Führertagung der Schönstatt-Männerliga

vom 16. bis 18. April 2010

Die offene und freundliche Atmosphäre, die wie überall in Schönstatt auch im Haus Tabor herrscht, und das strahlende Sonnenwetter ließen diese Tagung zu einer Tabortagung werden. Nach den langen Wintermonaten gab es warme Tage, die Sonne lockte Blüten und Blätter hervor, so dass der Blick vom Marienberg in die Umgebung wunderschön war. Hinzu kam, dass in der heiligen Messe, am Eröffnungstag im Taborheiligtum, die von Herrn Pater Dr. Grill gefeiert wurde, das Evangelium von der Verklärung Jesu berichtete (Joh 19,23-24). So fühlte man sich im Heiligtum eng verbunden mit jenen Aposteln, die Zeugen dieser Verklärung Jesu gewesen sind. Ausgehend von dem Heiligen Rock, der 2012 wieder im Dom zu Trier gezeigt wird, erläuterte er kurz die Bedeutung des Gewandes. Er verwies auf Jesus, dessen Gewand bei der Verklärung leuchtend weiß wurde, und stellte dann einen Bezug zum heiligen Paulus her. Dieser fordert im Brief an die Römer (Römer 13,14) die Gläubigen auf, das Gewand Christi anzuziehen, also ähnlich wie Christus zu werden und dieses auch in der Welt zu zeigen. Bereits bei der Taufe, bei der dem Täufling das weiße Gewand angezogen wird, werden wir in die Gemeinschaft mit Christus einbezogen, werden Kinder Gottes. Unsere Aufgabe ist es dann, Christus in unserem Leben zu verwirklichen.

Die Tagung begann mit der Begrüßung durch Herrn Kanzler, unseren neuen laikalen Standesleiter, der Herrn Basler bat, einen Überblick über das abgelaufene Jahr zu geben. Dieser zeigte die Aktivitäten in den einzelnen Diözesen auf, die von den Schönstattmännern geleistet worden sind. Schönstatt ist eine apostolische Bewegung innerhalb der Kirche und hat die Aufgabe, in die Welt hinein zu wirken. Das geschieht vor allem auch vor Ort. Deshalb hob Herr Basler auch die viele Kleinarbeit hervor, die in unterschiedlichen Bereichen geleistet wird.

Das Jahr 2014 rückt unaufhaltsam näher, es ist das Jahr, in dem der 100. Geburtstag der Schönstattbewegung gefeiert wird. Dieses Jubiläum ist für uns Männer Anlass, über die Krönung der Gottesmutter im Taborheiligtum in diesem Jubiläumsjahr nachzudenken. Herr Sahm, der Mitglied des entsprechenden Krönungsteams ist, berichtete über die Vorbereitungen hierfür. Diese Krönung soll ein Dank an die Gottesmutter sein für alles, was sie für uns Männer getan hat. Sie erwartet zwar Vorleistungen von den Menschen, erfüllt dann aber stets die an sie gerichteten Bitten. So erfolgte am 12. Juli 1992 ihre Krönung in Dachau, einen Tag später kam ein Anruf wegen der Errichtung eines Kindergartens. Die Angelegenheit wurde verhandelt mit dem Ergebnis, dass ein Grundstück für den Bau des Kindergartens zur Verfügung gestellt wurde. Um die Schwierigkeiten bei der Genehmigung des Tabor-Heiligtums zu überwinden, wurde die Gottesmutter am 29. Mai 1994 zur Königin des Marienberges gekrönt. 1995 kam die Genehmigung für den Bau des Tabor-Heiligtums, das im Herbst desselben Jahres eingeweiht wurde. Eine weitere Krönung erfolgte am 22. November 2000: Bei der Gemeinde Vallendar stand die Entscheidung über den Bau des Wächterhauses (heute Haus Tabor) an. Die Genehmigung erfolgte. Inzwischen ist alles vorhanden: Heiligtum ebenso wie Wächterhaus mit den drei Hütten. Wir Männer haben also Grund genug, uns bei der Gottesmutter zu bedanken, ihr allerdings auch unsere Sorge um Nachwuchs ans Herz zu legen. Unsere Aufgabe ist es, darum zu beten. Gut eignet sich dafür das Gebet “Halt das Zepter in der Hand” (Himmelwärts S. 130). Man könnte jeden Tag eine Strophe beten und darüber nachdenken.

