Schönstatt feiert den 95. Gründungstag
Nuntius Périsset spricht vor 1500 Menschen -
Weltweite Übertragung der Feier über das Internet
VALLENDAR. Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Jean-Claude Périsset, sprach am Sonntag in Schönstatt vor gut 1500 Menschen, die gekommen waren, um den Gründungstag Schönstatts zu feiern. „Der 95. Jahrestag der Gründung der Schönstattbewegung, an dem Mitglieder aus der ganzen Welt teilnehmen, ist für uns eine ausgezeichnete Gelegenheit, in Dankbarkeit zurückzublicken und über den Einsatz der Schönstattbewegung in der Kirche nachzudenken...“
Nuntius Périsset bezeichnete den 18. Oktober 1914, den Gründungstag Schönstatts, als „ein Ereignis der Kirche, in der Kirche und für die Kirche“. Die Gründung der Schönstattbewegung sei ein kirchliches Ereignis, also menschliches Geschehen oder menschliche Tat, beseelt durch die Gnade Gottes.
Dazu komme eine geografische Komponente: die Schönstattbewegung ist in der ganzen Welt verbreitet. Eine Besonderheit der Bewegung ist, dass es an fast 200 Orten Marienkapellen als originalgetreue Nachbildungen des Urheiligtums von Schönstatt gibt. Für das hiesige Heiligtum gilt, was der Patriarch Jakob auf seinem Weg zu Laban nach seinem Traum am Rande der Stadt Lus sagte, die er Bet-El nannte: „Hier ist nichts anderes als das Haus Gottes und das Tor des Himmels.“ (Gen 28, 17)
Er dankte der Schönstattbewegung vor allem für ihren weltweit prägenden Einsatz in der Pädagogik des Glaubens: „Die Ausstrahlung der Bewegung erklärt sich aus dieser besonderen Prägung und verlangt deshalb auch eine vielfältige und angepasste Pädagogik in den verschiedenen Bereichen des eigenen Einsatzes. Dabei ist die Schönstattbewegung immer katholisch, den verschiedenen Kulturen angepasst und ihnen eingepflanzt, ohne die Einheit in der Grundhaltung zu verlieren.“
Nach
dem festlichen Gottesdienst am Vormittag nahm sich der Nuntius Zeit zum
Kennenlernen Schönstatts und feierte dann mit Pilgern aus ganz Deutschland und
den angrenzenden Ländern sowie aus Südamerika, Afrika und von den Philippinen
die Erneuerung des Liebesbündnisses am Urheiligtum, das den ganzen Nachmittag
über von Hunderten von Menschen besucht wurde, die teils mehr als eine halbe
Stunde in der Kälte Schlange standen, um einige Minuten dort zu verweilen und
den Segen zu erhalten.
Nuntius Périsset war sichtlich bewegt, als Fanfarenstöße das Liebesbündnisgebet ankündigten, das nacheinander in elf Sprachen gebetet wurde. Den Abschluss machte ein junger Priester aus Nigeria, der die Weiheworte „vor lauter Ergriffenheit nur singen, nicht sprechen“ konnte.
Weltweit verfolgten Menschen die Übertragung des Gottesdienstes und der Bündnisfeier über das Internet.
Rheinzeitung v. 20.10.2009