Männerwallfahrt nach Schönstatt

Die diesjährige Männerwallfahrt nach Schönstatt fand wieder in der ursprünglichen Form statt, d. h. eine profilierte Wallfahrt für Männer. Dadurch erfolgte die Anreise ausschließlich mit dem PKW.

Für die am Samstag angereisten Männer gab es um 16.30 Uhr im Taborheiligtum eine heilige Messe mit Herrn Pfarrer Otto Maurer, der auch die Predigt hielt. Er begleitete uns auch beide Tage mit Vorträgen, auf die ich im weiteren noch eingehe.

Bei der ersten Predigt zitierte Pfarrer Maurer aus dem Heft: "Tabor-Heiligtum - Quelle neuen Lebens", von Herrn Amrein. Er meinte, so wie Jesus die drei Jünger auf den Berg Tabor mitnahm, aber nur sie, so können wir uns auch vorstellen, dass er heute uns von der Männerliga meint, indem wir hierher gekommen sind.

Nach dem Abendessen im Jugendzentrum und der Beichtgelegenheit gab es den ersten Vortrag mit dem Thema: "Wie erlebte ich Pater Kentenich".

Herr Pfarrer Maurer gab ein lebendiges Zeugnis von Pater Kentenich, vor allem über die Zeit, wo er ihn in Milwaukee im Exil besuchen durfte.

Begonnen hatte alles mit Rektor Dresbach, der ihm während seiner Priesterausbildung immer von Pater Kentenich erzählte, vor allem von seiner gemeinsamen KZ-Zeit mit Pater Kentenich. Es hat ihn und seine jungen Priesterkollegen unheimlich fasziniert und begeistert, dass dieser Pater so eine prophetische Ausstrahlung hatte. Dann sein Besuch in Milwaukee. Es war natürlich ein Erlebnis, das tief in seiner Erinnerung und in seinem Herzen geblieben ist und das er mit einer inneren Überzeugung und Freude uns näher brachte. Vor allem wird er die Verabschiedung nie vergessen, die so persönlich und herzzerreißend war. Man spürte einfach, das ist kein gewöhnlicher Priester, das ist schon ein Prophet. Auch nach der Rückkehr Pater Kentenichs aus dem Exil gab es noch einige Begegnungen.

Den Dreifaltigkeitssonntag begannen viele mit dem Besuch im Urheiligtum und teilweise mit dem Empfang des Bußsakramentes.

Pünktlich um 9.30 Uhr begann Herr Basler mit der Begrüßung der gesamten Wallfahrer und stellte die einzelnen Gruppen aus den 15 Diözesen vor. Es waren insgesamt 76 Männer ins Jugendzentrum gekommen.

Nach dem Begrüßungslied "Maria, Mutter, Taborkönigin" begann Herr Pfarrer Maurer seinen Vortrag zum Thema: „Sei Vater für Familie und Welt“.

Er fügte an, dass wir uns auf den Tabor begeben sollten und uns im Sinne unseres Vaters und Gründers erleuchten lassen, damit wir dann innerlich erfüllt wieder nach Hause gehen. Er zitierte auch einiges aus dem „Führerbrief 1/2008“, den Herrn Bradler gestaltet hat.

Zu bemerken sei, dass der Begriff Gott-Vater heute fast ganz von der Bildfläche verschwindet. Nicht nur wir Männer seien bei dem Begriff "Vater" gemeint, auch ein Priester muss ein Vater sein, so hat es Erzbischof Dr. Zollitsch formuliert.

Über den Vater zu reden, sei nicht mehr aktuell. Man spricht von der vaterlosen Gesellschaft, obwohl der Vater der Halt des Glaubens ist.

Das ganze beruht auf dem Vorsehungsglauben, deswegen ist der Vater der Anführer des Glaubens.

Er zitierte aus dem Buch von Peter Hahne: "Kein Grund zur Resignation".

Den Glauben habe ich nicht verloren, aber die Energie ist ausgegangen...

Nicht resignieren, zurück zu den Quellen. Ein Brandstifter sein gelingt nur, wenn wir selber "feurig" sind. Er meinte auch, dass man die vier Kardinaltugenden: Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung umwandeln könnte in Vater-Tugenden.

Pater Kentenich und Schönstatt, sie sind einfach der Weg, der Weg der Zukunft.

Unsere Aufgabe ist es, Umschau zu halten und im Gespräch zu bleiben.

Nach diesem beeindruckenden Vortrag bildeten wir Arbeitskreise mit der Aufgabe, dass sich die einzelnen Männer über „Väter, die mir auf meinem Lebensweg begegneten“ berichten, bzw. ihre Erfahrungen erzählen und dass am Ende der jeweilige Arbeitskreisleiter in einer kurzen Zusammenfassung das Aktuelle oder auch das Besondere dieser Gruppe darlegt.

Dieses Thema wurde unterteilt in:

I.       "Väter"

         1. Im persönliche Leben

         2. In Gemeinschaften, in Gruppen, in der Arbeitswelt

         3. In der Kirche

II.     Inwieweit hat mein Vater, haben andere "Väter" mich geprägt?

III.    Erkenne ich Zusammenhänge zwischen meiner Vatererfahrung
und meinem Gottesbild?

Allein schon an der Zeitüberschreitung merkte man, wie doch diese Fragen und das Thema bei den Männern teilweise unter die Haut ging und auch Emotionen auslöste.

Den Abschluss bildete wiederum die Eucharistiefeier beim Taborheiligtum, denn der himmlische Vater hat es gut mit uns Männern gemeint, es war nicht zu heiß und nicht zu kalt, aber trocken von "Oben".

Die Predigt war passend zum Dreifaltigkeits-Sonntag: Bleib beim Wort Gottes.

Zu der Lesung aus dem Buch Exodus mit den Texten von Mose sagte Pfarrer Maurer, dass man die Bibelstelle auch auf uns anwenden darf. Ich habe dich beim Namen gerufen. Damit könnte er auch unseren Namen meinen, wir alle, die wir hier versammelt sind.

Nach der heiligen Messe stellte Herr Wünstel die neue Jahreslosung vor:

„Bindung in Freiheit - das Mariengeheimnis künden“

und sang den neuen Jahreslosungsrefrain.

Zum Schluss gab es noch viele Dankesworte an Herrn Pfarrer Maurer für seine Predigten und Vorträge, sowie an Herrn Basler für die Organisation und an die Verantwortlichen für die Unterkunft und für die Verpflegung.

Danach erhielten wir noch Gottes Segen für eine gute und sichere Heimreise, damit wir uns im nächsten Jahr wieder hier in Schönstatt am Dreifaltigkeitssonntag zur nächsten Wallfahrt in großer Runde bei unserer Taborkönigin zum Gebet versammeln können.

Wie sagte doch einer der Teilnehmer, der das erste mal in Schönstatt war, das ist schon sehr beeindruckend und ich werde wieder kommen!