Der Samstag begann mit einer heiligen Messe im Urheiligtum.

Zurück im Haus Tabor sprach Herr Kanzler über das Thema: “Standortsuche als Mann”. Im Vergleich mit einer älteren Untersuchung zeigen neuere Ergebnisse, dass sich bei den Männern eine Änderung ihrer Einstellung anbahnt. Sie wollen sich nicht mehr in den Hintergrund schieben lassen, sondern wieder ihren Mann im Leben und vor allem in der Familie stehen.

In Anschluss daran befasste sich Pater Grill mit dem Thema: “Durch die Taufe berufen, priesterlich apostolisch zu wirken”. Auch wir Männer sind durch die Taufe berufen, priesterlich zu wirken, d. h. aus unserer Verankerung in Gott heraus unser Leben zu gestalten und apostolisch zu wirken. Nur drei Aufgaben sind ausschließlich dem Priester vorbehalten, nämlich die Eucharistie, die Beichte und die Krankensalbung, anderes kann durchaus auch von einem Mann übernommen werden (Referat folgt im SM 3-2010).

Anhand der Informationen, die wir durch die Vorträge erhalten hatten, gingen wir in die Arbeitskreise, um einen neuen Arbeitsschwerpunkt, eine neue Jahreslosung zu erarbeiten. Gegenstand der Diskussionen waren etwa die Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2014, die Rolle der Männer und Väter, die Beheimatung, eine der Wallfahrtsgnaden also, die Familie, aber auch die bisherige Jahreslosung, die allgemein positiv aufgenommen worden war. Verhältnismäßig rasch einigte man sich auf eine Jahreslosung, die den Weg auf das Jubiläumsjahr 2014 zum Inhalt hat:

„2014: Männer auf dem Weg – Beheimatung finden in DIR“

Mit der neuen Jahreslosung fuhren wir zum Grab Pater Kentenichs in der Dreifaltigkeitskirche.

 

In der Predigt des Abschlussgottesdienstes im Taborheiligtum erläuterte Pater Grill die Zahl 153. So viele Fische nämlich hatte Petrus mit einigen anderen Aposteln gefangen, als Jesus am See Tiberias mit ihnen zusammen war und dem Petrus gesagt hatte, er solle noch einmal zum Fischen auf den See fahren (Joh 21,1). Eine der Deutungen dieser Zahl besagt, dass man damals der Ansicht war, es gebe 153 unterschiedliche Arten von Fischen. Übersetzt will das besagen, dass Petrus, der hier von Jesus den Auftrag erhält, seine Schafe zu weiden, alle Menschen unabhängig von Herkunft und Rasse für das Reich Gottes gewinnen soll. Das gilt natürlich auch für unsere Männerbewegung.

Allen, die an der Vorbereitung und Durchführung der Tagung beteiligt waren, gilt ein herzlicher Dank. Da ist zum einen Frau Overfeld, die im Büro für die rechtzeitige Erstellung der Unterlagen gesorgt hat, sowie Herr Pater Dr. Grill, Herr Kanzler und Herr Basler, die uns durch ihre Vorträge bereicherten und natürlich auch den Männern, die an den einzelnen Tagen die Sitzungsleitung oder die Sorge für den gemütlichen Ausklang übernommen hatten.

Nach der Messe verließen wir den Marienberg, besser gesagt „den Tabor“. Alle wären gewiss noch gern geblieben, denn “es ist gut, dass wir hier sind”, wie Petrus gesagt hatte (Mt. 17,4). Aber wie bei den drei Aposteln so ging auch unser Weg wieder hinab in den Alltag.

Die nächste Führertagung wird vom 13. bis 15. Mai 2011 wieder auf dem Marienberg im Haus Tabor stattfinden.

Manfred Robertz