„Mario Hiriart, Dein Weg interessiert mich“
In
der Einladung zur Mitgliedertagung heißt es: „Die Aufgabe für uns Männer besteht
darin, den himmlischen Vater durch uns erfahrbar zu machen. Vorbilder dafür sind
der Gründer Schönstatts, Pater Josef Kentenich und Männer wie zum Beispiel: João
Luiz Pozzobon, Gilbert Schimmel, Bruno Maria Herberger.“
Es wurde mir nun die Aufgabe gestellt, diesen oben genannten Vorbildern noch
einen hinzuzufügen, von dem unser Vater und Gründer gesagt hat:
„Er ist der Typ, dem wir alle nachstreben ...“
Sie
möchten nun erfahren, warum Pater Kentenich uns Mario Hiriart als Vorbild
dargestellt hat und deshalb seinen Weg im Liebesbündnis von der Kindheit bis zum
seligen Heimgang zum ewigen Vater näher kennen lernen.
Wir folgen damit dem Rat und Wunsch unseres Gründers und nähern uns seiner
Denkweise an.
Er sagte zum Beispiel schon 1933: „Wenn unsere Bewegung keine Heiligen hervorbringt, hat sie ihre Aufgabe nicht klar gesehen und nicht erfüllt.“
Oder: „Ideen sind Gedanken, sie bleiben unwirksam, auch wenn sie noch so begeistert gekündet werden. Wirksam wird ihre Macht aber erst dann, wenn sich das Leben eines geläuterten Menschen mit ihnen verbindet.“
Am
18.4.1967 schreibt Pater Kentenich an Pater Menningen, der sich in Brasilien
aufhält: „Wir sind wohl darauf angewiesen, die Ideen symbolträchtig und
lebendig veranschaulicht zu bekommen.
Es bedeutet für unsere Denk- und Lebensart sehr viel, eine Gestalt zu haben, bei
der die klassischen Ideen lebendig in Erscheinung treten. Ist das einer aus den
eigenen Reihen, dann hat das einen doppelten Vorteil.“
Pater
Kentenich hat diese seine Überzeugung nicht nur gekündet, sondern sie uns
vorgelebt, sie angewendet. Wir erinnern uns, wie er in der Gründungszeit
Schönstatts Persönlichkeiten wie z. B. Pater Rehm, Barberik, Gabriel Possenti,
Stanislaus Kostka, Helen Keller und andere als Vorbilder in sein
Erziehungsprogramm eingebaut hat.
Wie er später Josef Engling und die anderen Heldensodalen als Beispiel des
gelebten Schönstatts dargestellt hat und Josef Engling als gelebte
Gründungsurkunde oder gelebtes Liebesbündnis bezeichnet hat. Deshalb hat er auch
sofort nach dem Tod Josef Englings Sodalen, die eine engere Beziehung zu Josef
hatten, angeregt, über Josef Engling zu schreiben.
Lehrreich und beispielhaft sind die Vorträge, die unser Vater und Gründer im Umfeld der Einweihung des Heiligtums von Santa Maria in Brasilien im April 1948 gehalten hat. Immer wieder versucht er darin die Spiritualität Schönstatts an den Beispielen der Heldensodalen seinen Zuhörern verständlich zu machen. Josef Engling, Hans Wormer, Max Brunner macht er bekannt als Beispiele des gelebten Schönstatt.
Es kommt deshalb nicht von
ungefähr, dass die erste Männergruppe sich Josef-Engling-Gruppe nennt, und das
erste kleine Schulungsheim der Bewegung in Brasilien den Namen „Escola de Josė
Engling“ bekommt.
Herr Pozzobon erzählte, Geist und Heroismus der Heldensodalen, besonders das
Beispiel Josef Englings hätten ihn begeistert und bewegt, ein zweiter Josef
Engling für Brasilien zu werden. Später kommt dies in seinem Leitmotiv zum
Ausdruck: „Josef Engling, du wolltest ,Allen alles’ werden, ich will die
Mutter und Königin zu allen tragen.“
Dass
diese Denkweise und Pädagogik Herrn Paters auch heute noch hoch aktuell ist,
mögen uns einige Beispiele zeigen.
