„Projekt Pilgerheiligtum“
Während
der Diözesankonferenz der Erzdiözese Freiburg in Oberkirch, im September 2009,
durfte ich über mein Apostolat mit der Pilgernden Gottesmutter in unserer
Pfarrei St. Albin Waldulm berichten:
Auf
Vorschlag und Bitte unseres Gruppenführers Josef Danner gestaltete das Ehepaar
Zimmerer im November 2006 unseren Gruppenabend zum Thema „Projekt
Pilgerheiligtum“, wozu auch unsere Ehefrauen eingeladen waren.
Wolfgang und Edeltraud Zimmerer ist es an diesem Abend gelungen, uns das Projekt
Pilgerheiligtum nahezubringen, denn Frau Zimmerer hatte bereits Jahre in ihrer
Heimatgemeinde Oberkirch-Stadelhofen mit diesem Apostolat begonnen und konnte
mehrere Pilgerkreise aufbauen.
Die Initiative der Familie Zimmerer hat mich angeregt, auch in unserer Gemeinde einen Versuch zu machen. Ab Ende November besuchte ich unsere Nachbarsfamilien mit einer kleinen Broschüre „Projekt Pilgerheiligtum“. Das Interesse und die Bereitschaft unserer Nachbarn hat mich ermutigt, im gesamten Wohngebiet in unserer Nähe sowie in einem weiteren Wohngebiet die Pilgernde Gottesmutter vorzustellen. In der Zeit von Ende November bis in den Advent-Monat Dezember 2006 konnte ich 32 Familien bzw. Einzelpersonen, das sind zwei Pilgerheiligtumskreise mit je 10 und ein Kreis mit 12 Teilnehmern, für das Projekt Pilgerheiligtum gewinnen.
Wenn ich Familien oder auch Alleinstehende besuche, sage ich: „Guten Tag! Ich habe ein Anliegen. – Mein Anliegen nennt sich Projekt Pilgerheiligtum. – Ich suche Familien oder auch Alleinstehende, die interessiert sind, das Gnadenbild der Gottesmutter, wie es hier abgebildet ist, für 2 bis 4 Tage im Monat bei sich aufzunehmen und zwar ohne finanzielle und terminliche Verpflichtung. Wir laden die Gottesmutter mit ihrem Sohn Jesus Christus zu uns ein, in unser Haus, in unsere Familie und lassen sie bewusst an unserem Alltagsleben teilnehmen und wirken.“ Nach dieser kurzen Vorstellung stellen die meisten Gesprächspartner Fragen und je nach Gesprächsverlauf kann ich nun das Projekt Pilgerheiligtum ausführlich erklären.
So geht es in Deutschland:
- Etwa 10 Familien/Personen schließen sich zu einem Pilgerkreis zusammen. In diesem Kreis wandert das Pilgerheiligtum. Es bleibt jeweils für etwa 3 Tage. Während eines Monats sollten alle Teilnehmer die Gottesmutter zum Besuch empfangen.
- Die Weitergabe des Pilgerheiligtums erfolgt formlos. Es sollte jedoch möglichst so sein, dass es zu einer kleinen Begegnung von Mensch zu Mensch kommt. So entspricht es der biblischen Grundlage der Initiative.
- Die Pilgernde Gottesmutter erhält einen schönen Platz, dort wo sich der Alltag abspielt. Als Geschenk an die Gottesmutter bemüht sich die Familie/Person um einen Augenblick Zeit – für Gott und füreinander.
- Eine Begleitperson, bzw. Familie aus dem Pilgerheiligtumskreis übernimmt die Aufgabe des Ansprechpartners. Sie hält sich für einen guten Verlauf verantwortlich und koordiniert den Pilgerweg.
- Ein Pilgerheiligtum mit Begleitbuch und Stofftasche wird vom Sekretariat Pilgerheiligtum zur Verfügung gestellt. Es bleibt Eigentum des Sekretariates und wird zurückgegeben, wenn sich der Pilgerkreis auflöst.
- Das Einverständnis des zuständigen Ortspfarrers ist für den Beginn der Initiative erforderlich.
Am 1. Januar 2007, dem „Hochfest der Gottesmutter Maria,“ konnten wir am Schluss der Eucharistiefeier mit der Gemeinde durch unseren Ortspfarrer Wendelin Faller drei Pilgerheiligtümer feierlich aussenden, wozu die Teilnehmer und Teilnehmerfamilien eingeladen waren.
Jesus und Maria begannen nun im Zeichen des Pilgerheiligtums ihren Pilgerweg von Familie zu Familie in unserer Gemeinde.
Aufgrund der Aussendung bekundeten zwei weitere Personen ihr Interesse, sodass wir einen weiteren Pilgerkreis mit je 10 Teilnehmern/Familien bilden konnten. Die Aussendung erfolgte wiederum durch unseren Pfarrer im Rahmen einer Maiandacht im Marienmonat Mai 2007.
Weitere Familien und Einzelpersonen konnte ich nach und nach noch gewinnen.
Am 25. März 2006, „Fest Mariä Verkündigung“, konnten wir wieder am Schluss der
Eucharistiefeier unser 9. Pilgerheiligtum aussenden.
Erwähnen möchte ich auch, dass in unserer Gemeinde auch junge Familien, Senioren, konfessionsverschiedene Familien sowie auch Familien, die der Kirche nicht sehr nahe stehen, durchaus ansprechbar sind und sich am Projekt Pilgerheiligtum beteiligen.
Bei gelegentlichen Gesprächen und Begegnungen mit einzelnen Teilnehmern kann ich immer wieder erfahren, dass sie auf den monatlichen Besuch der Gottesmutter warten. Auch wird das beigefügte Begleitbuch mit Informationen, Anregungen und Gebetstexten sehr geschätzt. Aus der Fülle der Anregungen können die Teilnehmer auswählen, was zu ihnen, ihrer Familie oder Lebenssituation passt,
Meine Krankenbesuche im Rahmen der sozialen Dienste in unserer Pfarrgemeinde mache ich in aller Regel mit dem Besuchsdienst Pilgerheiligtum.
Ich
wünsche Ihnen, liebe Leser, und uns allen Gottes Segen und dass der monatliche
Besuch durch Jesus und Maria in unseren Gemeinden, bei unseren Familien und
Teilnehmern Früchte trägt.
Bitten wir auch die Gottesmutter, dass sich in vielen Gemeinden mutige
Mitmenschen für dieses Apostolat finden, die die Initiative für das Projekt
Pilgerheiligtum ergreifen. Wir sollten uns von Absagen nicht so sehr entmutigen
lassen.
Günter Künstel
„Was ich bin und was ich habe,
schenk ich Dir als Liebesgabe
für die heilige Gnadenquelle“ (J.K.)