Auszüge aus einem Beitrag zum Mitbeteiligungsprozess

1.   Auf welche Brennpunkte des Lebens wollen wir heute von Schönstatt aus Antwort geben, neue Wege gehen, Perspektiven zeigen?

Antwort:

Die Schönstattbewegung sollte auf die allenthalben eingetretene Entchristlichung Europas und der sich daraus ableitenden Folgen Antwort geben.

Europa muss zu seinen christlichen Wurzeln zurück finden und den christlichen Glauben wieder zum Leuchten bringen.

Vor 10 Jahren begannen zweierlei „Strömungen“:
a) das Projekt Pilgerheiligtum hier in Deutschland
b) angeregt von einigen Schwestern dieses Projektes das „weihnachtliche Krippensingen“.

Mit dem Projekt Pilgerheiligtum hat die Muttergottes von Schönstatt sich an den bestehenden Gliederungsstrukuren vorbei auf den Weg in die Weite“ -  in die Pfarrgemeinden gemacht zu Familien, Alleinstehenden, zu dem Glauben Fernstehenden,  um mit Ihrem Kind Segen und Gebet in die Häuser zu tragen – um auf  diese Weise Menschen im Alltag wieder näher zum Glauben zu führen und Christentum im Alltag wieder erfahrbar zu machen, denn Christsein leben in Familie und am Arbeitsplatz verändert die Welt. ...

2.   Wie soll Schönstatt in der Kirche und Öffentlichkeit wahrgenommen werden?

Antwort:

Über das Projekt Pilgerheiligtum wird Schönstatt in den Pfarrgemeinden wahrgenommen: Durch Aussendung von neuen Pilgerheiligtümern in den Pfarrkirchen, durch Messgestaltungen der Pilgerkreisfamilien, Gestaltungen von Rosenkranz-, Kreuzweg- und Maiandachten durch die Pilgerkreisfamilien, durch Vorträge in den Pfarreien zu den Themen: Vorsehungsglaube, Liebesbündnis etc., durch Einbeziehung der Projektes Pilgerheiligtum in die Kommunionvorbereitung, Einbeziehung von Kindergärten und Altenheimen in die Pilgerkreise, Einbeziehung in das Krankenapostolat (Besuchsheiligtum) durch Engagement von Menschen aus Pilgerkreisfamilien / aus Schönstattgliederungen in ehrenamtlichen  Tätigkeiten in  der Pfarrgemeinde etc.

Durch das Projekt Pilgerheiligtum wird in vielen Pfarrgemeinden die frühere „Ausgeschlossenheit“ Schönstatts (aufgrund der Verbannung Pater Kentenichs) aufgebrochen. Über das Projekt Pilgerheiligtum werden auch Menschen erreicht, die die Kirche aufgrund der sich immer mehr auflösenden Strukturen nicht mehr erreicht.

3.   Welche inhaltlichen Akzente würde Pater Kentenich meiner Ansicht nach heute setzen?

Antwort:

...  Ich denke, Pater Kentenich würde heute das Projekt Pilgerheiligtum als wichtigen Beitrag für ein wieder christlicheres Europa sehen, weil durch die pilgernde Gottesmutter mit dem Jesuskind das Volk, insbesondere die Familien etc. erreicht werden, aus denen wieder christlicheres Leben erwachsen – wieder eine christlichere Kultur entstehen kann. Schönstatt ist in besonderem Maße auch eine apostolische Bewegung und sollte daher  in starkem Maße im Sinne von Pater Kentenich zur Wieder-Christianisierung Europas im Schoße der Kirche beitragen.

Ich denke, dass wir dazu eine noch viel größere Pilgerheiligtumsströmung und Wallfahrtsbewegung in Europa brauchen, um vor allem auch junge Menschen für Schönstatt – für den Glauben zu begeistern. Schaut man auf die Schönstattbewegung in Südamerika, so muss man feststellen, dass dort der Geist von Pater Kentenich über eine große Pilgerheiligtumsströmung getragen wird, damit all Schichten der Gesellschaft erreicht werden und dort die Zahl der Christen stark zunimmt – im Gegensatz zu Europa.

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Reinhold Schneider, Diözesanführer von Fulda

Red. Herr Schneider hat mit seiner Frau 30 Pilgerheiligtumskreise ins Leben gerufen.