Fortsetzung:
Das Gründungsgeschehen von 1914 ist unsere Quelle. Sie fing an zu fließen durch einen Glaubens- und Vertrauensakt unseres Gründers, in den er seine Schüler mit hinein nahm und in der Wirksamkeit das Einschalten der Gottesmutter erkannte. Sie machte nicht nur mit, sondern hatte wahrscheinlich schon die Herzen bereitet, damit sie einen Gnadenstrom in Gang bringen konnte. Auch wir dürfen davon ausgehen, dass die Gottesmutter Herzen in unserem Umfeld bereitet, die darauf warten, aktiviert zu werden. Wir Männer sollen nun Werkzeuge werden in der Hand der Gottesmutter und das diesseitige Handeln übernehmen. Die richtigen Worte finden, um das Interesse zu treffen, ist schon eine Herausforderung, aber letztlich nicht das Entscheidende. Das muss sie tun.
Es
muss uns gelingen, Männer auch an die Quelle zu führen, sozusagen in den
Wirkkreis der Gottesmutter, ihres Heiligtums. Sie erwartet uns bei ihren
Filialheiligtümern. Von dort aus will sie unser Apostolat begleiten. Wie konkret
sie das meint und tut, sehen wir an der Strömung der pilgernden Gottesmutter.
Von Brasilien aus hat sie durch ihren treuen Diener Pozzobon ihre Wirkweise
exemplarisch erwiesen. So bescheiden oder fromm das auch aussehen mag, so
wirkungsvoll ist es. Die Gottesmutter als Dreimal Wunderbare Mutter ist
unterwegs, begegnet den Menschen und ändert das Leben dieser Menschen. Sie wird
zur Königin und Siegerin und erobert so immer mehr die Herzen der Menschen,
besonders der Familien.
Hier stehen wir vor einer Wirklichkeit, die uns verstummen lässt und gleichzeitig zutiefst berührt. Wenn wir neue Männer zur Gottesmutter hinführen wollen, haben wir die Möglichkeit, diese zur Quelle zu führen, zu unseren Filialheiligtümern vor Ort. Hier ergeben sich Fragen des Lebens, hier kann Zeugnis gegeben werden über eigene Erfahrungen mit dem Ort. Hier kann dann auch philosophiert und politisiert werden, denn es geht ja um unsere Sendung als Mann, in der Familie, im Beruf, in der Kirche und in der Gesellschaft.
Angesichts dieses Apostolates bekommt eine Gruppe eine besondere Bedeutung in ihrer Schulungsfunktion. Hier können wir lernen, über unsere Sendung so zu reden, dass sie in der heutigen Zeit verstanden wird und ankommt. Aktuelle Zeitströmungen sollen uns Anlass sein, sich mit ihnen auseinander zu setzen und aus unserer Spiritualität zu beleuchten. So stehen wir dann mitten in der Zeit, im Leben und dann auch im Apostolat, denn in der Auseinandersetzung mit aktuellen Zeitfragen schulen wir uns gleichzeitig fürs Apostolat. So gesehen sind für uns die Zeitfragen der Schlüssel zum Apostolat.
Zeitfragen sind immer auch Anfragen und fordern uns heraus, unsere Ideale auf dem Hintergrund der Zeitfragen auf Standfestigkeit zu prüfen, daraus Lösungen für die Zeitfragen heraus zu arbeiten und so auch gesprächsfähig zu werden, aber das immer in Anbindung an unsere Heiligtümer. Die Gottesmutter soll immer im Spiel sein. Sie ist unsere Sicherheit und Garantin, dass wir nicht von der Spur abweichen, denn die Gefahr des Verirrens ist groß. Auch dazu gibt es genug Interesse von Seiten der teuflischen Mächte und die machen es uns oft leichter. Der sicherste Schutz ist uns die Gottesmutter, unser Liebesbündnis mit ihr und ihr Heiligtum.
Wenn
wir das Heiligtum ganz natürlich in unser Apostolat einbinden können, ist es am
besten. Es wirkt für sich und führt zur Mitte. Aber ein Weg bis dorthin ist
zurück zu legen. Wir sollten selbst dort unsere Mitte haben und erfahren haben,
dass die sogenannten Wallfahrtsgnaden (Beheimatung, Umwandlung und
Fruchtbarkeit) als Quelle wirklich wirken. Das ist kein Automatismus, sondern
muss auch errungen werden.
Meist ist es so, dass uns das Leben dorthin geführt hat: Schwere Nöte, Schicksalsschläge und wichtige Entscheidungen sind oft Triebkraft, zum Heiligtum zu gehen. Das liegt wohl an unserer Natur als Mann. Aber wie es auch sei, irgendwie landen wir dann doch dort. Dafür sind wir dankbar und wollen dies anderen angedeihen lassen.
< Mario Hiriart selbst bekennt einmal, dass die Beziehung zum Heiligtum in Bellavista/Chile, welches 1949 eingeweiht wurde, nur langsam gewachsen ist. Doch nach und nach wird gerade dieses Heiligtum zum Zentralpunkt seines Lebens, zum intensivsten Ort der Begegnung mit der Gottesmutter. >
Nehmen wir es mit der Quelle ernst und leben daraus. Dann wird neues Leben geschehen, wenn wir es auch selbst nicht mehr erleben dürfen. Lösen wir uns von Vorbehalten, Enttäuschungen und Skeptizismus. Erkämpfen wir ein neues Kindsein vor Gott Vater, damit wir Vater werden für alle seine Kinder.
Fortsetzung folgt!
Ernest M. Kanzler