Marienandacht mit Anbringung des Europa-Sternenkranzes

am Flurheiligtum der Schönstattmännergruppe Brochenzell

 

Rund 100 Gläubige, darunter viele Schönstätter, waren am Sonntagabend, 6. September 2009 unter der wehenden Europafahne zusammen gekommen, um in einer Marienandacht, gehalten von Schönstatt-Pfarrer Robert Müller aus Oberteuringen, die Anbringung des Europa-Sternenkranzes am Schönstattgnadenbild des Flurheiligtums in Brochenzell zu feiern.

Dies war die schöne Umsetzung einer seit Jahren in unserer Gruppenarbeit gehegten Idee, nämlich das Vereinte Europa unter den Schutz der MTA zu stellen. Schon seit vielen Jahren beteten wir in unserem Gruppenvorsatz das Gebet: „Mutter mit dem Himmelskinde, steig herab auf Europas Fluren, dass es folgend eueren Spuren dauernd wahren Frieden finde. Mutter und Kind in Liebe verbunden, Europa, so nur kannst du gesunden.“

Schon 1991, unter dem Eindruck des gewaltigen Umbruchs in Osteuropa, hieß die  Jahreslosung der Schönstatt-Männerliga: „Väter für ein christliches Europa“.  Dabei wurde das obige Gebet von Pater Kentenich auf Europa umgedeutet. Seit uns bekannt wurde, dass in der Europäischen Verfassung der Gottesbezug wohl nicht vorkommen wird, weil keine Mehrheit dafür vorhanden ist, sind wir in großer Sorge, dass dieses Europa seine christlichen Wurzeln und die damit verbundenen Werte verliert.

In seiner Ansprache erläuterte Pfarrer Robert Müller die zuvor erfolgte Schriftlesung aus der Offenbarung 12,1-6 von der Frau mit den 12 Sternen, welche sehr wohl eine Verbindung zwischen Maria und Europa darstellt, da die Gründer des Vereinten Europa exakt diese 12 Sterne als Flagge ausgesucht haben. Er ermutigte die Zuhörer, sich in den Anliegen Europas bezüglich seiner christlichen Werte und Wurzeln immer wieder an die Muttergottes zu wenden und auf ihre machtvolle Fürsprache zu vertrauen. Er sagte den schönen Satz: der Kranz mit den 12 Sternen ist ein Symbol der Vereinigung, da findet zusammen, was zusammen gehört.

 

Nach der Litanei zur Immaculata erfolgte die Anbringung des Sternenkranzes durch Gruppenmitglied Rupert Restle, der den Kranz so schön gefertigt hatte, und Walter Ritter.

Anschließend wurde mit einem gemeinsamen Gebet die Weihe an Maria für Europa vollzogen.

Am Schluss der Andacht sprach Gruppenleiter Max Keckeisen noch über einige geschichtliche Hintergründe, die zur Entstehung der lange gehegten Idee dieser Weihe führten. Er verwies darauf, dass am 8. Dezember 1955 (Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria) der damalige Ministerrat der Gründerländer des Vereinten Europas das Aussehen der jetzigen Europaflagge beschloss. Vor über 50 Jahren wurde in den römischen Verträgen der Beginn der Europäischen Union besiegelt. Diejenigen, die diese Gründung  mit angestoßen haben, Robert Schumann für Frankreich, de Gaspari für Italien und Kornrad Adenauer für Deutschland, waren allesamt christliche Politiker und haben die christliche Seele Europas klar erkannt. Ihr Ziel war es,  mit dem Vereinten Europa nicht nur eine Wirtschaftseinheit, sondern auch eine Werteeinheit mit christlichen  demokratischen Werten zu schaffen. Dieses Ziel gilt es auch heute weiter zu verfolgen und zu verteidigen. Anschließend folgten Dankesworte an alle, welche diese Weihe unterstützt haben.

Das erschreckende Kruzifix-Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 3.11.2009 zeigt erneut, wie wichtig es ist, für ein christliches Europa zu beten.

Max Keckeisen