Gedanken zur Jahreslosung

Wir haben im Arbeitsjahr 2007/2008 eine Reihe von Anregungen für unser Vatersein und Vaterwirken erhalten. Sei es durch die Referate von Pater Grill (vgl. SchönstattMann 2 und 3/2007), das Referat von Herrn Arendes (vgl. SchönstattMann 3 und 4/2007, sowie 1/2008), die Führerbriefe 2/2007 durch den Beitrag von Herrn Künstler, 3 und 4/2007 durch die Anregungen von Herrn Robertz sowie 1/2008 durch die Wiedergabe des Referates von Herrn Bradler. Alle gaben Hilfen für die Gruppenarbeit.

Bei den Oasen- oder Diözesantagen, bei denen ich mitgestalten konnte, habe ich neben dem Jahreslosungslied von Herrn Wünstel Zeitenstimmen und Beispiele zu unserem Vatersein und Vaterwirken aufgezeigt und anschließend das dreifache Vaterbild vorgestellt:

1. Der eiserne Vater:

Der eiserne Vater begnügt sich damit, seinen verdammten, allernotwendigsten Pflichten nachzukommen, die er oft nur oberflächlich erfüllt. Im übrigen kreist er um sich selbst. Er tut also bis zum Äußersten nur die notwendigste Pflicht.

2. Der silberne Vater:

Der silberne Vater bringt heroisch große und größte Opfer für seine Familie. Er will etwas leisten. Er kreist immer wieder um Aufgaben und weiß sich diesen Aufgaben erschöpfend hinzugeben.
Seine Beweggründe? Ehrsucht, Machtsucht, Selbstherrlichkeit.

3. Der goldene Vater:

Der goldene Vater ringt in seinem Sein darum,  in der jenseitigen Welt zuhause zu sein.
Er ringt um jenseitige Maßstäbe.
Bei persönlichen Enttäuschungen, bei Enttäuschungen mit seiner Frau, bei den Kindern, beim Vorgesetzten oder Untergebenen gibt er nicht auf und erbittet sich Hilfe von den jenseitigen Personen.

Der goldene Vater weiß, was er will und ringt um die Umsetzung aus einem hohen Ideal heraus.

1.1.       Dazu gehört Vaterweisheit, zum Beispiel die Spuren Gottes zu erkennen und ihnen zu folgen.
Ob das Fernsehen ihm dabei helfen kann?
Wie viele Minuten widme ich täglich dem Fernsehen und wie viele Minuten verbringe täglich vor einem MTA-Bild oder vor dem Tabernakel?
Eine Jahreslosung, ein Persönliches Ideal wird mir helfen, eine von innen geleitete Persönlichkeit zu werden (vgl. „SchönstattMann 4/2007“, Seite 42).
Dazu sind immer neu Verstandesschulung notwendig und die Bitte um die Gaben des Heiligen Geistes, damit uns die erleuchtete Zielklarheit geschenkt wird.

1.2.       Dazu gehört die Vatermacht.
Wenn der goldene Vater etwas als richtig erkannt hat, setzt er es in die Tat um.
Eine Hilfe dazu ist die „Geistliche Tagesordnung“. Sie hilft gegen Vergesslichkeit und Stimmungswechsel.
Bemühen wir uns um Treue im Kleinen und darum, unseren Willen zu trainieren, um damit unsere Zielstrebigkeit zu fördern, auch dann, wenn im Alter die Kräfte nachlassen.

1.3.       Dazu gehört die Vaterliebe und Vatersorge für die Familie, am Arbeitsplatz oder dort, wo wir in einer Gemeinschaft, einem Verein etc. Verantwortung übernommen haben.
Auch wenn wir älter werden, dürfen wir lernen, das mehr und mehr zu erkennen, zu tun und zu lieben, was der himmlische Vater von mir erwartet.
Anschauliche Beispiele schilderte uns Herr Arendes in seinem Referat auf der Führertagung 2007 (vgl. SchönstattMann 2 bis 4/2007 und 1/2008).

1.4.       Wenn ich als Mann und Vater lieben und sorgen soll, gilt das Gebot „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. Zur Selbstliebe gehört: achten auf einen guten und genügenden Schlaf, auf Muße und Entspannung. Auch Männer haben ein Gemüt, damit eine innere Zielergriffenheit möglich ist.

Der Heilige Vater, Papst Benedikt XVI. hat in seiner Enzyklika „SPE SALVI“ über die christliche Hoffnung unter Punkt 29. den Kirchenlehrer Augustinus zitiert, der über seine Erfahrung als Pfarrer in der Hafenstadt Hippo berichtet: „Unruhestifter zurechtweisen, Kleinmütige trösten, sich der Schwachen annehmen, Gegner widerlegen, sich vor Nachstellern hüten, Ungebildete lehren, Träge wachrütteln, Händelsucher zurückhalten, Eingebildeten den rechten Platz anweisen, Verzagte ermutigen, Streitende besänftigen, Armen helfen, Unterdrückte befreien, Guten Anerkennung zeigen, Böse ertragen und (ach!) alle lieben!“ 22 Sermo 340,3: PL 38, 1481; vgl. F. Van der Meer, Augustinus der Seelsorger (1951), 318

Anregungen für einen Mann und Vater zum Leben aus unserer Jahreslosung?

G. M. Basler