Guido Horst schreibt in einem Artikel der Tagespost vom 30.12.2004:
„... Das sorgsam geknüpfte Netz von Rundfunkbeauftragten, einer katholischen Nachrichtenagentur und Journalistenschule sowie einer Medienberatungs-Gesellschaft kann aber nicht das ersetzen, was Kultur vor allem braucht: das klar umrissene Subjekt, die scharfen Konturen eines unverwechselbaren Protagonisten. In den Talkshows sitzen Personen, nicht Strukturen. Man merkt sich Gesichter, aber keine Beauftragten fürs Marketing. Was Bedeutung haben soll, muss auch „verkörpert“ werden. – nicht durch Erklärungen auf dem Papier oder Repräsentanten in nicht-öffentlichen Gremien, sondern durch leibhaftige Menschen, die man anschauen kann. Aus guten Gründen ist es verpönt, im Rampenlicht der Öffentlichkeit wichtige Institutionen nur durch ihre „Pressesprecher“ zu Wort kommen zu lassen. Lieber will man da schon den Originalton der Entscheidungsträger hören. ...
Dass Kirche aus klaren Subjekten und nicht aus Strukturen besteht, ist eine Feststellung von theologischer Qualität. Dem Bedürfnis des ,,Kulturbetriebs“ nach Gesichtern und Gestalten kommt das nur entgegen. Kirche ist ein idealer Protagonist auf der Bühne dieser Welt, wenn sie ihre Botschaften mit lebendigen Botschaftern verbindet Auch katholische Medien können lebendige Botschafter sein, wenn sie Profil und ein „Gesicht“, also Subjektcharakter besitzen, etwas, das sie unverwechselbar und einzigartig macht. Dann erhält die Kirche auch auf dem Areopag von heute Stimme und Gewicht.“
ZDF-Moderator Steffen Seibert über Religion im Fernsehen und seinen Weg in die
katholische Kirche (Tagespost vom 30.12.2004).
Auf die Frage von Markus Reder: Worauf kommt es ihrer Meinung nach an, wenn
die Kirche in den Medien positiv von sich Reden machen will? Bessere Strukturen
oder Persönlichkeiten, die authentisch für ihren Glauben stehen?
Steffen Seibert: Ganz sicher letzteres. Man kann auf viele Arten zum Glauben finden, aber die Tür zum Glauben ist weit offen, wenn man jemanden trifft, der einen in diese Richtung mitreißt. Wenn man jemandem begegnet, der fröhlich bekennt und fest Zeugnis ablegt. Von diesen Menschen gibt es nicht viele. Aber solche Leute können – so ist es auch mir gegangen – andere Menschen überzeugen und auf diesen Weg mitnehmen. Das Christentum ist auch im Fernsehen nur über die Kraft von Persönlichkeiten vermittelbar.
Sie haben erst vor kurzem in die katholische Kirche gefunden...
Steffen Seibert: Ich bin evangelisch aufgewachsen und mit der Zeit irgendwie da raus getrieben. Der Glaube verdunstete in mir. Dann habe ich zehn, fünfzehn Jahre meines Lebens, wie ich mich zu erinnern glaube, ganz fröhlich ohne eine Anknüpfung an den Glauben verbracht. Wahrscheinlich war es aber doch nicht ganz so fröhlich. Jedenfalls spürte ich irgendwann ein Loch, eine Leere in mir. Mit der Zeit wurde das schmerzlich groß. Dann gab es verschiedene biografische Zufälle — man muss ja nicht glauben, dass es Zufälle waren —, die mir einen Weg wiesen. Und der führte dann in die katholische Kirche. Da bin ich jetzt und bin sehr glücklich, diesen Weg gefunden zu haben.
Was waren das für „Zufälle“?
Steffen Seibert: Das waren unterschiedliche Begegnungen. Ich bin mit einem polnischen Kollegen eng befreundet. Wir haben uns in Amerika kennengelernt. Über ihn bin ich einem sehr beeindruckenden polnischen Dominikaner begegnet, der für meinen Freund eine wichtige Person in seinem Leben ist. Dann ergab eines das andere. Über Vermittlung von Kardinal Lehmann kam es schließlich über eineinhalb Jahre zu ziemlich häufigen Treffen mit einem Mainzer Prälaten. Mein Weg zum Glauben hatte viel damit zu tun, dass mir Menschen begegnet sind, die auf diesem Wege schon weit voraus waren und mir sozusagen das Licht angeknipst haben.
