Mario Hiriart - sein Beten im Heiligtum

- Madrecita querida: So wie ein Kind sehnsüchtig jeden Tag den Augenblick der Heimkehr erwartet, um in der mütterlichen Liebe auszuruhen, so sehnt sich mein Herz danach, zu Deinem kleinen Heiligtum kommen zu können.

- Durch Deine mütterliche Sorge und unzählige Geschenke hast Du das Heiligtum für mich zu einem Lieblingsplatz werden lassen, einem Ort der Stille, durchströmt von Frieden, zu dem ich jeden Tag erneut zurückkehren möchte, um in Deinen Armen auszuruhen und Dir meine ganze Schwäche und mein Kleinsein mit kindlicher Freude zu übergeben.

- Der Arbeitstag ist schwierig gewesen, und obwohl er äußerlich von Misserfolgen gezeichnet war, so kann ich doch durch das Zurückkehren zu Dir alle Ereignisse des Tages Dir übereignen und erfahren, wie sich mein Unvermögen in einen Sieg Deiner mütterlichen Liebe verwandelt. Und ich fühle eine tiefe Freude an dieser totalen Gesichertheit durch Deinen mütterlichen Schutz.

- Madrecita, an diesem vertrauten Ort hast Du für mich die Erde mit dem Himmel verbunden. Alles wahrhaft Gute und Liebenswerte unseres irdischen Lebens hast Du mir von Deinem Heiligtum aus geschenkt: die kindliche Liebe, die geschwisterliche Liebe, die Gebundenheit an ein Zuhause, die Sehnsucht nach Frieden und geistiger Freude, die Kraft der großen Ideale. Aber alle diese großartigen irdischen Güter wusstest Du mir auch zu zeigen als das, was sie in Wirklichkeit sind: eine Sehnsucht nach dem Himmel, nach dem Ewigen, nach Gott...

- Du hast hier in Deiner mütterlichen Liebe nach Weisheit alles Große und Gute in meiner schwachen menschlichen Natur gesammelt, um es durch Deine Gnade zu veredeln, zu verwandeln und zum übernatürlichen Leben hinzuführen. Ja, Madrecita mia, in diesem Deinem kleinen Gnadenheiligtum verwandelst Du mein Wesen, das unbrauchbare leere Gefäß, in einen Kelch, der fähig ist, sich zu öffnen, um Christus zu empfangen. Und vom Heiligtum aus erhebst Du diesen Kelch, mein Herz, hin zu Gott, damit er sich mit dem göttlichen Blut fülle.

- Madrecita, hilf Du, dass mein Herz durch Dein Heiligtum immer ein offener Kelch zum Himmel hin sei, genau wie Du es warst, so dass durch diesen Ort, den Du erwählt hast, um in bevorzugter Weise Deine Gaben zu verteilen, meine ganze natürliche Welt sich zu einer innigen Harmonie mit dem Göttlichen vereinigt und mein ganzes Leben sich ausschließlich und für immer auf das Blut Deines Sohnes hin zentriert, jener feinen Linie, die die Erde mit dem Himmel verbindet.

Mario Hiriart Archiv – Schönstatt-Institut Marienbrüder