Leben aus der Quelle

Gedanken zum Wort „Quelle“

 

Wenn ich das Wort „Quelle“ höre, gehen mir viele Bilder durch den Kopf: Heilquellen, Quellwasser, Bachquelle, Brunnen, Teich Siloah, Lourdes, Oasen, ...

An all den Bildern sieht man, dass das Leben auf Quellen oder Brunnen (als künstliche Quellen) angewiesen ist. Aus ihnen kommt das Wasser, das wir trinken, das die Tiere und Pflanzen benötigen – wenn man auch die mit einschließt, die selbst nach Wasser graben, indem sie tiefe Pfahlwurzeln ausbilden.

Tief in uns Menschen steckt ein Bild der Quelle als der noch unberührten, unverdorbenen Natur, die Leben spendet. Deutlich wird das auch an den Bildern der Werbeindustrie. Sie macht sich gern diese unterbewussten Bilder zu nutze, um Kunden anzusprechen. Man achte z. B. einmal auf die Sprüche der Mineralwasser- oder Bierwerbung: „Aus dem Herzen der Natur“, „Aus Felsquellwasser gebraut“, „Eiszeitquelle“. Aber niemand käme auf die Idee beispielsweise Werbung zu machen mit „Bier aus Bodenseewasser“.

Daneben gibt es die negativen Bilder: zugeschüttete oder überbaute Quellen, wie z. B. die Neckarquelle in Schwenningen, die jetzt mühselig wieder freigelegt werden soll, oder versiegende Quellen, ...

Eine Quelle braucht Schutz und eine gewisse Pflege. Jeder von uns kennt z. B. Quellschutzgebiete; einen Umkreis um Quellen, aus denen Trinkwasser gewonnen wird, innerhalb dessen bestimmte Auflagen gelten, die verhindern sollen, dass das Wasser verunreinigt wird. Bei Brunnen gibt es immer wieder auch aktive Reparaturmaßnahmen, der Brunnengrund muss gereinigt und das Mauerwerk unter Umständen ausgebessert werden.

Bedeutungen des Wortes „Quelle“

Der Blick auf den Sinn der Jahreslosung „Leben aus der Quelle“ weitet sich, wenn man sich Bedeutungen des Wortes „Quelle“ im Lexikon ansieht: Anfang, Basis, Fundort, Herkunft, Lieferant, Ursprung, Wiege, Wurzel, ...

Wenn man mit diesen Begriffen etwas „spielt“ und sie in den ursprünglichen Text einsetzt: Leben aus meinem Anfang, aus meiner Basis, meinem Ursprung, usw., sieht man sehr schnell: Das Leben hat und braucht Bezugspunkte. Andere Synonyme wie „Lieferant“ zeigen eine erweiterte Bedeutung des Wortes, nämlich eine Stelle, von der man etwas erhalten kann, siehe auch das Doppelwort „Bezugsquelle“.

In diesem Sinn wird das Wort z. B. auch genutzt in der Beschreibung unseres katholischen Seins (in www.internetseelsorge.de):

-          Für einen Katholiken ist der Sonntag und der sonntägliche Gottesdienstbesuch Höhepunkt und Quell seines (religiösen) Lebens. Der katholische Weltkatechismus stellt fest: Die sonntägliche Eucharistiefeier legt den Grund des ganzen christlichen Lebens und bestätigt es.

-          Quell und Mitte: Die heilige Messe.

-          Den Katholiken gilt die Sonntagsmesse als Höhepunkt des Glaubens und zugleich als Quelle, aus dem der Glaube Kraft, Tiefe und Lebendigkeit gewinnt. Die Mahlgemeinschaft in der Kommunionfeier ist tiefster Ausdruck einer geistlichen Einheit und Gemeinschaft, die nicht nur mit Jesus verbindet, sondern auch mit den Schwestern und Brüdern, die den gleichen Glauben teilen.

Die Quelle  für uns Schönstatt-Männer

Die Fotomontage zeigt eigentlich schon die Zusammenfassung dessen, was unsere Quellen sind. Aus dem Heiligtum unserer Dreimal Wunderbaren Mutter in Schönstatt fließen Ströme der Gnade, es ist uns eine Gnadenquelle (daher der Quelltopf vor dem Heiligtum).
Unser Gründer hat uns immer wieder in vielen Vorträgen und Schriften auf diese Tatsache hingewiesen, er ist quasi die Quelle unseres Wissens.

 

 

 

Joachim Konrad