Wenn Sie der Kirche einen Rat geben könnten, was ihren Umgang mit den Medien an geht, was würden Sie raten?
Steffen Seibert: Ich würde anstelle der Kirche nicht so sehr auf das Durchdringen der Medienstrukturen setzen. Ich würde nicht darauf setzen, mir die professionellsten Sprecher zuzulegen. Ich würde darauf setzen, dass die Kraft der Aussage und des Bekenntnisses gerade in der heutigen Zeit wieder wirksam sein kann. Und ich würde nicht verzweifeln, wenn die Zahl der Gläubigen kleiner wird. Vielleicht wird der Glauben dieser kleineren Zahl dadurch größer. Anstelle der Kirche würde ich auf keinen Fall jede Medienwelle mitreiten und auf jeden Zug aufspringen und mir das zeitgemäßeste Gewand anziehen. Ich glaube, dass Kirche bei aller notwendigen Veränderung das Bleibende ist und nicht das sich ständig Anpassende.
Die
Heilige Edith Stein, Schwester „Benedicta de la Cruz“ schreibt über ihren ersten
Anstoß zu ihrem Weg zum katholischen Glauben folgendes: „Eine Freundin hatte
im 1. Weltkrieg den Mann verloren. In der Kraft des Kreuzesgeheimnisses brachte
sie das Opfer, das ihr durch den Tod ihres Mannes ... auferlegt war.
Es war dies meine erste Begegnung mit dem Kreuz und der göttlichen Kraft, die es
seinen Trägern mitteilt. Ich sah zum ersten Mal die aus dem Erlöserleiden
Christi geborene Kirche und ihren Sieg über den Stachel des Todes handgreiflich
vor mir. Es war der Augenblick, in dem mein Unglaube zusammenbrach, das Judentum
verblasste, und Christus aufstrahlte. Christus im Geheimnis des Kreuzes? Deshalb
konnte ich bei meiner Einkleidung keinen anderen Wunsch äußern als ,vom Kreuz’
genannt zu werden.“
Diese Beispiele zeigen uns, wie wichtig neben der Gnade Gottes das gelebte Zeugnis ist. Wie sagte schon Nietzsche: „Wenn die Erlösten als Erlöste leben würden, könnte ich an ihren Erlöser glauben.“
Auf
dem Hintergrund des bisher gehörten und wissend, wir entsprechen damit dem
Wunsch unseres Vaters und Gründers, können wir uns nun Mario Hiriart
zuwenden.
Sein Weg beginnt in der Familie. Er selber kann uns da einen Einblick vermitteln
durch eine Nachbetrachtung vom 27.12.1956 über den Tod seiner Mutter, die am
3.8.1956 gestorben war.
Wir
lesen in seinem Tagebuch:
„Madrecita. Nachdem ich nun mit gewissem zeitlichen Abstand auf die vergangenen Jahre schauen kann, bin ich fähig, das zu schätzen, was meine Mutter für mich bedeutete. Wenn ich ihre größte Tugend hervorzuheben hätte, ich glaube, ich würde die der stillen, weisen Liebe wählen. Sie tat alles mit Bescheidenheit, ohne Wichtigtuerei, mit großer Einfachheit und Gelassenheit. Ihr Heim war immer ein kleines Reich, in dem sie mit Liebe und Weisheit regierte, ohne dass es jemals eine Störung in dieser Ordnung gab. In ihrem Reich liebten wir uns alle gegenseitig mit allen Fasern unserer Herzen. Madrecita, ohne Zweifel verstand ich dich intuitiv durch sie. Dank der Liebe, die sie mir gab und der, die ich ihr schenkte, war es für mich vollkommen natürlich, Dich auch mit dieser Gelassenheit, Innigkeit und Ehrfurcht zu lieben, die es in meiner Beziehung zu ihr gab.
Madrecita, indem ich nachträglich alles betrachte, verstehe ich, dass meine Mutter die Seele war, das Leben und der Motor in meinem Zuhause, obwohl das nach außen hin nicht so schien.
