Eine Anregung zum Priesterjahr

 

Ab dem 29. Juni 2009 hat unser Heiliger Vater Papst Benedikt XVI. ein Priesterjahr für unsere Kirche ausgerufen. Anlass ist der 150. Heimholungstag des Pfarrers von Ars, Johannes Maria Vianney, am 4. August 1859.
Das fällt zusammen mit dem 100jährigen Priesterjubiläum des Gründers der Schönstattbewegung, Pater Josef Kentenich. Am 8. Juli 1910 erhielt der 24jährige Frater Josef Kentenich in Limburg die Priesterweihe.

Dr. Peter Wolf vom Priesterverband gab über den Schönstattverlag das Buch heraus: „Berufen – geweiht – gesandt“. Es enthält ausgewählte, originelle und interessante Texte aus Predigten Pater Kentenichs zum Priestertum.

Auf Seite 128 steht eine Selbstaussage Pater Kentenichs, die wir hier wiedergeben:

 

Zeugnis für die Fruchtbarkeit der Marienliebe

Ich kenne auch noch eine zweite Adresse. Die kennen Sie auch. Und ich meine, der Dank, der mich in diesen Tagen traf und den ich zurückgeben durfte an Sie, der soll von der gesamten Familie aufgefangen und hingelenkt werden in das Herz unserer lieben Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt.

Ich habe vor vielen Jahren einmal gelesen von einem alten ehrwürdigen Priester, der feierte auch Jubiläum. Und wie das bei solchen Jubiläen halt der Fall ist, da trägt man alles zusammen, was man weiß; und es war viel, was man von dem Priester sagen konnte. Am Schluss all dieser Dankeshymnen steht der Herr auf und erklärt: „Ja, vieles haben Sie mir gesagt, was ich im Leben erreichen durfte...“ Und dann brach er in Tränen aus und sagte: „Das alles verdanke ich der lieben Gottesmutter.“

Auch ich weiß, dass ungezählt viele Menschen der Begegnung mit Schönstatt eine vollständige Reformierung ihres Lebens verdanken. Ich weiß, wie viele Priester immer wieder erklären: Was wären wir ohne Schönstatt! Es wäre Undankbarkeit, diesen Dank zu übersehen. Ja, auch das weiß ich und will es gerne zugestehen, dass es wenige Priesterleben gibt, die so ungemein gesegnet waren, wie das  meinige gesegnet war.

Aber das sage ich ebenso: Was geworden, was durch mich geworden, was durch Sie geworden, ist geworden durch unsere liebe Dreimal Wunderbare Mutter von Schönstatt.

Darf ich Ihnen einmal in einzelnen Etappen erklären, wie und was da im Einzelnen am Werden und am Werken war?

Da darf ich Ihnen zunächst einmal sagen: Sie hat mich persönlich geformt und gestaltet von meinem neunten Lebensjahr an. Ich mag das sonst nicht gerne sagen, aber ich glaube, hier im Zusammenhang darf ich das flüchtig erklären.

Wenn ich zurückschaue, darf ich sagen, ich kenne keinen Menschen, der einen tiefer gehenden Einfluss auf meine Entwicklung ausgeübt hat. Millionen Menschen zerbrechen daran, wenn sie so auf sich selbst gestellt sind, wie ich das gewesen. Ich musste vollständig innerseelisch allein aufwachsen, weil eine Welt in mir geboren werden musste, die später weiter getragen und weiter geleitet werden sollte. Hätte meine Seele Fühlung gehabt mit der damaligen Kultur, wäre ich irgendeinmal persönlich gebunden gewesen, dann könnte ich heute nicht so ganz bestimmt sagen, dass meine Erziehung lediglich ein Werk der Gottesmutter war, ohne jeden tiefer gehenden menschlichen Einfluss. Ich weiß, dass ich damit viel sage.

Aber Sie dürfen nicht glauben, das wären Phrasen, um irgendetwas Liebenswertes von der Gottesmutter zu erklären. Ich weiß aber auch, dass die Gottesmutter mir ihre fürbittende Allmacht und ihr mütterliches Herz in einzigartiger Weise zur Verfügung gestellt hat, das haben Sie ja auch erlebt und haben es historisch nachprüfen können: Von dem Moment, wo sie sich niedergelassen (hat) in diesem Heiligtum, da hat sie mir für das Werk, das ich schaffen durfte, ihre Macht und ihr mütterliches Herz zur Verfügung gestellt, und sie ist es, die mir Sie auch als Mitarbeiter geschenkt (hat).

Studieren Sie einmal nach, wie aus der tiefen, schlichten Marienliebe alles geworden ist, was wir heute vor uns sehen! Habe ich darum Recht, wenn ich Sie bitte, diejenige nicht zu vergessen, der in besonderer Weise unsere Dankbarkeit heute gebührt?

(Aus: J. Kentenich, Vortrag bei der Feier seines Silbernen Priesterjubiläums,
Schönstatt, 11. August 1935)

                                 Sei gegrüßt, Maria,

                                 um Deiner Reinheit willen

                                 bewahre rein meinen Leib

                                 und meine Seele.

                                 Öffne mir weit dein

                                 und Deines Sohnes Herz.

                                 Gib Seelen mir,

                     und alles andere

                                 nimm für dich.            Josef Kentenich, seit früher Kindheit