Tag der Männer in Oberkirch
Den
30. "Tag der Männer" im Schönstattzentrum Marienfried Oberkirch würdigte der
Freiburger Erzbischof Dr. Robert Zollitsch mit einem Pontifikalamt in der
Hauskirche. Seine Predigt stand unter dem Leitspruch:
"Dem Vater auf der Spur".
Oberkirch
(rv). Rund 300 Männer der Diözesan-Schönstatt-Bewegung und Ordensfrauen auf
Marienfried lauschten gespannt den Worten des Erzbischofs. Entscheidend für den
Gläubigen sei, dem liebenden Vatergott auf der Spur zu sein und ihn in seinem
Leben zu entdecken. Ureigenste Aufgabe der Männer und Väter sei es daher, Abbild
des Vatergottes zu sein. Die Realität zeige aber nicht die einfache, sondern die
andere Seite, nämlich wie Spiegel-Autor Matthias Matusek in seinem Buch "Die
vaterlose Gesellschaft" schreibt, eine nüchterne Bilanz: Erschreckend viele
Kinder wüchsen ohne jegliche Beziehung zu ihrem Vater auf, besonders aufgrund
zunehmender Scheidungsraten. Aber selbst in sogenannten "intakten" Familien
scheinen die Väter für ihre Kinder zunehmend auszufallen, stellte der Erzbischof
fest. Das Eingeständnis von Vätern spricht Bände: Nur 37 Prozent der Männer
sagten demnach von sich, dass sie genug Zeit mit ihren Kindern verbrächten.
Dabei dürfe man nicht außer Acht lassen, wie entscheidend und wertvoll Männer
und Väter für die Familie und das Miteinander in der Familie seien. "Sie haben
die große Aufgabe, als Väter, und sei es als Großväter, das Bild des Vaters in
der Familie, in der Gesellschaft wach zu halten", rief der Geistliche den
Schönstatt- Männern zu. Denn nur dort, wo ein liebender Vater erfahrbar sei,
könne die Rede vom liebenden Vatergott die nötige Resonanz finden. Mit dem Titel
"Kindsein vor Gott" führe der Gründer der Schönstatt-Bewegung, Pater Joseph
Kentenich, mitten in das Thema: Der Hauptbeweggrund für das göttliche Handeln
sei die väterliche Liebe. Es komme aber darauf an, nicht bloß die Idee der
Kindlichkeit vor Augen zu haben, sondern dass das ganze Sein und Wesen davon
erfüllt sei. Nach Pater Kentenich gelte es, sich wie ein Kind ein
unerschütterliches Vertrauen auf den Vatergott anzueignen. Gemeint sei, ein
kindliches Vertrauen auf die Allmacht, die Güte und die Treue des Vaters zu
setzen. In der Nachfolge des Schönstatt-Gründers bewegten sich die Männer immer
wieder auf der Spur des liebenden Vatergottes. Dadurch könne für die
Gesellschaft viel Heil gewirkt werden. "Solange sich so viele Väter in der
Nachfolge des himmlischen Vaters befinden, kann die Gesellschaft keineswegs als
"vaterlos" bezeichnet werden", beendete der Erzbischof sein Predigtwort.

Erzbischof Dr. Zollitsch segnete anschließend ein Marienheiligtum, das er einem Vater für das Apostolat der pilgernden Gottesmutter für die Familien übergab.
Roman Vallendor – Mittelbadische Presse -