Die Atmosphäre in meinem Zuhause und die Persönlichkeit meiner Mutter hatten eine außergewöhnliche Bedeutung für mich, Madrecita. Selbstverständlich weißt Du, dass ich von ihr fast alle charakteristischen Wesenszüge geerbt habe, deshalb waren das Ambiente, das sie in unserem Haus schuf, und ihre Person selbst entscheidende Faktoren in meiner Erziehung.
Letztlich fehlen mir die Worte und die Seiten, um Dir von meiner Mutter zu erzählen, sie zu schildern und Dir zu sagen, wie viel ich ihr verdanke und wie sehr ich sie liebte und bis heute noch liebe. Vielleicht lässt es sich durch nichts anderes besser ausdrücken, als wenn ich Dir sage, dass meine Liebe zu Dir, mein Einssein mit Dir und mein Verstehen Dir gegenüber ohne sie nicht existieren würden. Sie war in sehr vielen Dingen ein ausgezeichnetes Spiegelbild Deiner Vollkommenheit.
... Zuletzt, Madrecita, kam innerhalb dieses Prozesses der Tod meiner Mutter. Sie hatte einen außergewöhnlichen Transparentcharakter für mich, insbesondere hinsichtlich meiner kindlichen Hingabe Dir gegenüber. Mir wurde bewusst, was meine Mutter für mich bedeutet hat und dass sie Dein Abbild war. Auf diese Weise verstand ich die Rolle besser, die Du in meinem Leben spielst, und von diesem Augenblick an musste ich mich viel mehr und viel kindlicher an dich verschenken, um diese mütterliche menschliche Hilfe, die ich verloren hatte, zu ersetzen und zu übertragen. So wurde der Tod meiner Mutter für mich zu einer Offenbarung Deines Wesens und dadurch zu einer ganz besonderen Gnade: Wie kann ich seitdem an diesem Schmerz leiden, ohne nicht gleichzeitig eine echte Freude zu haben? Und gleichzeitig war es eine geöffnete Tür für meine Berufung, denn es wäre mir sehr viel schwerer gewesen, nach Santa Maria zu gehen und sie zurückzulassen, und vielleicht hätte ich mich gar nicht entschieden.“
Dieses schöne Zeugnis Marios über seine Mutter und Familie möchte ich ergänzen und vertiefen durch einen diesbezüglichen Abschnitt aus dem Buch „Mario Hiriart, Ingenieur und Heiliger“ (Seite 79-80) von Pater Benito Schneider, seinem Seelenführer. Er schreibt:
„Selbst noch in seiner Frömmigkeit wurde er erst langsam frei von gewissen Gemütshemmungen, was aber auch wieder zeigt, dass seine Gottesliebe und sein Tugendstreben etwas ihm ganz Eigenes waren. Wurde er von vielen rein frommen und mehr personalen Liebesbewegungen später als andere in seiner Gruppe erfasst, so waren sie dann aber auch viel tiefer und wirklicher Ausdruck einer totalen Wandlung des Humanisten in den Gottesmann. Der Leser wird das bald aus eigener Einsicht bestätigt finden. So gesehen war Mario in seiner individuellen Frömmigkeitsart eine gelebte sittlich-religiöse Welterneuerung, wobei man nur festhalten muss, dass seine individuelle Art und Frömmigkeitsform nicht die jedes anderen zu sein braucht. Trotzdem ist zu bedenken, dass in unserem Zeitalter die große Problematik für das Christentum in einem tief eingefressenen Säkularismus besteht. Mario Hiriart stand von Haus aus diesem Säkularismus und Naturalismus sehr nahe. Er hat ihn gewissermaßen an seinem eigenen Leib erfahren — aber auch überwunden. Hören wir, wie er es selbst noch empfunden hat, als er sich schon Schönstatt sehr verbunden wusste. In einer Rückschau auf seine Vergangenheit beschreibt er mit Liebe und Freude das Glück und den Frieden, der in seiner Familie immer geherrscht hatte: »Meine Familie war immer ein Nest des Friedens. Die Harmonie war so groß, dass es niemals eine Diskussion in hartem Ton gab, niemals eine Streitigkeit zwischen Vater und Mutter, selten einen Zwist mit meinem Bruder.« Aber dann heißt es weiter: »Nur fehlte Gott, was mich aber damals nicht sehr störte.« Mario hat also schon in der Kinderstube naturalistischen Geist in sich aufgenommen, der ihn in früheren Jahren nicht einmal störte oder ihm unangenehm war. Dann heißt es weiter: »Im Kolleg war ich auch sehr glücklich. Als Schüler bekam ich immer alle Preise und Erfolge, und immer herrschte eine volle Harmonie zwischen mir und den Lehrern ... Später an der Universität wiederholten sich bald alle Triumphe, und ich begann, die Wertschätzung, die meine Professoren für mich hatten, zu genießen. In der Bewegung fand ich gute Freunde, die ich brauchte, aber die sich auch nicht so sehr um mich sorgten, wenn ich nicht immer ihren Erwartungen entsprach, außer dass sie für mich beteten ... Darum war es notwendig, dass der gute Gott mich an die Schönheit eines Lebens mit sich heranzog« (T. IV). Das alles ist aus einer späteren Rückschau Marios über seine Vergangenheit niedergeschrieben. Es dürfte also klar sein, dass es Marios zweite Natur war, alles Humane, Irdische und innerweltlich Edle und Schöne voll zu werten.
