Ein Bild des Vaters

Beim Delegiertentreffen der Schönstattfamilie der Erzdiözese Freiburg am 28./29. September 2007 hielt Rektor Dr. Birkenmaier im Schönstattzentrum Marien-fried in Oberkirch das Referat: „Vaters Botschaft damals (1967) – unser Auftrag heute (2007).“

Unter dem Punkt „Ein Bild des Vaters“ sagte er u. a.:

»Bevor ich zum eigentlichen Thema komme, möchte ich noch etwas zu der Statue des Heiligen Josef sagen, die ich aus dem Heiligtum mitgebracht habe: Diese Statue wurde vor 40 Jahren unserem Vater geschenkt von mehreren Priestern, die den Namen Josef trugen. Pater Kentenich hat die Statue ganz am Ende seines Hierseins bei dem kurzen Besuch im Heiligtum gesegnet (zusammen mit dem Heilig-Geist-Symbol). Im Blick auf diese Josef-Statue sagte er:

Ich meine, wir müssten bloß die Statue als solche deuten. Dann haben wir zunächst den heiligen Josef hier als den Arbeiter, also als den Heiligen der täglichen Arbeit, den Heiligen der Werktagsheiligkeit. Ideal für uns. Wollen aber auch zweitens uns dann daran erinnern, dass er in einer eigenartig vollkommenen Weise das Ideal der Herrschaft des Vatergottes über seinen Willen darstellt. Der Vater braucht bloß zu atmen - wir sagen dafür gern in einer anderen Sprache: Federflöckchen für den Atem Gottes ist er geworden. Eine eigenartige Prägung, die aber besagen will: im Traume lässt er sich sagen, was der liebe Gott will; stand sofort auf (und) flieht nach Ägypten. In ähnlicher Weise auch dorten derselbe Vorgang: zieht wieder zurück in seine Heimat. Werktagsheiligkeit schließt also nicht nur in sich (die) Herrschaft Gottes über den Verstand, sondern auch über den Willen, über das Herz, ja über das ganze Leben. Wenn bei uns alles darauf ankommt, ein Ja zu sagen zu Gott in allen Situationen, ihn hinter allem zu entdecken, seinen Wunsch zu erforschen, seinen Wunsch und Willen abzulesen aus den Ereignissen des Lebens, dürfen wir in Wahrheit sagen: Josef stellt das Ideal der vollen Herrschaft des Vatergottes über seine Person dar. (Er) lehrt uns also im Vollsinn des Wortes beten: "Vater unser, der du bist im Himmel, geheiligt werde dein Name, zu uns komme dein Reich, dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden." Dein Wille, nicht mein Wille. Ja, Vater, ja! Gerne, gerne!“

Pater Kentenich zeichnet in diesem schönen Text den Heiligen Josef vor allem als Mensch, der sich ganz von Gott führen lässt. Er ist das Vorbild des Menschen, der den Vater siegen lässt über sich. Der Heilige Josef ist also – so könnte man sagen – die gelebte „Victoria Patris“ in Person. In gewisser Weise zeichnet sich unser Vater in diesem Text selbst. Er war das Federflöckchen im Windhauch des himmlischen Vaters: Ganz beweglich, ganz offen, nur darauf hin ausgerichtet, was Gott jetzt wirken will. Die Josef-Statue in unserem Heiligtum ist also nicht nur von Pater Kentenich gesegnet, sondern sie ist auch ein Symbol für ihn selbst. Er lädt uns ein, seinen Weg mitzugehen und uns von Gott führen zu lassen.«