nr. 13), dass die Liebeshingabe Christi am Kreuz (die durchbohrte Seite Jesu) bleibende Gegenwart in der Eucharistie geblieben ist, die Eucharistie hat sozialen Charakter.

Im 2. Teil der Enzyklika (Nr. 19ff) geht es um das Liebestun der Kirche - im Heiligen Geist. Gegen den marxistischen Einwand gilt:

a)  das Grundprinzip des Staates ist die Erstrebung der Gerechtigkeit unter Berücksichtigung des Subsidiaritätsprinzips.

b)  Liebe, Caritas, wird aber immer in jedem Staat nötig sein.

Schluss: Die Heiligen haben die Liebe in beispielhafter Weise verwirklicht:

 -   der heilige Martin von Tour

 -   die selige Theresa von Kalkutta (vom Altar in den Alltag)

 -   in Schönstatt hat uns Pater Kentenich im KZ Dachau die Gottes- und Nächstenliebe vorgelebt,

     a)  in primitiven Verhältnissen nicht primitiv werden

     b)  immer etwas abgeben (bei jeder Mahlzeit gab er etwas ab, bezeugt Kaplan Heinz Dresbach)

Herausragend ist Maria, die Mutter des Herrn, die eine große Liebende war,

            beim Besuch bei ihrer Cousine Elisabeth,

            in Kana, als sie die Not der Brautleute wahrnahm,

            als Jesus begann, seine “neue” Familie aufzubauen und sie zurücktrat.

Zusammenfassung: Entdecke Gottes Spuren in deinem Leben!

Wie hat mich Gott geführt?

Wo habe ich besonders tief seine Liebe erfahren?

Wie können wir unaufdringlich von der Liebe Gottes Zeugnis geben?