Sehr viel Gnade, übernatürliche Liebe und religiöser Schwung würde vonnöten sein, um eine solche Seele zum Transparent der übernatürlichen Welt und Lebensideale zu machen. Dieses »Wunder« der Gnade sollte aber in Mario Hiriart tatsächlich statthaben.“
Nur, „es fehlte Gott“. Mario selbst bezeugt: meine Eltern haben mit uns zwei Buben nie über religiöse Fragen gesprochen und nie mit uns gebetet. Doch die liebend sorgende Vorsehung Gottes ließ dieses „es fehlte Gott“ auf andere Weise ersetzen.
Bis zu
seinem 14. Lebensjahr lebte seine Familie im Haus der Großmutter. Erst dann
konnten sie ein eigenes Haus beziehen.
Mario erzählte uns, seine Einführung in Religion und Glaube geschah durch seine
Großmutter Amalia, eine Tante Sara, die an den Rollstuhl gefesselt und mit im
Haus lebte und deren Opferkraft und Haltung er bewunderte, sowie bis zu seinem
7. Lebensjahr von einer Hausangestellten, die ihn betreute und mit ihm betete
und die Gottesmutter dabei „Mütterchen Maria“ nannte.
Es war
auch die Großmutter, die dafür sorgte, dass ihre beiden Enkel im katholischen
Kolleg der Maristen-Schulbrüder eingeschult wurden. Sie studierten dort bis zum
Abitur.
Der Vater hätte seine Söhne zwar lieber auf eine liberale Staatsschule
geschickt, gab aber seiner Mutter nach und ließ beiden Söhnen die Freiheit. Die
Großmutter sicherte ihren Enkeln so einmal eine anerkannt vorzügliche
Schulbildung, aber auch eine religiöse Weiterbildung.
Als sie dann bei der Oma auszogen, war Mario inzwischen so fest mit dem Kolleg und den dort wirkenden Maristen verbunden, dass er eigenständig seinen Weg im Glauben weitergehen konnte.
Positiv war für Mario die tiefe Freundschaft mit seinem Klassenkameraden Vicente. 1944 lernten beide den am Kolleg als Seelsorger eingesetzten Pater Benito Schneider kennen. Er war auch zuständig für die in der „Katholischen Aktion“ organisierten Schüler. Diese wählten Vicente zum Präsidenten und Mario zum Kassenwart. So trafen sie sich öfter mit Pater Benito und es entwickelte sich ein Vertrauensverhältnis.
Nach
dem Abitur entschieden sich die beiden Freunde zum Studium an der „Katholischen
Universität“, Vicente für Jura und Mario für das Ingenieurwesen.
Da Pater Benito inzwischen Studentenseelsorger an der Katholischen Universität
geworden war, konnte die Zusammenarbeit gleich weitergehen.
Pater Benito regte eine Gruppenbildung an und ermunterte die beiden, unter ihren Mitstudenten geeignete dafür zu werben. Schon nach kurzer Zeit konnten Vicente und Mario jeder drei Studenten gewinnen, und so konnte Pater Benito mit diesen acht Studenten im März 1948 die Gruppen- und Formungsarbeit beginnen und sie zum Liebesbündnis mit der Mutter und Königin von Schönstatt führen.
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Fortsetzung folgt!