Männerwallfahrt nach Schönstatt am 18./19. Juni 2011
Am Samstag, den 18. Juni starteten wir, einige Mitglieder der Schönstattmännergruppe Meckenbeuren und weitere Männer mit einem gemieteten Kleinbus zur Wallfahrt nach Schönstatt. Die Fahrt bis Ulm nutzten wir für die Begrüßung und Vorstellung der Teilnehmer und zu einem Morgenlob. Auf der langen Fahrt, etwa 500 km, beteten wir immerhin zwei ganze Rosenkränze, des Weiteren sangen wir Lieder aus dem Gotteslob und dem Liederheft der Schönstattmänner. Es war der Wunsch der Teilnehmer, wieder einmal ab Bingen am Rhein entlang zu fahren und die herrliche Strecke mit ihren Burgen und Städtchen zu genießen. Nach der Mittagspause im historischen Bacharach kamen wir auf der Weiterfahrt beim Loreleyfelsen vorbei und schmetterten das Loreleylied von Silcher.
Etwa um 14.00 Uhr konnten wir im Haus Marienland auf Berg Schönstatt unser Quartier beziehen. Anschließend um 15.00 Uhr fuhren wir mit unserem Kleinbus zur Anbetungskirche, um das Grab Pater Kentenichs zu besuchen. Danach verweilten wir noch eine Weile in der nahe gelegenen Anbetungskapelle. Alle Männer werteten dies als einen sehr guten Auftakt unserer Wallfahrt. Nun ging es auf den Marienberg zum Haus Tabor. Nach einem kurzen Besuch im Taborheiligtum
machten wir uns auf den Weg zur Männerliga-Gnadenstätte, an der Herr Marienbruder Gebhard Basler uns sowie eine stattliche Zahl weiterer Männer begrüßte.
Aus
den zuvor ausgeteilten Textheften für die Wallfahrt wurde zunächst von drei
Sprechern die Geschichte der Entstehung der Liga-Gnadenstätte vorgetragen und
neu in Erinnerung gebracht: Am 1. Mai 1974 Einweihung der Gnadenstätte und somit
die Niederlassung der MTA auf dem Marienberg durch das Bronze MTA-Bild, das
Pater Kentenich 1968 gesegnet hatte.
Am 1. Mai 1985 wurde das MTA-Bild mit einer Krone aus 22 Steinen gekrönt, diese symbolisieren die 22 Diözesen.
Herr Saller aus der Diözese Hildesheim reihte sich ein in die jährlichen Berichte über Symbole der einzelnen Diözesen und erklärte die Entstehung und den Sinn des Stein-Symbols der Männerliga Hildesheim. In einem eindringlichen Bittgebet wurde die MTA bestürmt, wieder neue, junge Männer in unsere Männerliga und ebenfalls Priester und Marienbrüder zu berufen. Der Pilgerweg zur Mariensäule und den weiteren Stationen stand unter dem Thema – Unser Weg als Männerliga zum Taborheiligtum -. Abschnittsweise wurde der glorreiche Rosenkranz gebetet.
Am 6. November 1982 wurde von 170 Vertretern der Männergemeinschaften die Mariensäule errichtet und die MTA zur Bauherrin des Marienbergs ernannt. Die Krönung der MTA an dieser Stätte erfolgte am 29. Mai 1994 und wurde von etwa 300 Männern mit vollzogen mit der Bitte an die Taborkönigin, sich hier zu verherrlichen für die Erneuerung von Kirche und Welt. Herr Wünstel hatte für dieses Krönungsereignis damals ein ausdruckvolles Lied geschaffen (Mutter mit dem Gottessohn …). Dieses wurde jetzt von allen Teilnehmern wieder inniglich gesungen.
Die nächste Station war die Gründerbank. Hier trafen sich im Juli 1966 die Marienbrüder mit Pater Kentenich. Seither wird diese Bank Gründerbank genannt. Mit dem Lied: Du bist nicht weggegangen, du Vater bleibst uns nah … wurde das große Vertrauen der Schönstattmänner auf Pater Kentenich herausgestellt. Darauf pilgerten wir zum Taborheiligtum. Herr Basler erinnerte daran, dass hier am 24. September 1957 ein Apfelbaum stand, an dem Marienbrüder ein Bildstöckchen angebracht hatten und mit einem selbst verfassten Gebet diesen Berg der MTA anvertrauten mit der Bitte, ihn durch Mithilfe der Marienbrüder zu erobern. Im Juli 1966 wurde der Grundstein für das Heiligtum von Marienbrüdern auf den Berg getragen und von Pater Kentenich gesegnet. Es sollten noch 16 lange Jahre mit Gebet und Opfer folgen, bis endlich der erste Spatenstich und die Grundsteinlegung erfolgten. Es schlossen sich noch die drei Gebäude des Hauses Tabor an. Die Dankeshymne „Großer Gott wir loben dich“ bildete den Abschluss des eindrucksvollen Pilgerweges.
Gestärkt durch das gute Abendessen im Haus Tabor machten wir uns wieder auf die Fahrt ins Tal, um an der gut besuchten Bündnismesse in der Pilgerkirche teilzunehmen. Die Predigt des Prälaten aus Trier stand ganz im Zeichen der „Heilig- Rock Wallfahrt nach Trier“ im kommenden Jahr. Eine gut aufgestellte Schola mit schönen Liedern und die internationale Gemeinschaft der Teilnehmer ließen diese Feier zu einem Erlebnis werden, ebenso die anschließende Prozession zum Urheiligtum mit der Bündniserneuerung und dem Abschluss am Feuerbecken. Die Besucher, die erstmals in Schönstatt waren, beeindruckte diese Feier sehr.
Dreifaltigkeitssonntag
Den
Auftakt auf dem Marienberg bildete das Angebot zur Beichte im Haus Tabor mit
Rektor Hans Schnocks. Inzwischen hatte die Wallfahrtsleitung entschieden, die
Feierlichkeiten wegen des kalten und starken Windes im Haus Tabor abzuhalten.
Damit zeigte es sich, wie schön es ist, dass die Männerbewegung ein großes Haus
sein Eigen nennen kann. Herr Marienbruder Gebhard Basler begrüßte die Teilnehmer
aus den einzelnen Diözesen und nannte die jeweilige Anzahl. Dabei ist uns
aufgefallen, dass die Diözesen mit der weitesten Anfahrt die meisten Teilnehmer
stellten.
Die
Eucharistiefeier mit Predigt wurde von Rektor Hans Schnocks gestaltet. Als
Einleitung gab er einige Hinweise zur Dreifaltigkeit. Wolfgang von Goethe hielt
die Dreifaltigkeit für etwas total Überflüssiges. Rektor Schnocks meinte, diesen
komplexen Titel habe uns Christus selbst „eingebrockt“, indem er zu Gott „Vater“
sagte und den Jüngern den Heiligen Geist als Beistand verheißen hatte.
Zu Beginn der Predigt wurde
ein Bild des bekannten Malers Pfarrer Sieger Köder betrachtet. Es handelte sich
um ein Fensterbild der Heilig-Geist-Kirche in Ellwangen. Das Bild zeigt, dass
Gott tiefste Gemeinschaft in der Liebe ist. Auch Rektor Schnocks führte dazu
aus, dass Gott die Liebe ist und Liebe das DU brauche. Der heilige Augustinus
lehrte: Gott hat den Menschen nach seinem Ebenbild geschaffen und Gott ist – und
will Gemeinschaft. Bei einem Vater – Sohn Examen in Schönstatt wurde deutlich,
dass die Söhne bemängelten, dass ihre Väter zwar viel für Beruf und Familie
gearbeitet haben, für die Kinder aber zu wenig Zeit aufgebracht hätten. Dies ist
ein Manko vieler Männer. Das Liebesbündnis mit der MTA, das die Liebe zum
Dreifaltigen Gott einschließt, ist das Einfallstor zur Liebe Gottes in Familie,
Kirche und Gesellschaft. Um unser Glaubensleben gelingen zu lassen, dafür ist
die Gottesmutter kompetent. Gott lässt uns unsere Defizite nicht, um uns zu
beschämen, sondern um uns sein Erbarmen zu zeigen. Die MTA jedoch ermutige uns
als Erzieherin: jetzt zeige mal was du kannst. 
Am Schluss des Gottesdienstes zeigt Marienbruder Basler ein weiteres Ziel auf, nämlich die Gottesmutter 2012 im Taborheiligtum zu krönen. Als Vorbereitung auf das Schönstatt-Jubiläum 2014 wird die neue Jahreslosung nach der Gnade der Beheimatung ihren Schwerpunkt auf die innere Umwandlung legen. Die neue Jahreslosung: „2014: Männer auf dem Weg – Umwandlung erfahren in Dir“, wurde von unserem Standesleiter, Herrn Kanzler vorgestellt. Mit musikalischer Unterstützung von Herrn Wünstel sangen wir zum ersten Mal den neuen Jahresmottorefrain.
Nach dem anschließenden Mittagessen im Haus Tabor fuhren wir wieder ins Tal zur Statio am Urheiligtum. Drei Sprecher zitierten Texte aus der 1. Gründungsurkunde.
Danach verabschiedeten wir uns von der MTA und den Wallfahrtsteilnehmern. Marienbruder Basler erklärte sich bereit, mit unserer Gruppe im Pater-Kentenich-Haus eine kleine Führung vorzunehmen, was von uns sehr gerne angenommen wurde.
Froh gestimmt und geistig wieder neu ausgerichtet nahmen wir die Heimfahrt ins Visier und kamen ganz ohne Stau und ohne Probleme, wohl aber mit Gebet und Gesang schon um etwa 20.00 Uhr nach Hause.
Max Keckeisen